Nach einer fast dreiwöchigen Pause wird es höchste Zeit für das flotte Voranschreiten der SOKRATES-Gechichte; es gibt noch einiges aus Casablanca zu erzählen, bevor es mit Nadia und Basti in den Hattinger Wald geht. SOKRATES Folge 357:

Uri Bülbül
Die Sinnlosigkeit würde wie Pech und Schwefel seine ganze Seele bald ergreifen, wie Teer an ihm kleben und nicht mehr von ihm abgehen, bis er daran allmählich verreckte. Im Grunde war er einsam, isoliert und vollkommen ungefährlich; aber da bricht Ross ihm die Nase und schubst ihn damit auf das Spielfeld. Und nun musste man auf ihn Acht geben. Adonis war sich nicht sicher, wer dies machen konnte. Sollte man in dieser Hinsicht Philomena trauen und ihr die Aufgabe übertragen? Als Flugbegleiterin und Gegenspielerin zu ihm höchst persönlich hatte sie sich gut geschlagen. Marcellus Adonis Narrat hätte gerne gewusst, wo sie im Moment steckte, aber der Militärattaché in Marokko hatte kurzfristig ihre Spur verwischt. «Philomena wird wieder auftauchen, sie kann mir nicht entgehen», sprach er selbstbewusst zu sich selbst und hatte tatsächlich auch die richtige Ahnung, da er sie in Casablanca abgesetzt hatte, wäre doch Rick's Café der nächstliegende Ort, wo sie zu finden sein könnte. Adonis grinste verschmitzt, während Luisa noch immer versonnen und in Tränen auf dem Display ihre reglose Schwester betrachtete. Sowohl in Luisas Mimik als auch in Rick's Café kam Bewegung ins Spiel. Doktor Theresa Wagner tauchte auf der Station in Johanna Matzgers Zimmer auf, sie kontrollierte die Werte, betrachtete kurz die Patientin ncht ohne Anteilnahme an ihrem Schicksal, wie es Luisa aus der Ferne schien und verschwand dann wieder aus dem Videobild und Zimmer. Luisa war durch diese Beobachtung tatsächlich etwas beruhigt. Ihrer Schwester schien es aus ärztlicher Sicht nicht schlecht zu gehen. Sie wollte sich die nächsten Tage ablenken und immer wieder nach Johanna über Video sehen und wenn sie aus dem Koma erwachte, wollte sie wieder schnell zurück fliegen. Bis dahin fühlte sie sich bei Adonis geborgen und sicher.
In Rick's Café erblickte Alice zuerst die beiden Piloten, die hereinkamen und sich orientierend und neugierig umsahen. «Tatsächlich», entfuhr es ihr spontan, «da kommen die beiden Vögel!» Und sie konnte eine gewisse Aufregung nicht ganz verleugnen. Was würde nun geschehen? Was konnten sie und Philomena von ihnen erfahren? Alice hatte die Vermutung, dass sie selbst mehr wussten, als die beiden kurzfristig suspendierten Piloten. Philomena bewahrte gänzlich die Ruhe, auch wenn ein Schmunzeln über ihr Gesicht huschte. Sie wirkte ruhig und zufrieden und schien sich auf die bevorstehende Begegnung und die Gespräche mit den beiden Herren zu freuen. War dies das Salz ihrer Mission? Philomena tat so, als hätte sie die beiden nicht bemerkt. Sie ließ die Herren auf sich aufmerksam werden, was nur einige Sekunden dauerte. Und es entging weder ihr noch Alice, dass die beiden nicht zögerten, auf sie zuzukommen. Alice vermutete, dass Philomena nun so tun würde, als bemerkte sie die beiden jetzt erst. Aber ihre Philomena war auch immer für eine Überraschung gut. Gelassen und entspannt betrachtete sie die beiden Männer und begrüßte sie mit strahlenden und freundlichen Augen.

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