Was ist eigentlich aus dem armen Wölfchen, das in der Kiste eingesperrt ist, geworden? Gibt es eine Rettung für das Tierchen, das unter furchtbarem Verdacht steht? Zunächst aber kommt die SOKRATES Folge 392: Hoffmann und Lapidaria im Kräftemessen...

Uri Bülbül
«Ich habe einen richterlichen Beschluss, der Sie von dieser Pflicht entbindet», stellte der Kommissar gelassen fest. Aber Schwester Maja wollte sich nicht so schnell unterkriegen lassen und fügen: «Ach was», tat sie überrascht, «doch nicht etwa von ihrer Frau!» Aber Hoffmann war eine harte Nuss. An ihm konnte sich die Beißzange im psychiatrischen Pflegedienst ihre Giftzähne ausbeißen. «Nicht doch», antwortete Hoffmann, «den Beschluss hatte Kollege Ross schon bei einem anderen Richter beantragt, aber leider kam er bisher nicht dazu, die Befragung selbst durchzuführen. Auch dem werde ich bei dieser Gelegenheit nachgehen», fügte er hinzu, indem er Maja tief in die Augen sah. Ihre Wangen röteten sich etwas, er sah es und sie spürte es durch eine kleine peinliche Hitzewelle. «Es ist Wut», suggerierte sie sich selbst im Stillen. «Ich werde es diesem arroganten Hund schon zeigen!» Er schmunzelte. Warum schmunzelte er? «Schwester Maja, wir sprechen uns noch», sagte er sehr freundlich. Mit einem „Ja gerne“ wandte sie sich ab. „Wir sprechen uns noch“! Pah! Das konnte man auch ganz anders verstehen, er hatte es zwar sehr freundlich gesagt, als wäre es ein nettes Versprechen zu einer herzlichen Verabredung, aber nein, nicht immer macht der Ton die Musik, sagte sie sich. «Du bist ein Fall für den Container, Hoffmann! Dein letztes Stündlein hat geschlagen» tobte es hinter der eiskalten und ruhigen Fassade in Schwester Majas Kopf. Was sie aber nicht wusste und auch nicht einmal ahnen konnte: das Schicksal sollte ihr eine noch viel bessere Gelegenheit bieten sich an Hoffmann zu rächen, als ihn in die Black-Box einzusperren und auf „die Reise zu schicken“. Und darin sollte auch Friedhelm Förster seinen Part spielen, wenn es auch eine äußerst tragische Rolle war.
Philomena, Alice und die beiden Piloten der Luftwaffe in Rick‘s Café in Casablanca. Ein romantisches Zusammentreffen an einem symbolischen Ort der Begegnungen, Hoffnungen, an einem Ort des Umschlages falscher Papiere und Visa, um in neue gelobte Länder aufzubrechen und dort ein neues Leben anzufangen. Flucht und Migration bleiben ein schier unerschöpfliches Menschheitsthema, solange es Elend, Armut, Krieg, Hunger Seuchen und Krankheiten gibt. Das alles subsummiert das deutsche Asylrecht unter „Wirtschaftsflucht“. Die wahren Ursachen dieser Verhältnisse sollen nicht weiter beleuchtet werden. In nahezu 80 Jahren in der technologisch so großartigen Menschheitsgeschichte der Moderne bleibt der Geist des Menschen individuell wie kollektiv weit hinter allem zurück, was nötig und theoretisch möglich wäre, um die Welt global in ein Paradies für alle zu verwandeln. Lauter Fragen: Was ist der Mensch? Was ist das Menschliche an ihm? Was bedeutet „Paradies für alle“? Lauter schwerwiegende Fragen; die Antworten aber bleiben aus. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll zu suchen. Kann es irgendjemanden geben, den es interessiert? Einen Gott vielleicht? Einen, wie auch immer gearteten Gott?

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