Ask @Klugdiarrhoe:

Ich werde mich dafür einsetzen dass die dein behindertes Theater schließen werden ich gehe jetzt Unterschriften sammeln ich werde dir alles wegnehmen was dir im Leben wichtig ist selbst deinen schlechten Roman werde ich dir wegnehmen digga

Ja, das klingt nach einem ambitionierten Vorhaben. Unterschriften sammeln, aber hier erst einmal anonym große Schnauze. Das ist schön. Jedenfalls hast du schon mal einen Plan. Schaffst du es denn, den Text für die Unterschriftensammlung selbst zu schreiben, oder soll dir da ein Fachmann behilflich sein. Wenn du mich so nett drum bittest, wie du ja bis jetzt so den Kontakt zu mir gesucht hast, springe ich dir gerne bei.

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Ja, du hast einen Traum. Wichtig ist, dass du immer wieder in deinen Träumen schwelgst, es vielen Menschen erzählst, aber nicht ins Handeln kommst. Handeln wäre zu anstrengend. SO TICKEN PINSER UND HAMSTERRADSPACKOS

In der Tat, ich habe Träume, Ideen, Ideale - alles sehr unterschiedliche Dinge. Und von allem ist etwas da. Ich erkläre auch gerne die Unterschiede. Ich schreibe, ich kommuniziere, ich lerne. Vergangenen Donnerstag hatte ich die Ehre vor einem bedeutenden Publikum über die Frage: «Was ist frei an der freien Kulturszene» philosophierend sprechen zu dürfen. Wenn man Kommunizieren, Erzählen, Nachdenken aus der Kategorie des Handelns nimmt, wird die Tat zu einer gefährlichen und zerstörerischen Waffe. Handeln kann nicht sein, dass man bedroht, verletzt und tötet, was einem nicht in den Kram passt. Ich warne vor einem zu eng gefassten Verständnis des Handelns. Nein, Anstrengungen scheue ich nicht - blinder Aktionismus ist kein sinnvolles Handeln. Das gebe ich zu bedenken.

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+2 answers in: “Was ist in Deinen Augen die Hauptantriebsfeder für unvernünftige Dinge, die Menschen tun? Was ist Deine Hauptantriebsfeder um unvernünftige Dinge zu tun? Ab wann ist etwas überhaupt unvernünftig? Bzw. gibt es für Dich eigentlich unvernünftige Dinge?”

Eine wichtige SOKRATES-Frage über das Wölfchen in der Kiste, das bald zu ersticken droht, ist angekommen und wie ich diese Frage sofort mit einer Folge zu beantworten suchte, machte sich die Geschichte wieder selbständig und ging einen anderen Weg. SOKRATES Folge 419:

Uri Bülbül
«Na ja», setzte Oberländer zögerlich zu einer Antwort an, «die Nachricht über die mysteriöse Flucht des tatverdächtigen Gärtnergehilfen war so eben über Funk gekommen. Ich wollte gerade vom Waldweg auf die Landstraße abbiegen. Da stoppte ich und sah mich um. Wie der Zufall es so will, hätte der Flüchtige ja hier irgendwo in der Nähe sein können. Und da sah ich die beiden Personen...» «Verstehe», brummte der Kommissar. Ich hätte ihn nicht zurück beordern sollen ging es ihm durch den Kopf. Er bedauerte es, Oberländer wieder in seiner Nähe zu haben. Andererseits musste er diesem Kerl so kurz nach dem Verschwinden des Tatverdächtigen aus einem Polizeibus mit sechs Beamten so schnell wie möglich ins Antlitz und genau in die Augen sehen. Der Fahrer des Busses, neben ihm sein Beifahrer, hinten beim Häftling vier weitere Beamte, zwei von ihnen, die für Hoffmann als besonders vertrauenswürdig galten und die er höchstpersönlich aus ihrer Freizeit in den Dienst zu diesem Einsatz gerufen hatte, weil er ganz sicher gehen wollte. Was aber passierte statt dessen? Der Häftlingstransport kam ohne eine nennenswerte Verspätung im Polizeipräsidium ohne den Häftling an. Und sechs Beamte wollten nicht wissen, wie das passieren konnte. Oberländer wartete geduldig, bis sein behäbiger Chef aus seinen Gedanken wieder zu ihm zurückkehrte. Natürlich fragte sich Oberländer auch, als er so vor seinem nachdenklichen Chef stand, wie es sein konnte, dass auf einem amtlichen Dokument, das so zweifelsfrei echt war und gemeinhin als fälschungssicher galt, eine Adresse stehen konnte, bei der die überprüfte Person nicht nur nicht gemeldet war, sondern die gar nicht existierte. Es gab keine Leviathanstraße in der Stadt. Vielleicht war es das Beste, wenn er nun seinem Chef vorschlug, gemeinsam mit ihm ins Präsidium zurückzukehren. Sie hatten sich lange genug im Wald und in der Psycho-Villa aufgehalten. Die ganze Gegend hatte eine seltsame Ausstrahlung, aber das einfach so seinem Vorgesetzten zu sagen, war ein Ding der Unmöglichkeit. Oberländer wusste, dass Hoffmann ohnehin nicht viel von ihm hielt. Wenn er nun auch noch solch einen Vorschlag machte, wäre er gänzlich unten durch. Wie lange die französische Revolution ging, war doch wirklich mehr als egal! Das hatte er doch nur so daher gesagt, sollte quasi ein Witz sein! „Der letzte überlebende der französischen Revolution“! Meine Güte! Darüber konnte Julius Hoffmann ins Sinnieren geraten! Aber nein, Oberländer wollte sich nicht aufregen. Soll doch der Chef sinnieren, worüber er will, sagte er sich. Er war wie befohlen zur Stelle und wartete auf weitere Anweisungen. Erst sollte er ins Präsidium, dann sollte er auf halbem Weg wieder zurück. Wie es dem Chef beliebt, er hatte alles richtig gemacht! Und eine Zeugenbefragung auf eigene Faust als Kriminalassessor konnte doch kein Dienstvergehen sein. Sollte man nicht auch eigenständig denken und handeln? Er ahnte nicht, dass sein Chef ihn der Verschwörung und der Lynchjustiz verdächtigte.

