Ausruf, Zustimmung ausdrücken, Bewunderung für die Leistung eines Schauspielers?

Bravo! Da Capo!
ask kann ja auch mal Kreuzworträtselniveau erreichen - mit Politik, Philosophie und Literatur hat es ja nur mäßig bis saumäßig geklappt. Nichtsdestotrotz wird die nächste SOKRATES-Folge nicht ausbleiben. Folge 355 ist schon 9 Tage alt https://ask.fm/Klugdiarrhoe/answers/146959110329 und die 356. kommt heute... Solche langen Abstände in den SOKRATES-Folgen gab es schon lange nicht mehr. Wird Zeit, dass ich mich wieder dem Schreiben widme ^^

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Die 356. Folge des SOKRATES ist fällig, schauen wir doch einmal etwas in den Kopf und in die Gedankenwelt des Marcellus Adonis Narrat - wer ist dieser alte Kerl, welche Macht besitzt er, was geht in seinem Kopf vor? Welche Rolle spielt er - Fragen über Fragen des Romanautors an sich selbst...

Der Airbus war inzwischen in Libreville, der Hauptstadt von Gabun, gelandet und hatte seine zugewiesene besonders gut gesicherte Parkposition erreicht. «Wir sind hier in Libreville», erklärte Adonis Luisa, «wenn du magst, Liebes, können wir uns die Stadt ansehen und auch eine Nacht hier verbringen. Dann fliegen wir auf die Malediven, bleiben dort, solange du Lust hast.» Luisa erwiderte seine Sätze mit einem herzzerreißend rührenden Blick in Melancholie und Versonnenheit. Darin waren Trauer, Schmerz, Unsicherheit, Sehnsucht, Liebe ineinander verschmolzen. Mit einer derartigen Tiefe der Empfindungen hatte Adonis nicht gerechnet. Seine Rührung verunsicherte sogar ihn selbst. Er spürte ihre junge angeschlagene Seele und hatte die wärmsten Empfindungen für Luisa, was keineswegs sich auf ihren jungen begehrenswerten Körper bezog. Unwillkürlich erschien ein sanftes Lächeln auf seinem Gesicht und ließ auch seine Augen erstrahlen. «Ich habe direkten Kontakt ins Krankenhaus, schau mal, Liebste!» sagte er und hielt ihr sein Handy hin. Da ist eine Video-Liveschaltung in die Intensivstation direkt zu deiner Schwester. Sie schläft ruhig und entspannt, damit der Heilungsprozess nicht durch unnötigen Schmerzstress verzögert wird und alle Werte sind in Ordnung. Überzeug dich selbst.» Dankbar, überrascht über so viel Verständnis und neugierig nahm Luisa das Handy und starrte lange auf das Display; in ihren Augen standen Tränen: «Sie hat unseren Vater umgebracht!» Marcellus Adonis Narrat zögerte oder besser: er wartete ab, bevor er mit einer Antwort zu voreilig Wunden in Luisas Seele riss. Er kannte den alten Metzger und seine Umtriebe. Er wusste nur zu genau Bescheid. Schade um diesen Ross, meinte er, still für sich. Narrat hielt ihn für einen aufrechten Kerl, auch wenn er wirklich abartige Allüren entwickelt hatte. Aber Ross schaffte es ja auch nicht, Ordnung in die ganze Geschichte zu bringen, wenn man das überhaupt eine Geschichte nennen konnte. Völlig unnötig neigte der unglückliche Hauptkommissar zu unkontrollierten wie unerwarteten Gewaltausbrüchen. Er brach diesem harmlosen Spinner von Theaterphilosophen die Nase, den es dann geradezu direkt panisch in die Psycho-Villa verschlug. Dort konnte dieser Kerl zu einem Sicherheitsrisiko werden. In seinem Theater war er mit ästhetischen Belanglosigkeiten beschäftigt, was er für Kunst hielt und unabdingbar für diese Gesellschaft. Er schrieb auf Facebook und auf seinen eigenen Internetseiten und auch auf den Internetseiten des Theaters und seiner sogenannten „KulturAkademie“ mit dem lächerlichen großen A inmitten des Wortes scharfzüngige Polemiken zu Kunst und Politik und schlug sich in sinnlosen Kämpfen mit irgendwelchen diskussionsfreudigen Facebookfreunden herum und setzte sich überdies für die Belange des freien Theaters in Politik und Verwaltung ein, was ihm nur Feinde in der Kommune bescherte. Auch großartige Solidarität und Anerkennung von seinen bedeutungs- wie harmlosen Freunden bekam er nicht.