Die SOKRATES-Folge 396 war Basti @Maulwurfkuchen gewidmet. Nadia Shirayuki hat sich in ein child of love verwandelt und ist mit Gaston de Pawlowski unterwegs in den Hattinger Wald und Rufus im Polizeibus unterwegs ins Polizeipräsidium. Der Mord an Ayleen kann nicht ungesühnt bleiben: SOKRATES 397:

Niemals! Frank Norbert Steins Werkstatt sonst immer angenehm kühl und wohl temperiert zum Arbeiten verwandelte sich bei diesem Wort, das eine finstere Gewitterwolke darstellte, in eine Sauna. «Niemals werde ich zulassen, dass meinen Leuten, irgendetwas zustößt!» würde Schwester Lapidaria später in einem Gespräch mit ihm, das er so sehr fürchtete sagen. Aber in dem Moment, als er schweißbadend in seiner Werkstatt stand, konnte er diese Reaktion nicht ahnen – vielmehr befürchtete er einen furchtbaren Vorwurf: Niemals hätte er Rufus aus den Augen lassen dürfen. Und niemals hätte er den Förster zu Hilfe rufen dürfen und niemals hätte er zulassen dürfen, dass Rufus das Gartenhaus nutzte. Niemals hätte das, was nun passiert war, passieren dürfen – so einfach konnte man das zusammenfassen. Und nun war der Schlamassel perfekt. Es verschwanden mysteriös Menschen in dieser Gegend. Das konnte man gut und gerne auf den Hattinger Wald schieben. Er war verzaubert oder verflucht, niemand wusste es so genau, aber irgendetwas war mit ihm. Nun aber war die erste Leiche da! Ausgerechnet im Gartenhaus des Sanatoriums und Rufus, der Gärtnergehilfe war der Hauptverdächtige – man konnte auch sagen: man hatte ihn in flagranti erwischt. Das hieß im Klartext: er war ein Leichenschänder – mindestens ein Leichenschänder, wenn nicht gar der Mörder. Wer sonst sollte die Frau umgebracht haben? Er konnte nur hoffen, dass der Verdacht nicht auf ihn fiel! Er hielt es für durchaus möglich, dass die Polizei ihm Komplizenschaft unterstellte. Er zitterte vor Angst. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis sie an seine Tür klopften. Er hatte auf keine zu erwartende Frage eine glaubwürdig wirkende Antwort. Er konnte sich vor Aufregung und Panik auch keine Fragen zusammenreimen, auf die er schon mal im Vorfeld Antworten zurechtlegte. Sicher würde man ihn nach seinem Alibi fragen. Was sollte er darauf antworten? Wie lange war diese Frau tot? Wieviel Tage musste er zurückdenken und sich erinnern, was er am Vormittag, am Mittag, am Abend, in der Nacht getan hatte? Schon für den Vortag konnte er das nicht ganz genau sagen und je mehr er darüber nachdachte, desto mehr entzogen sich die Dinge seiner Erinnerung. Wann hatte er im Heizungskeller die Warmwasserpumpen repariert? War das gestern Nachmittag oder heute Morgen? Vor einigen Tagen hatte er die Kette der Motorsäge geschliffen. Wieviele Tage lag das nun zurück? Er hatte die Motorsäge seitdem nicht mehr benutzt! Und was genau Rufus getrieben hatte, konnte er erst recht nicht sagen. Aber genau das hätte eben niemals passieren dürfen! Er hätte auf diesen Vogel besser aufpassen müssen. Und da war doch letztens auch einfach ein junges Mädchen aus dem Wald im Sanatorium aufgetaucht. Sie schob einen Motorroller, weil sie keinen Sprit mehr hatte. «Wann werden sie zu mir kommen? Wann werden sie zu mir kommen?», hämmerte es in Norberts Kopf. Und plötzlich drehte er sich wie von der Tarantel gestochen um.

The answer hasn’t got any rewards yet.