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:-))

Otto, der Wander-Wunderheiler hat mir vor drei Monaten ein Lächeln geschenkt. Ich könnte das auch als einen Gedankenstrich auffassen und gegen einen kärglichen Punktelohn ein paar Gedanken loswerden. Jedenfalls finde ich Wander-Wunderheiler weitaus besser als Arzt und Pharmazeut. Denn dieses Gewerbe der Pseudoheilkunst ist mir zuwider. Die Krankenhäuser sind anstatt human weiterentwickelt zu sein zu Sanatorien, kaputt gespart zu Fleischereien für körperliche Leiden. Das sogenannte Gesundheitswesen widert mich an, pseudowissenschaftliches, arrogantes Pfuscherpack, Halbgötter in weiß. Da ist mir ein Wander-Wunderheiler deutlich sympathischer. Da steckt neben Magie und Hoffnung auch Bescheidenheit, die bereit ist auf ein Wunder zu hoffen. Während in Krankenhäusern Menschen zu Tode verarztet werden, wenn sie ernsthaft erkrankt sind, kommt der Wander-Wunderheiler zum kranken und leidenden Menschen nachhause, bringt Hoffnung, Mitleid und durch Handauflegen Nähe und Wärme mit und siehe, es geschehen Zeichen und Wunder, während die eiskalte Rationalität der Schulmedizin den Menschen in seine Einzelteile zerlegt und alles was organisch und lebendig war zum pathologischen Stückwerk macht. Nein, die moderne Medizin ist wie die ganze technologische Zivilisation zum Schämen mies. So habe ich mich entschlossen, mich um ein flauschiges Friedhofsplätzchen auf meinem Lieblingsfriedhof, wo ich mit meinem besten Freund spazieren gehe, zu bemühen und bis zur Belegung dieses Plätzchens durch meine Körperlichkeit so gesund wie möglich zu bleiben. Eine sinnvolle Alternative wäre auch ein Zyanidkäppselchen, was ich zerbeißen kann, während im Notfall irgendein Gutgläubiger den Notarzt ruft. So färben Gift und Galle meinen Humor schwarz, und ich sage euch: kommt jetzt nicht auf die Idee, mir die positiven Seiten der Medizin aufzuzählen. Niemand braucht die Apologetik des Bestands, dafür alle die Kritik des Verstands, damit wir nicht in Stagnation und Dummheit ersticken. Die Idee, aus Krankenhäusern Sanatorien zu machen und das Heil in der Erhaltung der Gesundheit zu sehen und den Heilberuf in einem Paradigmenwechsel neu zu betrachten, ist so schlecht nicht, finde ich. Aber ich bin ein elender Weltverbesserer und manchmal ist es besser, man lässt das Verbessern sein.

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Was sind Deine größten Hoffnungen im Bezug aufs älter werden? Wie gehst Du mit hoffnungslosen Zeiten um? Was gibt Dir immer wieder Hoffnung?

Renate kein VIP
Das Älterwerden bzw. das Altwerden verbinde ich nicht mit Hoffnungen. Was soll man sich denn vom Altwerden erhoffen, dass man bald die Last des Irdischen hinter sich lässt? Ich teile die Hoffnung, die auch mein Vater sehr bewegt hat: Altwerden ohne ein Pflegefall zu werden und dann plötzlich zum Beispiel an einem Herzinfarkt zu sterben. Mein Vater am liebsten auf der Arbeit. Da meine Arbeit ja im Wesentlichen zuhause vonstatten geht, könnte ich an meinem letzten Text schreibend ableben.
Hoffnungslose Zeiten kenne ich nicht; die Hoffnung trägt man in sich und nicht in der Zeit. Nach Auswegen suchen, die Phantasie spielen lassen, dem Schicksal ein Schnippchen schlagen - das sind menschliche Herausforderungen. Kraft schöpft man am besten aus der Kraft, die um einen vorhanden ist, von anderen Menschen, von schönen Spaziergängen, aus der Natur und von Haustieren. Auch Gärten geben Kraft. Ich finde meine Hoffnung in guten Ideen und in meinem Wunsch, diese zu realisieren. Das ist erfüllend und stärkend.

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Gesundheit ist nach der Definition der WHO der "Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens" - Wie gesund schätzt du dich selbst ein nach dieser Definition?.

Quante der 777te aka DeKideV
Wie schön, dass du diese Definition aufs Tapet bringst *-* Passt bestens zu meinen Überlegungen und Schreibereien an SOKRATES, dem kafkASKen Fortsetzungsroman. Beinahe hätte ich im Laufe der 418 Folgen meine Ursprungsintention aus den Augen verloren. Die seelische Gesundheit eines Künstlers und Literaten ist schon seit Jahrhunderten in der bürgerlichen Gesellschaft ernsthaft bedroht; das steht in direktem Zusammenhang mit dem Aufkommen des Protestantismus im Frühkapitalismus zusammen, ich begnüge mich hier lediglich mit dem Hinweis auf die soziologischen und philosophischen Arbeiten von Max Weber. Das ökonomisch-utilitaristische Denken bekommt eine moralische Salbung mit der Betonung der biblischen Formel: "im Schweiße deines Angesichts" - die ideelle Sorglosigkeit der ebenso biblischen Formel "seht die Vögel! Sie säen nicht, sie ernten nicht und der himmlische Vater ernährt sie doch!" gerät völlig in den Hintergrund: wer musiziert, dichtet, malt oder gar moralisch am verwerflichsten Theater spielt, vergeudet ökonomisch wertvolle Zeit wie die Grille in der Fabel mit der Ameise. Kunst und Kultur sind Hobbys, das kann man machen, wenn man genug Nützliches verrichtet hat - die Formel von der "brotlosen Kunst" :'(
Nun kann man sich fragen: ist das der Ausdruck einer schon vorhandenen oder der Ausbruch der Krankheit?
Ich persönlich habe ein künstlerisch freies Leben gut und sicher leben können, dank meinem Vater, der als Landvermesser sein Geld verdiente im Angesicht seines Schweißes wie die Ameise und zugleich den Anblick seines Sohnes sehr zu schätzen wusste, der sich wie die Grille gänzlich der Lust des Schmusend mit den Musen hingab. Doch blieb seine Sorge, die Hölderlin in seinem Gedicht "Hälfte des Lebens" in der zweiten Strophe so ausdrückt:
Weh mir, wo nehm' ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.
Und mein Vater hat gedacht: Weh meinem Sohn, wo nimmt er, wenn ich nicht mehr bin, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Und in der Tat er nahm es aus einem freien Theater, als dessen Sprecher, Schreiber und Philosoph er sich betätigte ohne soziale Absicherung von der Hand in den Mund.
Das geht nur, wenn der Organismus ordentlich funktioniert. Gewiss aber ist, dass ein soziales und geistiges Wohlbefinden sich unter diesen Bedingungen minimieren. Also liegt meine Gesundheit gemessen an einem WHO-Ideal von 100% bei etwa 60-70%!
Bei dieser Gelegenheit noch ein öffentliches Wort an das A*loch, das mir ab und an mal mit einer Anzeige bei der Hartz-Behörde droht und Sozialschmarotzertum vorwirft: vorausgesetzt: es ist 100% körperlich gesund, liegt seine Gesundheit deutlich unter meiner bei einem sozialen wie geistigen Totalschaden: bei 50%!

