Wir werden die dunkle Geschichte des Niklas H. nicht erhellen können in dieser Folge, aber einige Andeutungen seien erlaubt. Maria geht der Sache nun auf den Grund. SOKRATES Folge 368: Und warum löscht Else @Erwachsenenstammtisch ihre Antworten?

Uri Bülbül
«Berufsrevolutionär? Pffft!» machte Niklas Hardenberg verächtlich. Maria Garibaldi und er waren bei ihm zuhause angekommen. Die von ihm geforderten Formalitäten waren schnell erledigt. Maria war 18 Jahre und drei Monate alt; es wurde schriftlich fixiert, dass es sich um ein rein interessebedingtes Praktikum handle ohne jegliche Verpflichtung für Maria, dieses Praktikum durchzuführen. Es wurde ausdrücklich festgehalten, dass Nikals und sie in keinem abhängigen Beschäftigungs- oder Lehrverhältnis zueinander standen und sie jederzeit ohne irgendwelche Nachteile für sich das Praktikum beenden konnte. So versuchte sich Niklas als «gebranntes Kind», wie Maria es nannte, juristisch abzusichern. Als ihre Bemerkung fiel, fiel er aus allen Wolken, fragte mit weit aufgerissenen Augen: «Woher weißt du davon?» Und die Antwort erstaunte ihn noch viel, viel mehr: «Von Kristina!» «Du kennst sie?» Ihm wurde schier schwindlig vor Staunen. Er rang etwas nach Luft und noch stark um seine Fassung. Der „Fall“ lag fast zehn Jahre zurück. Oder waren es nur fünf? Dann dürfte Kristina etwa so alt sein wie Maria, vielleicht ein, zwei Jahre älter. Im besseren Fall wäre sie deutlich über zwanzig. Maria beobachtete ihn in aller Seelenruhe. Und nach einer geraumen Zeit sagte sie sachlich: «Ich bin nicht wegen Kristina Albermann hier!» «Ich muss telefonieren», brachte er schwer atmend endlich heraus. Maria hatte ihn ganz und gar gebügelt und eingesackt: «Bitte», sagte sie kühl. «Du kannst telefonieren so viel du willst, aber du kannst mir auch einfach glauben, dass ich mit dir über Berufsrevolutionäre sprechen will, wie ich es eben gesagt habe!» «Und wie ich es eben gesagt habe, bin ich kein Berufsrevolutionär und du bist bei mir an der völlig falschen Adresse!» «Das wird sich in den nächsten Tagen herausstellen», entgegnete sie. Er ging in die Küche zum Telefonieren. Seine Wohnung war nicht groß. Ein Wohnzimmer zentral, und von da aus gingen die anderen Zimmer, ein Gäste- oder Kinderzimmer, ein Arbeits- und Schlafzimmer und Küche und Bad. In der Küche konnte man auch essen und wie vom Wohnzimmer auf den Balkon. Maria hatte das Gästezimmer bezogen. «Hier kann ich ja bleiben», hatte sie gesagt, noch bevor er irgendetwas kommentieren oder widersprechen konnte, warf sie sich auf das Gästebett. Die Formalitäten hatten sie vorher erledigt, aber er wusste nicht, ob sie ihm in irgendeiner Weise aus der Patsche helfen konnten, in die er zu geraten drohte. War Maria womöglich ein Lockvogel? Wenn ja, wer wollte etwas von ihm? Nun wurde es Hardenberg mulmig zumute: War es doch etwas sehr Ernstes mit dem brutalen Dorfbullen, der bei ihm aufgetaucht war? Nun stand er in seiner Küche, hatte die Tür hinter sich verschlossen und starrte in die Luft. Wen sollte er zuerst anrufen? Seinen Freund den smarten Anwalt Markus Kolbig oder den mysteriösen was auch immer Hermes Psychopompos? Er entschied sich für den mysteriösen Wasauchimmer!

View more