Uri Nachtigall in seinem Zimmer, es ist ein Turmzimmerchen und das ist ihm nicht mal aufgefallen. Basti als Delphin bei den Seeräubern, wo aber sind Philomena und Alice? Siesind den Dingen auf der Spur! SOKRATES Folge 341:

Uri Bülbül
Norbert stach den Spaten in die Erde und sang dabei ein Lied:
«In jungen Tagen ich lieben tät,
Das dünkte mir so süß.
Die Zeit - oh - zu verbringen - ah - früh und spät,
Behagte mir - ah - nichts wie dies.
Doch Alter mit dem schleichenden Tritt
Hat mich gepackt mit der Faust
Und hat mich weg aus dem Lande geschifft,
Als hätt ich da nimmer gehaust.»
Frank Norbert Stein, der Gärtner und Hausmeister der Villa war ein hagerer Mann fast an die zwei Meter groß, etwas gebeugt ging er und seine Gesichtszüge erinnerten an Boris Karloff, der Frankensteins Geschöpf, dem aus den Körperteilen von Toten zusammengeschusterten und ins Leben gerufenen Monster sein Gesicht lieh. Allerdings hatte der Schauspieler glattere Haut und Norbert eher ein zerfurchtes Gesicht mit großen Poren und Pockennarben. Freundlich und warm blickten seine dunkelbraunen Augen. Er hob einen Spaten voll Erde hoch und warf sie wendend wieder auf den Boden zurück und stach erneut, während er die zweite Strophe des Liedes mit gespieltem Zorn wiederholte; dann beim dritten Mal nur die letzten beiden Verse:
«Und hat mich weg aus dem Lande geschifft,
Als hätt ich da nimmer gehaust.»
Und zugleich warf er wieder gewendete Erde vom Spaten auf den entstehenden kleinen Acker. Und gerade, als er wieder von vorne die lustige erste Strophe seines Liedchens anfangen wollte, er wusste gar nicht, woher er es kannte, aus dem Radio oder den Schlagercharts jedenfalls nicht, da bemerkte er, wie jemand in seine Nähe kam: «In jungen Tagen ich lieben tät,
Das dünkte mir so süß...»; er hielt inne und drehte sich um. Da stand Betti mit einem kleinen Hunde... oh nein, jetzt bemerkte Frank Norbert Stein das Unglück: es war ein Wolfswelpen! Fast war es ein kleiner Entsetzensschrei, den Norbert ausstieß, als er ihren Namen rief: «Betti!» Da stand die dünne zierliche Frau vor ihm und sah ihn mit ihren großen Augen freundlich an. «Hallo lieber Norbert! Zwei Dinge habe ich auf dem Herzen und eines davon sogar auf dem Arm und trage es zu dir.» Norbert blieb gelassen lächelte sie an, die zu ihm empor sah, da sie deutlich kleiner war als er. «Was hast du denn da für einen Welpen?» fragte er. Betti erleichtert, dass er die Problematik sofort erkannte, kam auch ohne Umschweife zur Sache: «Lara und ich haben diesen Wolfswelpen ganz alleine und hilflos im Wald gefunden; ihm wäre bestimmt noch etwas zugestoßen, da haben wir ihn mitgenommen. Aber, und da komme ich schon zum anderen, Lara und ich werden gleich abreisen. Es wird für uns Zeit, wieder nach Hause zu fahren. Da können wir uns nicht weiter um das Tierchen jetzt kümmern. Da wollte ich...» Norbert nahm ihr den Wolfswelpen aus der Hand. «Gib mal her!» Als Norbert das kleine Wesen hoch zu sich hob, konnte ihm unmöglich entgehen, dass die grau grünen Augen des Welpen gefährlich und bösartig leuchteten. Das Niedliche verschwand für einen Augenblick und er sah das Schauderhafte. Nun war der Gärtner und Hausmeister aber nicht der Ängstlichen einer.

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