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Die SOKRATES-Ontologie: Es existieren Geister und Gespenster, Verrückte, Irre und Wahnsinnige, Irrende wie Verirrte, ein Kaleidoskop menschlicher Zustände, könnte man meinen und es existiert ein SOKRATES-Blog: https://sokrates-roman.blogspot.com. Und die Folge 418 existiert ebenfalls:

Uri Bülbül
«Ich habe noch zwei Personen kontrolliert, Chef, sie waren auf der Landstraße und bogen dann Richtung Waldweg zur Villa ein. Der eine mit einem altmodischen Fahrrad, als wäre er aus dem vorletzten Jahrhundert – der letzte Überlebende der französischen Revolution, möchte man meinen!», schwatzte Oberländer. «Nadia Shirayuki und Gaston de Pawlowski. Letzterer nirgends gemeldet und registriert. Seine Adresse in unserem Bezirk in der Leviathanstraße 7.» Hoffmann musterte seinen Gehilfen aufmerksam. «Die französische Revolution war nicht ein Ereignis, sondern eine Folge von vielen Ereignissen, die sich über viele Jahre zogen. Den Anfang setzt man mit dem symbolischen wie sehr einschneidenden Ereignis des Sturms auf die Bastille gleich. Das ist eine etwas vereinfachende und eventorientierte Geschichtsauffassung, aber am 14. Juli 1789 umlagerten die aufgebrachten Menschen, die die Unterdrückung satt hatten, die befestigte Stadttorburg im Osten von Paris, die als Gefängnis benutzt wurde. Erst umlagerten sie das Gefängnis, dann erstürmten sie es. Wenn das Gefängnis fallen konnte, was konnte dann nicht noch alles passieren?» Julius Hoffmann erzählte das halbleise vor sich hin. Er hatte es im Grunde aufgegeben, mit tiefergehendem Verständnis bei seinem Gehilfen zu rechnen. Außerdem hatte Oberländer nichts gesagt, was eigentlich der Lehrmeinung des Hauptkommissars widersprechen würde. So zumindest sah es Oberländer und genau so hätte er sich versucht herauszureden. Julius Hoffmann aber war schon völlig genervt von den zeitlichen Vorstellungen seines Gehilfen, wenn es um Jahre und Epochen ging, mal ganz abgesehen davon, dass er Gaston de Pawlowski nicht kannte. Er konnte diesem Gaston de Pawlowski, der angeblich aussah, wie der letzte Überlebende der französischen Revolution, unmöglich im Wald auf der Fahrt ins Sanatorium begegnet sein. Julius Hoffmann wusste, dass der französische Autor und Reporter, der das Buch „Die Reise ins Land der vierten Dimension“ geschrieben hatte, 1933 verstorben war. Und dieses Jahr hatte mit dem Ende der französischen Revolution herzlich wenig zu tun, es sei denn, man konnte die beginnende Barbarei in Deutschland als das epochale Ende der französischen Revolution deuten, was in gewisser Weise tiefsinnig gewesen wäre – viel zu tiefsinnig für Markus Oberländer, der bei der leisen Ansprache seines Chefs hilflos seufzte. Nadia Shirayuki sagte Hoffmann natürlich etwas, ein sehr nettes wie hübsches Mädchen mit einem eigenwilligen ausgeprägten Charakter, höflich, schüchtern aber auch sehr bestimmt und sicher in ihrem Auftreten. Eine exzentrische wie extraordinäre junge Dame, die der Hauptkommissar sehr sympathisch fand. Der Gedanke, dass diese geballte Unfähigkeit mit Dienstausweis sie kontrolliert und einer Befragung unterzogen haben sollte, erweckte in Hoffmann ein leichtes Ekelgefühl. «Warum haben Sie die Personen kontrolliert? Was hat Sie dazu veranlasst?», fragte der Chef. Oberländer wusste nicht recht, was er darauf sagen sollte.

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Immer radikal, niemals konsequent! Leider bist du zu limitiert um wie die meisten aus dem Hamster Rad zu enfliehen, Pinser!

Ach, ich bin so beschränkt, dass ich nicht mal weiß, was ein Pinser. "Immer radikal, niemals konsequent" - diese Formel, die du aufgestellt hast, um meinen Charakter zu beschreiben, mag ich, weil er mich tatsächlich fragen lässt: stimmt das? Und mir gefällt ausgezeichnet, dass du diese Differenzierung aufgestellt hast. Vielleicht beschreibst du mir in dreihundert dir gegebenen Zeichen ebenso griffig, was du mit dem Hamsterrad meinst. Denn ich selbst für meine Person habe nicht das Gefühl, mich im Hamsterrad zu befinden und ihm entfliehen zu müssen. Aber vielleicht macht ja genau das mich zu einem "Pinser". Insofern wäre es hilfreich, wenn du kurz und griffig, radikal und konsequent die Formel aufstellst, die das Hamsterrad definiert.
Gibt es eine Sprache, in der "Pinser" Hamster bedeutet?

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+2 answers in: “Was ist in Deinen Augen die Hauptantriebsfeder für unvernünftige Dinge, die Menschen tun? Was ist Deine Hauptantriebsfeder um unvernünftige Dinge zu tun? Ab wann ist etwas überhaupt unvernünftig? Bzw. gibt es für Dich eigentlich unvernünftige Dinge?”

Was ist in Deinen Augen die Hauptantriebsfeder für unvernünftige Dinge, die Menschen tun? Was ist Deine Hauptantriebsfeder um unvernünftige Dinge zu tun? Ab wann ist etwas überhaupt unvernünftig? Bzw. gibt es für Dich eigentlich unvernünftige Dinge?

