Wann gibt es das nächste Geschichtenstück?

Nach 10 Tagen dieser Frage jetzt SOKRATES-Folge 421:
Ein weißer Hund mit etwas Grau auf dem Rücken und einem mächtigen Kopf wie von einem Dogo Argentino, mit großer, kräftiger Schnauze und hellblauen strahlenden Augen. Der Hund hatte aufgrund seiner Größe und seines Kopfes mit dem mächtigen Maul etwas Furchteinflößendes. Der Mann trug eine rote Leine mit einer schwarzen dehnbaren Verlängerung in seiner linken Hand lässig aufgerollt, während der Hand frei vorne weg lief und ab und an links oder rechts in den Büschen verschwand, weil er etwas Interessantes für sich geschnuppert oder gehört hatte. Der Mann setzte seinen Weg gelassen und gemächlich fort, ab und an drehte er sich nach seinem Hund um, ob er nicht vielleicht hinter ihm auftauchte, weil er die Stelle, an der er in den Büschen verschwunden war, längst passiert hatte. Der Mann blieb aber nicht stehen, wartete nicht auf seinen Hund; er hatte ein grenzenloses Vertrauen in seinen vierbeinigen besten Freund, dass er irgendwo wieder auftauchen und zu ihm zurückkehren würde. Was für eine schöne Verbundenheit war das, und der träumende Theaterphilosoph beneidete den Mann um diesen schönen, kräftigen und ihm so liebevoll verbundenen Hund. Von seinem Streifzug rückkehrend, tauchte dieser hinter dem Mann auf dem schmalen Pfad wieder auf und rannte schnell auf sein Herrchen zu, an ihm vorbei, wobei er leicht die Hand mit der Leine streifte und auf eine Weggabelung zu, die vor ihnen lag. Ein zufriedenes Lächeln huschte dem Mann übers Gesicht, aber eines, das Wehmut und Melancholie in sich barg. Eine Melancholie, die im Theaterphilosophen, der auf seinem Schreibtischstuhl schlummerte, zu einem Felsen auf der Brust heranwuchs und ihn im Schlaf zu erdrücken drohte, so dass er fast keine Luft mehr bekam und keuchend die Augen aufriss. Das Letzte, was er von seinem schieren Albtraum behalten hatte, war die Stimme des Delphinjungen, der aufgeregt rief: «Los! Los! Mach schnell, pack dein Gerät zusammen, wir müssen das arme kleine Wolfi retten.» Den verständnislosen Geodät nahm Uri Nachtigall nicht mehr wahr oder vergaß diesen Teil seines Traumes, noch bevor er in sein Bewusstsein vordringen konnte. Gaston de Pawlowski aber radelte hoch über den Baumwimpfeln und rief zu Nadia hinunter, die auf dem Waldweg ging, «Pardon Madame, das sollten Sie wirklich mit eigenen Augen sehen. Der Junge hat den Landvermesser dazu gebracht, ihn zu begleiten, aber der Landvermesser hatte zuvor noch interessante Beobachtungen auf dem Wasser gemacht. Dort ist das Seeräuberschiff und der kopflose Kapitän auf der Brücke will Fahrt aufnehmen, lässt die Segel setzen!» «Ja, wahnsinnig interessant, da ist auch Rudi Rüssel, dieses seltsame Nasentier, größer als eine Ratte, kleiner als eine Katze und hat einen Namen, den ich mir kaum merken kann.» «Solenodon, Madame», sagte Gaston. «Ja, ja, der Schlitzrüssler», brummte widerwillig Nadia. Sie musste gewiss nicht auf das Fahrrad dieses Typen steigen, um zu wissen, was gespielt wurde.
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Otto, der Wander-Wunderheiler@hedwig498448