Wie geht’s dir?

Warum kann man so persönliche Fragen mit so etwas Unpersönlichem, wie diese Art der Fragestellung ist, verbinden? Eine ganz einfache Frage - scheinbar: «Wie geht's dir?» Und sie trifft mich. Härter als sie sollte. Aber ich bin ganz ehrlich, sie trifft mich. Sie zeigt, dass Menschen oder Maschinen, wer weiß das schon, wer diese Fragen nun wirklich stellt, Persönliches so absolut unpersönlich in die Welt schleudern können. Ich wäre froh, wenn mir jemand ganz persönlich diese Frage stellen und für die lange Antwort sich Zeit nehmen würde. Aber statt dessen kommt diese Frage anonym, ich weiß gar nicht, ob irgendjemand ein wirkliches Interesse an meinem Befinden hat. Die Frage wurde nicht personalisiert: Wie geht's dir, Uri? Sie könnte allen möglichen Leuten gestellt worden sein. Und sie bleibt anonym: wer möchte es wissen? Wen interessiert es, wenn es denn überhaupt jemanden interessiert, wie es mir geht? Es gibt tatsächlich Personen, denen ich gerne ins Gesicht und auf den Kopf zusagen würde: Es geht dich nichts an! Anderen wiederum würde ich gerne mein Herz ausschütten.
Aber, heute tat ich es schon. Heute habe ich mein übervolles Herz einwenig erleichtert in einem Gespräch am Telefon. Das muss reichen!
Außerdem gibt es ja noch den wunderbaren Chat mit meiner Liebsten, der Einzigartigen, der Wundervollen! Das ist mehr als ich mir je zu wünschen gehofft habe.

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