Nicht nur das kleine Wölfchen war in einer finsteren Kiste gelandet, sondern auch der Brutalo-Kommissar Alfred Ross. Nach einer 5-monatigen Pause geht es nun endlich flott weiter mit SOKRATES, dem kafkASKen Fortsetzungsroman Teil 375:

Uri Bülbül
Während beim Polizeichef der Hauptstadt von Gabun eine seltsame Meldung einging, war in einer bundesdeutschen Landeshauptstadt im Innenministerium klar, dass ein Flirt zwischen dem Innenminister und seiner Staatssekretärin Katja Hardenberg nicht weit genug ging und für den männlichen Part, nicht erfolgversprechend war. An die früheren erotischen Erlebnisse mit Katja sollte der Minister so schnell nicht wieder anknüpfen können. Sie musste in ihm Hoffnung wecken, aber ihn zugleich kurz halten. Nur so konnte sie ihn mit den Waffen einer Frau handzahm machen und dies erschien ihr dringend nötig, denn die einsame Entscheidung des Ministers den Chef der Psychovilla auszuwechseln, ohne sie zu fragen oder auch nur zu informieren, missfiel ihr in höchstem Maße. Das wollte sie auf gar keinen Fall so auf sich sitzen lassen. Dennoch war klar, dass Doc Parranioa mit einem R zuviel im Namen nun definitiv aus dem Rennen schied, während eine Hexe, Katja sprach in diesem Fall am allerliebsten von einer «möchtegern Hexe», seine Stelle einnahm. Was in drei Teufelsnamen konnte Else @Erwachsenenstammtisch besser machen als ihr Vorgänger? Nun war dieser Mord schon geschehen, das Kind also in den Brunnen gefallen, der Skandal um die Villa nicht zu vermeiden, da übernahm sie das Amt der Sanatoriumsleitung. Oder ging es dem Minister darum, Else eins auszuwischen? Eine bisher liebenswerte und unbescholtene Person in einer Welt voller Fragen und Fragwürdigkeiten – was sollte sie getan haben, um den Innenminister so zu reizen, dass er ihr eins auswischen wollen sollte? Die Besprechung blieb für Katja Hardenberg vorerst ergebnislos und die neue Anstaltsleiterin im Amt, das sie nun bald antreten sollte. Katja überlegte, Else höchst persönlich bei der Amtseinführung zur Seite zu stehen. Unter dem Zeichen der Freundschaft war man den Menschen immer nah genug, um auch ein wenig Kontrolle über sie zu erhalten und Einblicke zu gewinnen, die sehr hilfreich sein konnten.
Auf dem Marktplatz war ein Mann aus dem „quadratischen Ei“ geschlüpft. Wer hatte das Ei gelegt? Und dann ausgerechnet auf dem Marktplatz? Was sollte das? Der Polizeichef der Stadt schüttelte den Kopf über diese Sache. Ein schwarz überzogener Aluminuimwürfel, ein Container mit einer Schallisolierung mitten auf dem Marktplatz und darin ein Mann, halb im Delirium, halb tot durch die Hitze, die unter der sengenden Sonne schnell entstand. Als ob der Container für so etwas erdacht worden sei. Wenn man Leute umbringen wollte, warum machte man das dann nicht einfach, sondern konstruierte so einen Aluwürfel? Das hatte sich sicher ein Amerikaner ausgedacht, meinte der Polizei-Chef. Und um zu provozieren, mitten auf dem Marktplatz in Libreville den Würfel mit einem unliebsamen Agenten abgestellt. Er halbtot, delirierte im Krankenhaus unverständliches Zeug vor sich hin. «Ich werde ihn mir selbst ansehen», beschloss der Mann. Das wollte er nicht anderen überlassen und dann von Dritten ungenaue Informationen erhalten.

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