Es existieren auch Mindmaps und Storyline-Aufzeichnungen zum Fortsetzungsroman, aber diese gehören nicht an die Öffentlichkeit. Bevor es zu philosophisch wird, kommt nun die 321. Folge des SOKRATES:

Uri Bülbül
Als einer der Männer Alice auf sich zu kommen sah, war es eigentlich zu spät. Instinktiv griff er unter seinen linken Arm, aber ein heftiger Stockhieb raubte ihm kurz schmerzhaft alle Sinne. Er schrie auf; seine Pistole, die er zücken wollte, landete auf dem Boden und wurde von der Angreiferin mit dem Fuß meterweit weggestoßen. Sein Kollege versuchte, das Abhörgerät vor der Angreiferin zu schützen. Sein Bemühen wurde jedoch durch einen Hieb in seinen Magen mit der Stockspitze verdunkelt. Nach Luft ringend klappte er unter Schmerzen zusammen, während Alice ihm mit einem zweiten Schlag auf den Kopf außer Gefecht setzte. Der erste Mann hatte auch keine Gelegenheit, sich zu sammeln. Er hörte das Sausen des Bambus, der mit Wucht an seinem Hals landete; als er sich vor Schmerzen wandt und krümmte, war Alice mit dem Abhörgerät schon bei ihrem Chef und Philomena – der Schlag hatte ihn kurzfristig sogar von den Schmerzen betäubt. @Graf_Otto begriff die Situation blitzartig; Er nahm @Gehirn_Zelle die Beute ab. «Schnell, meine liebe Alice. Du musst verschwinden. Auf dem schnellsten Weg in die Botschaft. Wir treffen uns dort.» Als Alice davon geeilt war, sagte Philomena nachdenklich: «Diese Mission scheint nicht ganz ungefährlich zu sein. Undurchsichtig war sie ja von Anfang an. Ich begreife auch nicht, was dieser Narrat von Luisa Metzger will. Sex mit einem minderjährigen Mädchen kann doch nicht alles sein. Das auch noch auf dieser Ebene angesiedelt.» «Luisa Metzger!» rief der Militärattaché aus und bedauerte sofort seinen kleinen Ausbruch, was Philomena nicht entging. Aber sie hielt es für klüger, nicht nachzuhaken. «Eine Siebzehnjährige! Was kann sie schon mit den geheimen Waffendepots des Abschirmdienstes zu tun haben?» sinnierte sie, um einen weiteren rhetorischen Köder für Graf Otto auszulegen. «Das gilt es herauszufinden, meine Liebe», erwiderte er. «Das gilt es herauszufinden. Jetzt aber müssen wir schleunigst in die Botschaft und Ihren Rückflug in die geliebte Heimat umbuchen. Da Ihre Siebzehnjährige unterwegs nach Gabun ist, buchen wir schnellst möglich für Sie einen Flug nach Libreville, in die Hauptstadt des pechschwarzen und von Franzosen dominierten Gabun. Franzosen, Niederländer, Belgier – alles nicht mein Fall! Die hiesigen Schwarzköpfe erst recht nicht!» «Das ist mir alles zu pauschal», bemerkte Philomena ruhig und gelassen. Schließlich kannte sie ja ihren Freund und dessen politische Gesinnung, die sie nicht mit ihm teilte, auf die sie ihn aber auch nicht zu reduzieren bereit war. Philomena bevorzugte es, Menschen facettenreich zu sehen.
In der Botschaft war ein Donnerwetter ausgebrochen. Der Botschafter war alarmiert und verlangte eine sofortige Telefonkonferenz mit dem Militärattaché, wobei die „Konferenz“ aus einem standpaukenartigen Monolog bestand; hätte Graf Otto ein Hörgerät gehabt, hätte er es sicher abgeschaltet – aber war das Telefon nicht auch etwas ähnliches wie ein Hörgerät? Er musste es ja nicht unbedingt ans Ohr halten!

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Vanity@Gehirn_Zelle