Wegen Korrespondenzen und anderen Aktivitäten im Bereich Theater gerät SOKRATES kurz ins Hintertreffen, um nun mit der 290. Folge aufzuschlagen: «Wenn ich einmal reich wär'... Yubby dibby dibby dibby dibby dibby dum»

Uri Bülbül
https://youtu.be/RBHZFYpQ6nc
Sie war fest entschlossen, nicht locker zu lassen. Die erste Runde ging vielleicht an Marcellus Adonis Narrat, aber die nächste würde Philomena schon mehr Informationen über diesen Mann bringen. Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, weil der Wagen scharf bremste. Sie sah nach vorn und sah wie eine Pferdekutsche von rechts die Straße zu überqueren versuchte und mit dem rasenden Mercedes nicht gerechnet hatte. Der Fahrer riss aber kontrolliert das Lenkrad nach links, wich der Kutsche, deren Pferde scheuten, aus, fing sich in der Spur, um sofort wieder zu beschleunigen. Philomena hatte einen kleinen Schrei nicht unterdrücken können. Der Fahrer mißachtete ihn. «Sie sollten auf dieser Strecke langsamer fahren! Das hier ist keine deutsche Autobahn», fuhr Philomena ihn an. Er aber reagierte überhaupt nicht. «Er wird keine Anweisungen von Ihnen annehmen», sagte Pseudonym. «Dann sagen Sie es ihm!» erwiderte Philomena. «Meinen Sie, Hubert weiß nicht, dass wir hier nicht auf einer deutschen Autobahn sind?» Philomena hatte keine Lust auf diese Diskussion, fühlte sich wütend und ohnmächtig. «Lassen Sie mich bei der nächsten Gelegenheit raus! Ich bin nicht Ihre Gefangene!» forderte sie die Frau von der Botschaft auf. Ihr entging nicht, dass der Fahrer kurz in den Rückspiegel blickte. «Mein Auftrag lautet, Sie in die Botschaft zu bringen», antwortete Pseudonym. «Lebend oder tot?» fragte Philomena. «Könnte doch sein, dass wir nach einem Unfall die Botschaft alle drei nicht erreichen. Also fahren Sie gefälligst langsamer oder lassen Sie mich aussteigen!» Philomena beschlich das Gefühl, dass Sie diesen Machtkampf verlieren würde. Der Mercedes wurde noch schneller, das Schweigen im Auto kälter. Aus einer unerklärlichen Ferne kam Violinmusik, als würde in irgendeiner unbekannten Handtasche ein Handy mit dieser Musik als Klingelton läuten. Die beiden Frauen sahen einander fragend an. Nein, es waren nicht ihre Handys. Der Fahrer reagierte darauf nicht. Und Philomena fragte sich, ob er vielleicht schwerhörig war. «Anatevka!» murmelte sie. «Yubby dibby dibby dibby dibby dibby dum»
«Warum immer diese Melodie?» lallte Alfred Ross in der absoluten Finsternis. Er war gegen die Wand seiner schwarzen Zelle gekullert. «Dieses schwarze Loch bewegt sich; es kann fliegen» murmelte er. «Ich bin im Bauch der Sphinx, und sie ist mit mir davon geflogen! Ich muss verschluckt worden sein, weil ich das Rätsel nicht lösen konnte. Selber schuld! Aber wie lautete das Rätsel nur? Wer hat sie mir gestellt? Johanna?» Da kam wieder eine Antwort von der vertrauten Stimme: «Die Sphinx kann nicht fliegen! Wird das Rätsel gelöst, stürzt sie die Stadtmauer hinunter und stirbt.» Ross versuchte sich aufzurichten: «Meinst du, ich bin im Bauch eines toten Vogels? Eines toten Ungeheuers? Yubby dibby dibby dibby dibby dibby dum! Bitte! Bitte, lass mich raus!» Ross hatte Druck auf den Ohren. «Stürzen wir jetzt ab?» Er hatte weiche Knie und sank wieder zu Boden.

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