Wissen Sie Herr Bülbül...Als Sie vor Jahren hier aufschlugen und ohne mich zu fragen die Konversation mit meiner Filomena aufnahmen..Da dacht ich auch so; "Na DER hat uns grade noch gefehlt " ...Fehlten Sie heute ? würde was fehlen.

Das ist SOKRATES FOLGE 363 wert:
Eine Psychologin, die Psychologie mit Seele betreiben und verwirklichen will und in den Staatsapparat verwickelt ist – so saß Philomena in Casablanca am Tisch mit den beiden Piloten und Alice in Ricks's Café. Eine große wie großartige Menschenfreundin, eine Philantropin der besonderen Art. Eine, die manchmal auch ihr genaues Gegenteil anzog, einen Nerd, wohlfeil auf seine Sprache achtend, die Grammatikregeln höher schätzend als jede menschliche Regung, eine zu seelenlosem vor dem Computer Pizza mampfenden Fleischkloß mutierte Einsamkeit, die sich nicht anders zu helfen weiß als durch Widerwärtigkeiten anderen Menschen Weh zu tun und dadurch Aufmerksamkeit zu erheischen. Einen, der mit häufig wechselnden Accounts eine Gruppe von Menschen simuliert und sich zugleich in dieser Gruppe zu verstecken sucht. Einen, bei dem jeder sofort intuitiv weiß, dass Ignorieren das beste Mittel gegen die Art von Belästigung ist. Aber Philomena konnte auch gegenüber solch einem Gegenpol nonchalante bleiben; sie hatte die Größe zur Gelassenheit. So verehrte Graf Otto sie, obwohl Philomena und er politisch alles andere als auf gleicher Wellenlänge waren. Er hatte einen Heimatbegriff, der rassische Überlegenheit implizierte, der das Fremde ablehnte, geringschätzte und koloniale Verachtung gegenüber Menschen ürbig hatte, die aus wirtschaftlich armen Ländern stammten und in ihrer technologischen Zivilisation dem Westen weit unterlegen waren. Sollten doch all die Neger dort bleiben, wo der Pfeffer wächst, dachte Graf Otto, aber so paradox es auch zu sein schien; er hatte ein gutes Herz und kaum jemand außer Philomena vermochte das zu erkennen und zu würdigen. Was nun genau „gutes Herz“ zu bedeuten hatte, ließ sich angesichts der rassistischen Vorurteile des Gafen politisch korrekt schwer erfassen. Aber was scherte sich eine Seele von Mensch und Psychologin wie Philomena um politische Korrektheit und deren moraliensaure Begrifflichkeit, die dogmatisch alles Gute zum Gutgemeinten zusammenschrumpfen ließ und nichts als arrogante Rechthaberei übrig ließ zwischen den Menschen. Wo aber das Herz eines Menschen auf dem rechten Fleck im Rhythmus der Seele schlägt, da konnte man Gutes finden, wenn man nicht übertrieben moralisierend auf „DAS“ Gute starrend wartete. Im Grunde aber starrte man so ins Leere, in ein finsteres Vakuum, das einem den letzten Rest an Seele aussaugte. Diese politisch korrekten Zombies wandten sich naserümpfend vom Grafen Otto ab, fühlten sich als etwas Besseres, denn sie hatten die menschliche, die humanistische Meinung in ihrer Ideologie für sich gepachtet. Graf Otto aber sah furchtsam wie wütend sein schönes Heimatland im Geiste zu einem afrobrasilianischen Slum verkommen. Mit all dem vernünftigen Gerede über soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, über eine humanistische Weltwirtschaftsordnung musste man ihm nicht kommen. Hatte der reale Sozialismus diesbezüglich nicht schon genug Irrsinn produziert?

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et immutati@The_open_door
Graf Otto von Achtkant, und@FriedbertvonHohenlohe