Letztens hörte ich die Rede eines Schulleiters zur Abiturfeier; er verglich den schulischen Werdegang mit Jesus' Werdegang bis zum Kreuz und im Johannes Evangelium stelle sich dieser Werdegang dar wie ein Auftrag! Interessant! SOKRATES Folge 318:

Uri Bülbül
Eine Frau, dunkelhaarig, zierlich, klein saß nackt auf einem Stuhl zitternd und verzweifelt, als wäre sie an den Stuhl gefesselt. Johanna sah sich im Häuschen um; der Innenraum war kaum 30 m² groß, eine Mischung aus Küche, Wohn- und Schlafzimmer, nicht verwinkelt und bot möglichen Angreifern kein Versteck. Außer der Frau auf dem Stuhl war niemand da. «Gott sei Dank, Gott sei Dank, bitte helfen Sie mir, bevor er zurückkommt. Ich kann hier nicht weg. Ich komme hier nicht hoch.» Johanna konnte keinen Grund erkennen, warum die Frau nicht aufstehen können sollte. «Was haben Sie? Sind Sie gelähmt?» «Gelähmt?» Die Frau sah sie irritiert und fiebrig an, als wäre sie im Delirium. Johanna verstand, dass sie es hier mit einer gestörten Persönlichkeit in einer Krisensituation zu tun hatte, bis sie den Namen der mutmaßlichen Patientin dieser Einrichtung hörte: «Ich bin Ayleen Heersold, Rechtsanwältin, Strafverteidigerin. Dr. Zodiac hat mich hierher gebracht und kommt immer, um mich zu vergewaltigen!» So viel hatte Johanna Metzger auf der Polizeihochschule gelernt, dass sie nicht jeden Mist glauben musste, was man ihr aus einer vermeintlichen Opferrolle erzählte. Auf den Therapeuten projizierte sexuelle Verdrängungen einer stark neurotischen Persönlichkeit und obendrein in starkem Maße verwirrt, wenn man berücksichtigte, was Ayleen Heersold noch zu sagen hatte: «Doktor Zodiac und der Gärtner sind eins. Sie sind ein und dieselbe Person! Bitte befreien Sie mich von hier!» Wahrscheinlich wurde die Patientin auf ihrem Zimmer vermutet, weshalb sie noch niemand vermisste und nach ihr suchte. Bald würde Schwester Maja gewiss Alarm schlagen. «Machen Sie sich keine Sorgen! Ich bin bei Ihnen und werde nun Hilfe rufen!» sagte die Kommissarin. Aber sie bemerkte in diesem Moment, dass sie ihr Handy nicht dabei hatte. «Kommen Sie! Stehen Sie auf! Wir gehen zusammen in die Villa», sagte sie, während sie mit den Augen den Raum nach einer Decke oder ähnlichem absuchte, um sie der Nackten überwerfen zu können. «Ich kann mich nicht bewegen», klagte Ayleen. «Dann muss ich Hilfe holen. Ich komme gleich wieder», sagte Johanna und konnte den wenig schlauen Satz: «Warten Sie hier!» gerade noch unterdrücken. «Gehen Sie nicht! Lassen Sie mich nicht allein», wimmerte die Nackte hinter ihr her. «Ich komme gleich wieder» rief sie, während sie Richtung Villa durch den Garten eilte.
Noch bevor sie den sagenhaften Gummibaum im Jardin Nouzhat Hassan erreichte, stand plötzlich Graf Otto der Militärattaché vor Philomena. Sie begrüßten sich herzlich. «Cheffe, so hat es Sie also nach Rabat verschlagen und Sie wurden Militärattaché – ich hoffe, Sie sind mit der Ihnen zugedachten Rolle zufrieden.» «Ach, ich bin einfach enttäuscht von unseren Landsleuten und auch von unserem Vater Staat. Seit er von der Mutti in Berlin gelenkt wird, ist nichts mehr im Lot. Aber darüber müssen wir ja nicht debattieren. Stellen wir uns zwei wichtige Fragen und suchen nach der richtigen und klaren Antwort: ...

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