Nach ein bisschen rhetorisch aufpolierter Jammerei auf die Frage nach meiner Muse, muss nun SOKRATES eine weitere Folge erleiden... Schaut, was der intertextuelle Akrobat nun ungelenkt hervorzaubert - SOKRATES Folge 423:

Uri Bülbül
Frank Norbert Stein stand das Wasser bis zum Hals, wenn nicht gar höher. Ben schwankte zwischen Genugtuung und Mitleid für ihn. Eine Leiche in der Gartenlaube, Polizei überall im Sanatorium und dann noch das mit seinem Gehilfen. Das alles war sehr, sehr viel für den Hausmeister – einfach zu viel! «Warum kommst du nun damit zu mir?» fragte er ihn. Und fügte hinzu: «Warum gehst du nicht zu Betti und Lara?» «Da war ich schon. Die beiden haben das Sanatorium verlassen, sind weg, abgereist, Schluss, Aus!» «Die Glücklichen», sagte Ben, «Wenigstens für die beiden ist der Horrortrip zu Ende!» «Meinst du, die haben das Wölfchen mitgenommen?», fragte Norbert flehend, diese Frage möge bejaht werden. Aber diesen Gefallen konnte Ben ihm nicht tun. Außerdem wäre die Lüge kein Gefallen für den Hausmeister. «Als ob dich meine Meinung interessiert!», versuchte er dem zwei Meter großen Mann auszuweichen. Ben setzte sich auf sein Bett und wies Norbert den einzigen Stuhl, den er im Zimmer hatte: «Setz dich!» Norbert gehorchte. «Erstens ist das kein „Geisterseherscheiß“ und zweitens kann ich nichts dafür, ich habe mir das nicht ausgesucht, habe mir nicht gesagt: Mensch, Ben, du alte Rumpelkammer für langweilige Philosopheme, mach was Aufregendes aus deinem Leben und sprich mit Toten. Sie können dir ihr Leid klagen und du therapierst sie! Gut, dafür fliegst du aus mehreren Schulen, wirst als Lügner und Phantast beschimpft und der Verleumdung bezichtigt und schlussendlich für durchgeknallt erklärt und landest in einem Irrenhaus… oh Verzeihung… ich meinte natürlich in einem psychiatrischen Sanatorium am Rande des Hades!» Er erntete für seine Rede nur ein «Jaja» vom Hausmeister. Das allerdings empörte ihn noch mehr: «Jaja! Ich glaube, ich spinne! Und der Hausmeister ist höchstpersönlich ein Produkt des Doktor Frankenstein!» Darauf reagierte Norbert nun: «Du kennst Viktor?» «Du kennst Viktor?», wiederholte Ben höhnisch. «Junge, dazu muss man nicht den „Geisterseherscheiß“ können – Viktor Frankenstein kennt jeder! Und wenn du mal in den Spiegel schaust und ein Foto von Boris Karloff daneben hältst, wirst du schon erkennen, wer du bist.» Norbert schien ernsthaft nachzudenken und den Versuch zu unternehmen, Ben zu folgen, aber er gab es auf. «Weiß nicht, was du mir sagen willst! Reg dich doch nicht so über meinen Ausdruck auf. Ich nehme den „Scheiß“ zurück, okay? Aber du siehst doch Geister? Und genau darum geht es mir jetzt!» «Jaja, „Geister“ ist klar! Willst du mich verschaukeln? Hat dich Schwester Maja geschickt? Geh und teste mal den jungen Patienten… ach Verzeihung „Gast“, ob er immer noch bei seinen komischen Behauptungen bleibt, oder können wir ihn bald entlassen und neue „Gäste beherbergen“?» Als Norbert den Namen Maja hörte, machte er einen kleinen Satz auf seinem Stuhl und seine Nervosität stieg so deutlich, dass selbst ein herzloser Fels hätte einen psychiatrischen Attest ausstellen können. «Maja? Wie kommst du jetzt auf Maja?»

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