Was ist eigentlich los in dem Gartenhäuschen im Villengarten der Irrenvilla? Der Garten selbst kein Irrgarten und dennoch durchaus mysteriös. Ob Betti der Sache auf den Grund gehen wird? Philomena @Phinaphilo jedenfalls wird ihr Mysterium weiterverfolgen. SOKRATES Folge 289:

Uri Bülbül
Endlich waren sie allein, ließen den Parkplatz hinter sich und gingen in den Garten. Schweigend. Sie schlenderten auf das Gartenhaus zu – Lara mehr in sich versunken und Betti mit geschärften Sinnen und gespitzten Ohren. Plötzlich unterbrach für Betti überraschend ihre Tochter das Schweigen: «Was hat dir der Förster erzählt? Schien ja wirklich wichtig zu sein.» «Keine Ahnung, ob das wichtig war. Er hat gesagt, seine Hunde hätten in der Nähe des Gartenhäuschens verrückt gespielt und wie wild angeschlagen. Er konnte aber keine Einbruchsspuren oder eine offene Tür oder ein offenes Fenster entdecken. Dann hätte er versucht seinen Freund Kommissar Hoffmann anzurufen, aber er habe sein Handy abgestellt, bzw. leite die Anrufe weiter zu seinem Assistenten.» Sie erreichten das Gartenhaus. Aber anstatt einfach ihren Weg fortzusetzen, blieb Betti vor dem Haus stehen. Als sie an die Tür herantreten und mal an der Klinke rütteln wollte, stieß Lara einen kurzen Schrei aus, was Betti zusammenzucken ließ: «Was ist? Was hast du?» Lara rieb sich den Hals: «Au! Ich glaube, mich hat etwas gestochen.» Das erinnerte sie an etwas, was sie nicht genau fassen konnte; aber sie hatte das Gefühl, diesen Schmerz schon einmal gespürt zu haben. «Zeig mal her!» sagte ihre Mutter und prüfte den Hals ihrer Tochter, wo sie den Stich gespürt haben wollte. «Nichts zu sehen», stellte sie fest. «Reib mal nicht so fest daran!» «Sieht man da keine Bissspuren?» fragte Lara. «Nein, wieso Bissspuren, wenn, dann hätte ich eher mit einem Wespenstich gerechnet», erwiderte Betti. «Eine bunte Riesenlibelle», murmelte Lara. «Ich habe keine Lust mehr; ich bin müde. Ich glaube wir haben uns verlaufen», sagte sie weiter und während sie sprach, ging ihre Rede mehr und mehr in ein tranceartiges Lallen über, sie verdrehte die Augen, dass man nur noch das Weiße sah: «Basti, Basti, komm da raus!» Betti konnte sie im letzten Moment auffangen, als sie bewusstlos zu Boden sank. Routiniert fühlte Betti den Puls ihrer Tochter; er war zwar niedrig, aber regelmäßig, schnell brachte Lara in die stabile Seitenlage, um dann sofort den Notruf tätigen zu können; da schlug jedoch Lara ihre Augen wieder auf. «Mama?»
Der Mercedes hatte sich hupend und bahnverschaffend durch die überfüllten Straßen von Casablanca geschoben. Philomena war erstaunt darüber wie routiniert und gelassen der Fahrer mit dem Verkehrschaos umging und schnell und geschickt den Wagen aus der Stadt lenkte. Auf einer schlecht gepflegten aber gut ausgebauten Überlandstraße raste der Botschaftswagen Richtung Rabat. Für Philomenas Geschmack war die Geschwindigkeit besorgniserregend hoch. Philomena sah aus dem Seitenfenster hinaus, als wäre ihr die Fahrt vollkommen gleichgültig. Ihre Gedanken kreisten um Marcellus Adonis Narrat. Wie weit mochte sein Einfluss reichen, dass er die Crew komplett austauschen lassen konnte? Welchem Teil des Staatsapparates gehörte er an? «Italienische Verhältnisse», dachte Philomena.

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et immutati@The_open_door