Renate kein VIP
Unvernünftig ist gegen die eigenen Bedürfnisse zu leben, sich zu beherrschen und beherrschen zu lassen. Vernunft wird zum Inbegriff der Norm und ist dadurch schon sehr unvernünftig gebraucht. Wenn Menschen in meinem Sinne "unvernünftige" Dinge tun, erfüllen sie immer die Norm und Tradition, beugen sich der ökonomischen Erpressung, zwingen sich zur "Arbeit" zu gehen und lassen sich versklaven, ja, sogar mehr oder weniger freiwillig versklaven und halten ihre Freiwilligkeit für vernünftig, was im Grunde der nackte Wahnsinn ist.
Natürlich gibt es auch für mich unvernünftige Dinge und ich habe selbst hier und da mich Dingen gebeugt, denen ich mich hätte niemals beugen dürfen, habe an Freunde und deren Freundschaft geglaubt, bis ich bemerkt habe, dass sie mich aussaugen und für ihren Egoismus und Narzissmus mißbrauchen. Das nicht früher erkannt zu haben, war gewiss unvernünftig, aber was mich tröstet ist, auch in dieser Phase habe ich nicht gegen meine Bedürfnisse gelebt, sondern versucht und größtenteils geschafft, meine Freiheit zu wahren. Freiheit ist vernünftig und Sklaverei ist unvernünftig. Alles, was an dir fremdbestimmt ist, ist unvernünftig und schadet dir. Und alles, was du selbst möchtest und das tust, was du tun musst, um es zu erreichen, ist vernünftig. Lass die Dinge nicht verdrehen und dich verwirren!

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Nicht immer ist der Wahnsinn soweit entfernt, wie man hofft, sage ich und jemand fragt, hattest du gehofft, dass der Wahnsinn weit entfernt ist. Ja, das ist der wahnsinnge Glaube an eine Normalität, die man sich unerschütterlich wünscht. Und dann das: SOKRATES Folge 417...

Uri Bülbül
Der Geodät Mehmet Nuri Bülbül seines Zeichens der Vater des Autors hatte wenig mit Romanen, Spielfilmen, Theater oder Parallelwelten im Sinn. Er war ein sensibler, ruhiger, aufmerksamer wie gelassener Vermesser der dreidimensionalen Welt, worin es auch für eine aufgrund der Kugelform der Erde gekrümmten Gerade eine Formel gab, so dass man die Krümmung bei größeren Distanzen in die Geradenlänge einrechnen konnte. Es gab eigentlich nichts in seiner Welt, wofür es keine Formel gab, bis auf die menschlichen Dinge und Beziehungen, die er verstehen zu wollen aufgegeben hatte. Beobachten, akzeptieren, kommentieren und durch die Kommentare auf Korrekturen hoffen. Erst einmal die Dinge belassen, wie sie sind und wie sie sich bewegen und entwickeln, Eingriffe waren für ihn immer mit Vorsicht zu genießen und oft nicht von Vorteil. Das Land aber ließ sich vermessen, in Parzellen aufteilen und im Katasteramt verwalten. Jedes Stückchen Erde war irgendwem zugeordnet, einer juristischen oder natürlichen Person. So ein richtiges Niemandsland existierte nur zwischen Staatengrenzen als ein Streifen Sicherheitsabstand, was natürlich keine Sicherheit bot.
Kommissar Hoffmann ließ sich in einigen Punkten seines Charakters durchaus mit dem Landvermesser vergleichen, so unterschiedlich die beiden auch sonst waren. Erst einmal ruhig beobachten, nicht zu früh und zu schnell eingreifen, die Menschen nicht allzu schnell verurteilen, das waren auch seine Präferenzen. Auch er fühlte sich genau wie der Landvermesser nicht unter Profilierungsdruck im Gegensatz zu seinem Assistenten, der sich und der Welt etwas beweisen zu müssen glaubte. Gerade als Hoffmann zum Theaterphilosophen wollte, tauchte Oberländer in der Tür auf. Schwester Maja hatte sich mit etwas besorgtem Ton zurückgezogen, ob es denn wirklich richtig sei, Friedhelm Förster alleine nachhause fahren zu lassen. Auch Hoffmann wusste, dass Förster angeschlagen war, aber er wollte diese Angeschlagenheit nicht noch durch übermäßige Fürsorge verstärken, außerdem wollte er Förster auch nicht das Gefühl geben, nun unter Polizeiaufsicht zu stehen. Was geschehen war, war geschehen und das ließ sich auch nicht so leicht fassen. Also wollte Kommissar Hoffmann achtsam und vorsichtig sich in Zurückhaltung üben. Schwester Maja sah noch einmal nach ihrem Vögelchen, wie sie den Theaterphilosophen nannte, signalisierte ihm eine gewisse Fürsorglichkeit, er könne sich jederzeit an sie wenden, wenn er etwas brauche. Sie habe immer Zeit und ein offenes Ohr für ihn. Der Theaterphilosoph bedankte sich höflich an seinem Laptop sitzend und unterdrückte die Frage, wann er denn Professor Parranoia sprechen könne, denn er wollte Maja gegenüber nicht unhöflich sein. Ihre Physiognomie zog ihn magisch an, flößte ihm zugleich aber auch Furcht ein. Friedhelm Förster rief seine Hunde in den Wagen, die im Garten herumstromerten und fuhr nachhause. Uri Nachtigall konnte ihn die Hunde rufen hören und sah auch zwei von ihnen schnell und folgsam reagieren.

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Wenn Du einmal im Gefängnis landen solltest, welches wäre wohl der wahrscheinlichste Grund dafür? Also ich käme wahrscheinlich wegen eines ausufernden Streits mit einem rechts denkenden Menschen ins Gefängnis. Rechts, Aus.länderf.eindlich, da gäbe es manches wo es sich zu streiten lohnen würde......

Renate kein VIP
WIr gehen irgendwie normalitätsverwöhnt davon aus, dass man nur wegen irgendwelchen Gründen, die tatsächlich existieren, ins Gefängnis kommt. Ins Gefängnis kommt man aber nicht immer aus treffenden Gründen. Man kann ja auch Verbrechen begehen und Gesetze übertreten, ohne erwischt zu werden und man kann, was ich furchtbar finde, auch grundlos ins Gefängnis kommen. Mein Horror ist, ich sitze im Knast und weiß nicht mal warum. Im Rechtsstaat ist dieser Zustand relativ schnell aufzuheben; weil man das Recht hat, aufgeklärt zu werden, wessen man beschuldigt wird. Aber selbst das zu wissen, ist nicht immer ein Trost.

