Hältst du dich für einen glücklichen Menschen?

Glück ist relativ und man muss wahrscheinlich Relationen sehen zu anderen Menschen und Schicksalen, zu Lebensweisen und Lebensbedingungen und zugleich muss man auch die eigenen Empfindungen und Gefühle in Betracht ziehen, wenn man diese Frage beantworten will.
Ich lebe in einem der reichsten Länder der Welt, habe Wohnung und Essen, Wärme und Strom, Internet und fließendes Wasser, habe mein eigenes Lebensideal radikal zu verwirklichen versucht, was mich teilweise in die Bredouille bringt und teilweise sehr erfüllt. Ich bin gesund und habe keine körperlichen Gebrechen. Das sind Dinge, die mich sicherlich zu einem glücklichen Menschen machen und umso größer ist das Glück, wenn man sich dessen bewusst ist und auch bewusst sein sollte, dass nichts im Leben selbstverständlich ist und für alle und immer gilt. Da gibt es Schicksalsschläge, die schlagartig alles verändern können.
Aber Glück ist ebenso nach oben offen wie relativ: das Streben danach findet keine absolute Erfüllung. Immer kann man nach weiteren Glücksmomenten streben und um glücklich zu sein von Situationen und Zielen träumen oder diese anstreben. Und umgekehrt denkt man im Extremfall, solange ich dies nicht erreicht habe, bin ich unglücklich. Wenn man in eine solche Spirale kommt, kann man schnell unglücklich werden. Und es ist leichter als gesagt, dass man diese Spirale vermeiden kann.
Ich bin ein glücklicher Mensch, weil ich darüber nachdenken kann, aber ich bin unglücklich, weil ich mich genau in einer solchen Situation befinde, dass die Sehnsucht mich verbrennt und unglücklich macht. Das zu erkennen wieder ist ein Glücksfall, oder?

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