Was genau ist die Hölle? Hat da jeder seine eigene selbst erschaffene? Oder werden wir einfach in diese hineingeboren? Noch stellt sich uns diese Frage nicht in SOKRATES Folge 337:

Uri Bülbül
Aber so konnte man doch keine Paradiesologie beginnen. Ohne je die Liebe und dessen Hohelied erfahren zu haben – dieses von Angesicht zu Angesicht ließ sich doch keine Betrachtung des Paradieses schreiben. Keine Theorie des Paradieses, denn Theorie hieß eigentlich Betrachtung, einmal innehalten, Abstand gewinnen und die Sache oder den Sachverhalt oder die Situation betrachten. Aber das war's: wie sollte man sich bitte schön aus einer Situation herausziehen, um sie zu betrachten? War das nicht vielmehr so, dass man entweder Zuschauer eines Spiels war oder dessen Bestandteil als Spieler oder als Figur? «Ich bin eine geschlagene und auf der Fensterbank abgestellte Schachfigur», sagte er sich. Und bemerkte die Lächerlichkeit seines Selbstmitleids nicht. Oder doch? Denn er fügte hinzu: «Glaube, Liebe Hoffnung: sehnsüchtig schaue ich aus dem Fenster wissend um den Garten draußen.»
In hohen Bögen springend schwamm Basti als Delphin auf das Schiff der Seeräuber zu. Er tauchte aus dem Wasser auf, flog gegen den klaren Sternenhimmel mit dem runden Mond, wurde dann wieder von der Erde angezogen und richtete seine Nase und seinen Blick auf die Wasseroberfläche, worauf sich der Himmel spiegelte und die Sterne funkelnd in den kleinen Wellen umher sprangen. Unzählige Luftbläschen um ihn herum tauchte er in das Wasser und es zog ihn in die Tiefe und er ließ sich ziehen, bis er den sandigen Boden erblickte, dann schwamm er wieder nach oben, freudig erregt und seine Freiheit genießend. Noch unter dem Wasserspiegel konnte er wieder den Himmel erblicken, unklar und springend wie die Wellen es wollten, tanzten die Sterne nach der Melodie des sanften Windes, der über das Wasser strich. Mit aller Kraft stieß sich Basti aus dem Wasser, hoch hinaus wollte er, empor zum Mond. Er genoss den Flug, drehte Pirouetten und wieder zog es ihn abwärts auf den Wasserspiegel. Überall war es himmlisch. Unweit von Basti segelte gemächlich die „Bunte Kuh“ und die Seeräuber an Deck grölten, lachten und jubelten. Ihnen zu Ehren und zum Gruß sprang der Delphin höher und höher, ließ sich laut auf das Wasser platschen und richtete sich kichernd wieder auf, wobei er auf seiner kräftigen Schwanzflosse balanzierte. «Los, alter Käptn! Trink auf Bastis Wohl!» rief einer der Männer und übergab dem Kapitän einen ellenlangen Trinkbecher voll mit Wein, den der Kapitän in einem Zug leerte, so dass alle seine Männer ihm zujubelten! Erst während der zum zweiten Mal gefüllt wurde, rülpste der Kapitän einen Prosit «auf unseren schwimmenden Freund!» Alle lachten und stimmten mit ein. Basti fand es hier weitaus lustiger als bei Viktor in der Hütte.
«Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.»

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