Warum treffen Menschen manchmal die falsche Entscheidung und leiden dann darunter? Ist es nicht möglich, sich ernsthaft gedanken zu machen und dann nichts dummes zu tun?

Niemand trifft mit Absicht die falschen Entscheidungen. Aber genauso kann niemand in die Zukunft sehen und schon von vornherein wissen, dass eine Entscheidung sich bald als falsch herausstellen wird. Zudem sind aber auch "falsch" und "richtig" manchmal relativ. Es kommt darauf an, wie man manche Entscheidungen später im neuen Licht interpretiert. Aber du hast ja noch den Leidensaspekt erwähnt. Man muss Entscheidungen revidieren und neue Wege einschlagen, wenn man unter ihnen oder den Folgeumständen zu leiden beginnt. Das hat allerdings nichts mit der "Ernsthaftigkeit" der Gedanken zu tun, die man sich vorher gemacht hat. Man kann so ernsthaft denken, wie man will, Fehler wird man nicht vermeiden können. Etwas Dummes macht man halt, egal, wie ernsthaft man vorher gedacht hat. Wichtig ist, wie man mit den Folgen umgeht. Nicht einfach die Entscheidung bejammern und an der Situation leiden, sondern sie zu ändern, halte ich für den richtigen Weg. Das Leiden ist dabei ein Maß für richtig oder falsch, aber ich beobachte auch, dass manche sich hinter dem Leiden masochistisch verstecken, um nichts ändern zu müssen, weil der Schmerz, den sie erfahren würden, dass sie zu doof und mutlos sind, etwas zu ändern, ihnen noch mehr Schmerzen und Leiden zufügen würde. Da leidet man lieber, weil ja alle an irgendwas leiden - ist auch eine Lebensphilosophie ;)

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