Wer oder was ist deine Muse?

Lari Kohlrabi
Madame Kohlrabi, ich kann darüber nicht schreiben, ohne in Teufels Küche zu kommen. Ich werde Sie auf jeden Fall noch einmal nun in SOKRATES als Lara erwähnen, ohne Sie zu Wort kommen zu lassen, aber seien Sie versichert: SIE sind NICHT meine Muse! Aber ich glaube auch nicht, dass diese Antwort sie überrascht. Dieser Teil aber, der nun folgt könnte, wenisgtens etwas Neues enthalten:
Lassen wir namentliche Konkretisationen weg und verkürzen, was ich seit drei Jahren er- und durchlebe: Meine Muse ist die Qual! Mal süß, mal bitter, mal mich an den Rand des Wahnsinns treibend und mal darüber hinaus und immer mit einem Funken in den Augen, was ich als ein Leuchten für mich interpretiere und als Funken der Hoffnung. Meine Seele versinkt in Finsternis, es ist Gift, was ich zu mir nehme, aber eben auch Rauschgift, wovon man sagt, es inspiriere auch. Letztlich aber bei aller Lust, zehrt man aus, brennt nieder und erlischt. Die Muse ist die Flamme, die die Kerze vernichtet, während der alte Friedrich mir zuflüstert:
Nun stehst du bleich,
zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg, Vogel, schnarr
dein Lied im Wüstenvogel-Ton.
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Hohn.
Nein, mir gelingt das Verstecken nicht, kein Eis, kein Hohn; die Muse ist eine Qual, mal eine süße Qual und mal eine heiße - immer aber eine ausmergelnde.
Nur wer die Sucht kennt, weiß, was ich leide - nein, es ist keine pharmazeutische Droge, kein Alkohol, kein weißer Schnee - die Sehnsucht ist's, die mich quält und zugleich zur Muse mir gereicht.
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Otto, der Wander-Wunderheiler@hedwig498448