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Huhu lieber Uri. Wenn vor einer Frage P.N. steht dann ist das eine Private Nachricht auf die man in einer Frage antwortet. 🙃😅🧐

Renate kein VIP
Hey, und ich dachte, P.N. steht für Party Nacht :)
Naja, ich habe nun nicht viel Privates offen gelegt. Alles im Grünen Bereich, würde ich meinen, und Du kannst dich ganz entspannt zurücklehnen. Ich halte mich an Menschliches aber nicht an Netiketten des ask oder Internets oder was auch immer. Aber in aller Freundschaft und Vertraulichkeit, wird natürlich Vertraulichkeit gewahrt und nichts in die Welt herausposaunt. Da kannst du dich schon auf mich verlassen. Persönliche Daten und persönliche Mitteilungen gehören in der Tat nicht an die Öffentlichkeit, aber auch da bestätigen Ausnahmen die Regel - siehe mal meine Antwort auf deine Partynacht-Frage, die natürlich eine persönliche Nachricht sein sollte, als eine solche Ausnahme an. Ich finde Abkürzungen manchmal mißverständlich, ein "privat" vor der Nachricht ist für so einen "höchstintelligenten" Ignoranten wie mich sicherer, aber auch nicht ganz absolut sicher. Sicher ist nur, dass ich keine Frage unbedacht beantworte und veröffentliche. Ist doch was, oder?

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P.N.:Huhu lieber Uri. Ich würde Dich (bis jetzt) als Cousin in meiner ask Familie einstufen 😊 Weißt Du warum ich selten mit Dir geschrieben habe?! Weil Du so überaus intelligent bist. Ich nicht unbedingt so. Ich würde voll gerne öfter mit Dir schreiben. Optionen kommen in Teil 2.

Renate kein VIP
Ein Cousin der Familie, Geschwisterkinder im Geiste sozusagen *-* Ja, das gefällt mir. Und Teil 2 bleibt schön unter uns und wird hier natürlich nicht mit einer Antwort veröffentlicht, liebe Renate. Auf jeden Fall aber auch ganz öffentlich ein herzliches Dankeschön für dein großes Vertrauen. Ich sehr auf den Austausch gespannt. Und nix mit «überaus intelligent», mach dich bloß nicht klein. Wer mich kennt, weiß, ich kann ein echter Blö..dmann sein.

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Du hast die Probleme beschrieben, die ich mit berechtigter Kritik am Internet bereits benannt hatte aber nicht auf meine Frage geantwortet. Weil ich aber weiß, dass du die Antwort kennst, darfst du mir auch die Probleme verdeutlichen. Ich versichere aber ich habe sie nicht übersehen ...

Ja, du hast fast recht. Ich habe aber doch versucht halb versteckt, deine Frage zu beantworten. Ansonsten stimmen wir natürlich in vielem überein und vor allem liegen wir politisch nicht so weit auseinander, wie es sich manchmal anhören mag, wenn ich dir antworte. Erst einmal die klare Antwort auf deine Frage «Wie heißt diese (wichtigste) Ressource?» Meine Antwort darauf lautet: «Information». Ich weiß natürlich nicht genau, ob du das hören wolltest oder an etwas anderes gedacht hast wie z.B. «Wissen». Aber es gibt eben einen Unterschied zwischen «Wissen» und «Informationen». Im Internetzeitalter ist der weitaus substanziellere Begriff «Wissen» m.E. etwas in den Hintergrund getreten zugunsten des Begriffs der Information. Das Internetzeitalter wird nicht das Zeitalter des Wissens genannt, sondern das Informationszeitalter.
Eine Information ist diejenige Einheit an Semantik, die einen durch Zweifel erzeugten Schwebezustand aufhebt. Ich habe das jetzt ein bißchen frei mit eigenen Worten nach der Informationstheorie, die ich im Kopf habe, spontan formuliert. Aber im Grunde müsste diese Definition sich eng an das anlehnen, was die Informationstheorie über den Begriff der «Information» zu sagen weiß. Jedenfalls ist demnach auch eine falsche Information eine Information, sofern sie ja den Schwebezustand aufhebt. Geht es links oder rechts zum Bahnhof? Jemand sagt: links. Und ich folge dieser Information, bis ich am Ende des Weges feststelle, dass sie falsch war. Aber eine Information war dies trotzdem.
Der Begriff des Wissens hingegen ist substanzieller: Aber durchaus auch problematisch. Ich empfehle aber hierzu den Artikel unter dem Stichwort «Wissen» eines Bochumer Philosophenkollegen und Bekannten, den ich sehr schätze und der es akademisch so weit gebracht hat, dass es von mir schon an Dreistigkeit grenzt, ihn «Kollegen» zu nennen: Michael Annacker im Historisches Wörterbuch der Philosophie hrsg. von Joachim Ritter. Er ist aber ein sehr bescheidener und stets kollegialer und sehr höflicher Mensch, so dass er es mir sicher nachsieht, dass ein Straßenphilosoph ihn «Kollege» nennt. Wie auch immer, der Artikel ist lesenswert und ebenso jedes Bemühen, verstanden zu werden.
Nun kommen wir wieder zu uns: Liebe Simona @simonalein wenn du so gezielt nach bestimmten Wörtern als Antwort fragst, übernimmst du die autoritären Formen der Schulmeisterei, was dir gar nicht gut zu Gesicht steht. Klopf lieber nicht bei anderen vermeintliches Wissen ab, sondern formuliere deine Fragen doch so offen, dass sie viel Denkfreiräume lassen. Und wenn du weißt, dass ich die Antwort auf deine Frage weiß, dann weißt du in der Tat mehr als ich. Liebe solidarische Grüße an Dich.

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+1 answer in: “Bei aller berechtigten Krit.ik am Internet lasst uns bitte nicht vergessen, dass diese großartige Erfindung erstmals in der Menschheitsgeschichte alle Menschen unabhängig von soz.ialer Her.ku.nft und Hau.tf.arbe mit der wichtigsten Ressource die wir haben versorgt. Wie heißt diese Ressource?”

Bei aller berechtigten Krit.ik am Internet lasst uns bitte nicht vergessen, dass diese großartige Erfindung erstmals in der Menschheitsgeschichte alle Menschen unabhängig von soz.ialer Her.ku.nft und Hau.tf.arbe mit der wichtigsten Ressource die wir haben versorgt. Wie heißt diese Ressource?

