... Liebe” im Sinne der Privatsphäre?

Ja, das ist ein Teil davon. Aber nicht nur im Sinne von Privatsphäre als Raum für geschützte Informationen, die ich nicht rausgeben will, sondern auch als gefühlsbeladene Ebene mit Ängsten, Eifersucht und Sorgen, deretwegen ich mich vielleicht auch schämen kann. Vielleicht sogar oder erst recht und am meisten vor der geliebten Person schämen. Aber das Nachdenken über Liebe geht ja nicht ohne das Nachdenken über eigene persönliche Erfahrungen, das Reflektieren von Prägungen und Moralvorstellungen. Man kann sich auch schnell im Rahmen einer Liebesphraseologie bewegen und Banalitäten von sich geben, die gut und selbstlos klingen, aber nichts von den Schmerzen und der Lust behandeln, die mit der Liebe verbunden sein können - ich betone: das sein können und nicht unbedingt verbunden sein müssen. Vielleicht geht der Begriff der „Privatsphäre“ auch in den der Tabuzonen über. Es gibt auch Sphären, die man am besten an sich selbst nicht wahrnehmen möchte. Natürlich kann und will ich in aller Öffentlichkeit nichts Konkretes preisgeben. Aber ein gewisses Reflektionsbedürfnis ist ja unleugbar vorhanden und Reflektieren sollte nicht ganz privat sein - nicht für einen Philosophen.

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+3 answers in: “Was ist die eine Sache, die du mit niemandem teilen möchtest?”