Fußnote zu SOKRATES Folge 324, die auf ask erst nach 325 erschien, aber im Buch in der richtigen Reihenfolge steht:

Uri Bülbül
Huldigen wir der Linearität des Buches und ordnen die Folgen der Reihe nach, oder geben wir dem zufälligen Experiment den Vorrang und lassen auch hier die Folge 325 vor 324 erscheinen? Der Konservative siegt in mir und zugleich empfinde ich diesen Sieg als Niederlage meiner selbst. Aber es könnte doch eine Schlussbemerkung des 3. Bandes in der Fußnote erscheinen.
Was um Himmels Willen wird mit Alfred Ross geschehen, der in der Blackbox gefangen mit seinem Schicksal hadert oder seinen Frieden schließt und bereit ist, in den Tod zu gehen?
Was passiert mit der jungen Kommissarin Johanna Metzger, die nach ihrem Verkehrsunfall, verursacht durch Nadia, im Koma liegt? Und was passiert mit ihrer siebzehn Jahre jungen Schwester, die mit Marcellus Adonis Narrat, der ihr Opa sein könnte mitreist, weil sie sich nach Geborgenheit sehnt und ein Verhältnis mit ihm anfängt? Wer ist dieser Marcellus Adonis Narrat, der eine besondere Macht inne zu haben scheint?
Und so können wir die Fragen weiter und immer weiter stellen: wird Philomena ihre Verfolgungsjagd erfolgreich weiterführen können? Wie wird ihr Erfolg definiert sein? Kann sie Marcellus Adonis Narrat Luisa wieder entreißen? Wie würde Luisa ihr diese Rettung danken? Und was will die Tochter des italienischen Restaurantbesitzers Antonio von Niklas Hardenberg, diesem seltsamen Investigator?
Und führen die kleinen scheinbaren Nebensächlichkeiten wie die gelben Legosteine, die Basti bei Luisa bestellt hatte, ins Nichts? Werden diese Fäden nie wieder aufgegriffen? Geraten sie einfach in Vergessenheit?
Meine Gartennachbarin Ilona befürchtet es fast und legt den Finger auf den neuralgischen Punkt: dein Roman ist wie dein Garten und wie dein Charakter: bruchstückhaft! Viele Ansätze und schöne Ideen und Pläne, aber alles unfertig.
Ich frage sie, wie man denn fertig werden könne, und ob das nicht dann der Tod sei! An dieser Stelle aber kann der 3. Band noch nicht enden; ich verspüre dieses Mal deutlich den Drang, ein Etappenziel zu definieren und zu erreichen. Ilona möchte eine in sich abgeschlossene Abenteuergeschichte mit einer klaren Dramaturgie; während ich ihr etwas von Rhizomen erzähle, was sie als Gartenliebhaberin auch sehr gut verstehen kann und interessant findet, auch wenn sie im ersten Moment nicht an so etwas gedacht hat. Aber die Erzählästhetik ist von Linearität und einem Handlungsstrang geprägt - ein Handlungsrhizom statt eines Handlungsstrangs irritiert die Menschen und wird ebenso gern akzeptiert wie Unkraut oder Giersch im Garten ;)

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