Simona ⁽⁽⁽i⁾⁾⁾
Frau soziale Oberlehrerin versucht an Informationen ranzukommen. Ich bin im Zwiespalt: einerseits bin ich davon überzeugt, dass die Welt dringender Verbesserungen bedarf. Andererseits weiß ich aber auch, dass Verbesserungen aus Vorstellungen abgeleitet werden, die stark kontextabhängig sind und selbst vom sozialen und historischen Stand und Horizont der Individuen abhängen. Mag auch der sozialpsychologische Faktor des Geltungsdrangs bei dem Wunsch nach Weltverbesserung eine Rolle spielen. DIe Geschichte hat uns durchaus auch gelehrt, dass der Wunsch nach Weltverbesserung schnell in Terror Umschlagen kann. Ich spreche mit meinen Kolleginnen in www.Globalkultur.org zur Zeit über die Guillotine und die Rationalisierung der Hinrichtungen im Namen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Bei meinen Recherchen, die in den kafkASKen Fortsetzungsroman SOKRATES einfließen werden, ist mir das Internet sehr dienlich. Und letztens habe ich mir auch noch einmal bewusst machen müssen, dass meine Bildungssozialisation ohne das Internet stattfand und ich dann aber die Digitalisierung und Vernetzung als ein großes kulturelles Geschenk empfunden habe. Ich möchte es jedenfalls nicht missen, frage mich aber immer, wenn ich mein Thinkpad aufklappe, unter welchen ausbeuterischen Umständen dieses Gerät wohl gebaut und vertrieben wurde, bis es in meinen Händen landete, um meine Gedanken zur Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit über die Tastatur aufnehmen zu können und mir bei meinen Recherchen behilflich zu sein. So frage ich Dich nun zurück liebes @simonalein Habe ich nun eine Dialektik oder eine Zwickmühle beschrieben?

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Huhu meine Lieben. Meine Frage ist ein bisschen zu lange, für die b.löde Zeichenbegrenzung. Darum hier der Link dazu: https://ask.fm/RedrisingHood/answers/163889344512/likes

Renate kein VIP
Ich würde mich zu denjenigen zählen, die authentisch sind und Herz haben. Leider auch zu jenen, die eher zu deinen etwas entfernteren Familienmitgliedern gehören, also nicht gerade in deiner unmittelbaren Nähe angesiedelt sind. Das hat nichts Persönliches, hat sich bisher einfach so entwickelt und lässt sich sicher auch ändern. Ich würde auch gerne mehr von dir erfahren. Was es zum Beispiel mit deiner PTBS auf sich hat. Natürlich möchte ich mit meinen Fragen nicht zu weit gehen. Aber du findest auch ziemlich leicht meine Email-Adresse oder schreibst mir hier, soviel, wie du magst. Empfehlungen kann und mag ich nicht aussprechen. Irgendwie läuft man sich über den Weg und findet sich sympathisch oder auch nicht. Nichts ist reiner und wilder Zufall, selten ist etwas durch und durch kontingent. Die Strukturen bilden sich allmählich heraus und die Dinge, die zu uns gehören fügen sich allmählich in unsere Welt. Das ist mein Empfinden. Sei herzlich gegrüßt und lass uns hier oder wie auch immer in Kontakt bleiben oder in Kontakt treten.

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Sämtliche Vorgänge und Erscheinungen müssen genau beobachtet, untersucht, gedreht und gewendet werden. Aus Otto, dem Arzt und Pharmazeuten, machte ich schon einen Militärattaché in Marokko, wird aber Zeit, dass er eine andere Rolle in SOKRATES bekommt. Die Folge 416 ruft:

Uri Bülbül
«Oh apropos Science – das ist doch Naturwissenschaft! Ich kann übrigens von hier aus bis ins Tal der Toten schauen! Darf ich Ihnen mein Fahrrad anbieten, Madame? Die Stange vor mir ist frei und wir reisen gemeinsam und werfen einen Blick von hier bis ins Tal!» «Werden Sie bloß nicht unverschämt», antwortete Nadia. «So viel Nähe ist mir deutlich zu anzüglich und Sie werden sich hüten, sich solche Anzüglichkeiten herauszunehmen!» «Excusez moi s'il vous plait, Madame! Honi soit qui mal y pense! Nichts Übles führe ich im Schilde und habe nichts Böses im Sinn.» «Ja, ja», brummte Nadia, «Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!» «Aber Madame, das müssten Sie mit eigenen Augen sehen: ein Geodät steht am See und hat seinen Theodolit aufgestellt und neben ihm Basti @Maulwurfkuchen – so heißt er doch, nicht wahr – der Delphinjunge, der ab und an… bitte um Verzeihung… Sie in Ihrer Badewanne be...» Das ging Nadia zu weit. «Nicht be-, sondern heimsucht! Es sei denn, Sie wollten: „belästigt“ sagen.» Der Radfahrer war ein ganzes Stück vorausgeflogen, weil er sehr neugierig geworden war auf das, was er da zusehen bekam. Nun drehte er wieder in einem großen Bogen über die Bäume fliegend um und flog auf Nadia zu, wobei er sogar in Sinkflug überging. «Ein Geodät, der Delphinjunge und die Seeräuber konnte ich sehen; der Kapitän hat seinen Kopf neben sich auf den Tisch gelegt, damit er ihm nicht vom Hals rollt, wenn er ein Nickerchen auf seinem Stuhl macht; ein seltsames Rüsseltier ist bei ihm, aber ich konnte auch ein kleines Mädchen sehen. So weit mein Blick in das Paralleluniversum, meine Liebe. Aber Paralleluniversum ist ein unpassender Ausdruck für unsere Welten und ihre Schnittmengen. Parallelen gehören zur Euklidschen Geometrie und in den dreidimensionalen Raum. Damit kann man aber unsere Weltenphänomene nicht beschreiben.» Nadia war etwas ungehalten über die Geschwätzigkeit des sich für charmant haltenden Radlers! «Ja, ja», brummte sie wieder, «das ist doch nur eine Metapher. Jeder weiß, dass es sich nicht um wirkliche Parallelen handeln kann, wenn wir von den Universen sprechen. Es ist ja auch nicht grammatisch richtig, das Universum in den Plural zu setzen. Im Deutschen könnten wir vielleicht von einem Weltenall sprechen statt vom Weltall. Feine Unterschiede, auf die es nur in der Klugscheißerei ankommt!» «Madame!», empörte sich der Radfahrer, der neben Nadia gelandet war. Er schob sein Fahrrad in ihrem Schritttempo neben sich her und versuchte Nadia mit seiner Schulter zu berühren. Sie wich ihm kaum merklich aus. «Ihr Buch heißt ja auch „Die Reise ins Land der vierten Dimension“ und dabei ist das Land ja wohl ein Bild aus der dreidimensionalen Welt. Warum haben Sie es nicht einfach: „Die Reise in die vierte Dimension“ genannt? Aber nun philosophieren Sie über den Fehler im Ausdruck „Paralleluniversen“.» «Wie scharfsinnig Sie sind! Ich bin sehr beeindruckt!», sagte der Mann erstaunt.

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Guten Morgen Meister Uri. Beneidenswert, mit welcher Energie Sie sämtliche Erscheinungen und Vorgänge analysieren und zernehmen können. Ich werde immer oberflächlicher und denkfauler. Und brauche die Ergebnisse in vorverdauter Form...kompakt und übersichtlich sortiert. ..einen angenehmen Sonntag!

Immerhin sind Sie keine Eiche am Boden mehr! Das ist schon sehr viel wert. Nun also Arzt und Pharmazeut, Arzt und Apotheker würde Ihnen besser zu Gesicht stehen. Für mich sind Pharmazeuten diejenigen, die mit Salben und Pillen und anderem Zeug nur Geschäfte im Sinn haben! Sie aber gehören für mich doch eher in die Kategorie ehrliche Haut, und daher lieber : Apotheker als Pharmazeut!
Ich mag Ihren Ausdruck "zernehmen" sehr! Ja, ja, analysiert, zergliedert, zerlegt und nichts gewonnen, wie ein Kind, das sein Spielzeug auseinander nimmt und nicht mehr zusammenbekommt und doch nichts von dessen Innenleben verstanden hat.
Ich gehe jetzt an die nächste Folge meines SOKRATES. Da schwirren die Geister umher in freier literarischer Wildbahn.

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...voll! ABer setzen wir mal die Memoiren eines Unverbesserlichen in diesem Thread fort :)

Uri Bülbül
Ich verstand den Sinn des Unternehmens nicht: was sollte ein Modem, zum Schreiben über das Telefonnetz, wenn doch das Telefonieren viel schneller ging. Und dieser Freund versuchte es mir begeistert zu erzählen, fand aber in meinen etwas germanistisch verbildeten Ohren kaum Gehör. Seine Augen leuchteten, weil er eine Revolution sah und meine Augenbrauen zogen sich skeptisch zusammen, weil ich eben mir eine Revolution vorstellte, wie ich sie aus Bildern der Oktoberrevolution kannte. Und doch wollte ich auch wieder zurück zu meinem hochschulpolitischen Thema der Kritischen Wissenschaft und mit drei Ähnlichgesinnten ein «Institut für Kritische Wissenschaft» gründen. Diese Initiative zerschlug sich bald, die unzeitgemäßen Spinnereien zerplatzen wie eine Seifenblase. Derjenige aber, den ich damals für einen Spinner hielt, sah das Internet als www aufkommen und die Welt erobern. Und ich hörte «Welt erobern» und dachte an Lenin. Hätte ich aber besser auf meinen Philosophiedozenten gehört, hätte ich durchaus wissen können, dass Zukunftsentwürfe allein schon deshalb scheitern müssen, weil sie aus den Erfahrungen und Vorstellungen der Gegenwart geschmiedet werden. :( Mit anderen Worten, hätte jener Freund mir gesagt: du wirst eines Tages im virtuellen Raum dich wie ein Straßenphilosoph à la Diogenes fühlen, hätte ich ihn nur ausgelacht. Bin ich heute wirklich weiter? Erkenne ich meine zeitlich und sozial bedingte Gebundenheit, die ich auch gut und gerne Borniertheit nennen könnte? Das Scheitern des angedachten Instituts für Kritische Wissenschaften finde ich jedenfalls nicht weiter bedauerlich, es ist aus heutiger Sicht eine wichtige Erfahrung und ein Meilenstein in meinem Werdegang. Auch aus meiner heutigen Sicht, habe ich neben sehr viel Unsinn auch einiges Sinnvolle gedacht. Sowohl Sinn als auch Unsinn bereichern mich und haben mir kein Bißchen geschadet.
Als Straßenphilosoph stehe ich im Moment hier vor der Frage: «was denkst du über den optimistischen nihilismus?» In gewisser Hinsicht könnte man doch meine hiesigen Betrachtungen als einen Ausdruck des optimistischen Nihilismus betrachten. Mit einer gewissen Selbstironie erkenne ich, dass vieles, was ich für äußerst wichtig erachtete, sich in Nichts auflöste. Wenn ich darüber nicht in Depression verfalle, sondern die fröhliche Seite der Irrungen und Wirrungen entdecke, bin ich doch schon ziemlich auf der Seite des optimistischen Nihilismus. Aber nein! Ich werde darauf auch eine andere Antwort geben - diese Frage steht auf meiner Agenda ganz weit oben. Ich habe dazu auch ein kleines Filmchen gefunden und darin fiel mir auf, dass die Wissenschaft über das Faustsche und Sokratische Wissen, dass wir nichts wissen können wenig hinaus gekommen ist! Die wirklich essenziellen Fragen bleiben bei allen astronomischen Quantifizierungen des Universums und seiner Geschichte eigentlich unbeantwortet. Wenn ich das nicht pessimistisch sehe, sondern sage: ach, das macht doch nichts! ist es optimistischer Nihilismus!

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+1 answer in: “Bevor das Schweigen hier noch länger wird. 2018 war für mich ein ätzendes Jahr; habe auch ein Jahr gebraucht, um mich davon zu erholen. Nun aber 2020 sprühen die Ideen von Gedankenblitzen begleitet, was eben auch Verlagerung der Aktivitäten bedeutet, ohne dass ich die hiesige Straßenphilosophie...”

Bevor das Schweigen hier noch länger wird. 2018 war für mich ein ätzendes Jahr; habe auch ein Jahr gebraucht, um mich davon zu erholen. Nun aber 2020 sprühen die Ideen von Gedankenblitzen begleitet, was eben auch Verlagerung der Aktivitäten bedeutet, ohne dass ich die hiesige Straßenphilosophie...

Uri Bülbül
...aufgebe! Gerade in letzter Zeit wurde das Niveau sehr schön, hat mir viel Freude bereitet und ich hoffe, es entwickelt sich so weiter. Die Fragen, auf die ich gerne antworten möchte, sind sehr motivierend:
SOKRATES betreffend greife ich sehr gerne eine alte Frage auf, auf die ich wohl nicht geantwortet habe, aber selbst die Frage ist auf ask.fm verschollen; ich hatte sie mir nur herauskopiert und dann, nicht untypisch für mich, erst einmal aus den Augen verloren. Aber nun ist sie wieder da *-* «Was bedeutet [der] Hölderlin-Komplex?»
Im Moment bin ich ganz in Vorbereitungen einer Tagung. Aber auch dort spielt der Hölderlin-Komplex indirekt und im Hinergrund eine Rolle. Die Antwort wird mich also auch in meinen Vorereitungen voranbringen.
Sehr viele Gedanken gehen im Moment in Richtung Kulturphilosophie. Das Buch habe ich im Titel schon angekündigt und hätte gedacht, ich könnte es vergangenen Oktober schon fertig haben. Aber nicht einmal diesen Oktober wird es erscheinen: «Schnitzel ohne Jagd. Wandeln durch Gedankengänge und Labyrinthruinen. Kulturphilosophische Schnipsel» Der Titel ist so lang, dass ich selber immer nachschlagen muss, wenn ich ihn korrekt wiedergeben möchte. Es fängt mit etwas an, was auch in SOKRATES im Zusammenhang mit dem Theaterphilosophen eine Rolle spielt: die Paradiesologie. Eine Theorie des Paradieses, eine Betrachtung wörtlich genommen, wem das Paradies direkt vor der Nase liegt, wie dem Theaterphilosophen des Romans und mir ;)
Ich habe aber auch die Fragenkomplexe über das Studium der Philosophie und die kritische Wissenschaft nicht vergessen. Für mich sehr interessante und bewegende Themen. Sie führen mich zurück an das Ende meiner Jugendphase, wenn ich mal jene U30 so nennen darf :))) Diese endete damit, dass ich meine politischen Aktivitäten an der Uni ablegte, beendet habe ich sie nicht zu meiner Zufriedenheit. Zuletzt war ich Referent für Kritische Wissenschaften im AStA der RUB und danach wollte ich mich erst einmal im stillen, dann allzu stillen Kämmerlein der Literatur widmen und einen Roman schreiben. Das Fragment ist ein Fragment und wird es wohl bleiben, aber ich habe mich mit Fragmenten und dem fragmentarischen Arbeitsstil angefreundet und habe das Gefühl, dass genau dieser Arbeitsstil zu mir passt! Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal auf ask.fm mich als Straßenphilosoph betätigen würde. Das hat einen einfachen Grund: Ich war vom Internet meilenweit entfernt. Nicht dass ich ein Spätzünder bin, wir reden hier von den ersten Jahren um 1990. Ich hatte gerade meinen Apple Macintosh LCIII, eine umfunktionierte Pizzaschachtel und wähnte mich auf der Höhe der Zeit, als mir meine Freundin zum Geburtstag ein Modem schenkte, mit dem man ins Telefonnetz gehen und jemanden mit einem Modem direkt anwählen konnte, um sich mit ihm zu schreiben. Und diese Person war ein telekommunikationsbegeisterter Freund, der darüber seine Magisterarbeit schrieb. Oh, ich schweife ab und die 3000 Zeichen sind

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Wir sollten auf jeden Fall weiter über Wissenschaftskritik und Kritische Wissenschaft sprechen - das gehört zur Philosophie! Aber auch SOKRATES kann als eine praktische wie praktizierte Form der Wissenschaftskritik gelesen werden, wer es mag - Folge 415:

Uri Bülbül
Der Radfahrer radelte wie einst ein berühmter Außerirdischer, der nachhause telefonieren wollte, kräftig in die Pedale tretend los und nutze den Schotterweg im Wald als eine Startbahn wie ein Flugzeug, flog im steilen Winkel hoch über die Baumwimpfel und flog einen Kreis über Nadia. Seine Stimme aber war noch so nah an Nadias Ohr, als stünde er direkt neben ihr und keine Anstrengung der Radelei war ihr anzumerken, keine Änderung der Atmung, kein Schnaufen nicht im Leisesten. «Wir müssen über Leviathan sprechen, Nadia, wir kommen nicht umhin, uns dieses Themas anzunehmen!» Er radelte im Himmel an die 20m über Nadias Kopf, aber sie war weit davon entfernt, sich darüber zu wundern. So war es eben in ihren Welten, zwischen denen sie hin und her pendelte und pendeln musste, wie es eben das Schicksal eines Pendels ist, hin und her zu schwingen. Nadia hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht. Sie war hineingeboren in eine Welt, in der es bald, als sie eine junge Frau zu werden begann, eine andere gab. Dann verschwinden eben auf eine mysteriöse Weise nekrophile Mörder und Gärtnergehilfen aus einem mit vier Polizisten bewachten Polizeiwagen, dann versucht eben ein Hauptkommissar seinen etwas minder begabten Gehilfen loszuwerden und schickt ihn mit schier sinnlosen Aufträgen erst weg und beordert ihn dann über Funk wieder zurück. Dann gibt es eben einen Theaterphilosophen, der sich in das psychiatrische Sanatorium verzieht, weil er mit der Nachricht, die ihm zugegeben etwas unsanft überbracht wurde, er sei verhaftet, nicht fertig wird. Dann ist da eben eine Blackbox, in der Menschen „entsorgt“ werden, die irgendwelchen anderen nicht in den Kram passen. Dann landet eben auch mal ein etwas zu brutaler Hauptkommissar in einer solchen Blackbox. Na und? Nun ist eben einer da, der über den „Leviathan“ sprechen muss und meint, sie damit behelligen zu dürfen, während ein fünfzehnjähriger Junge als rosa Delphin in ihrer Badewanne erscheint. Ein kleiner Voyeur vielleicht – aber eben doch mit ganz besonderen Fähigkeiten und einem sehr eigenartigen Charme. «Warum sollten wir nicht umhin kommen, über den Leviathan zu sprechen?», rief Nadia so laut sie konnte zum Radfahrer in den Himmel hinauf. Seine Stimme aber war wieder ganz nah und entspannt: «Wir sind die kleinen freien Atome, die autonomen Teilchen, die Aufgaben übernehmen und sich zu einem Ganzen fügen, das Ganze aber ist nicht vorherbestimmt, sondern es entsteht durch die Art und Weise, wie wir zueinander finden.» «Ich habe nicht zu dir gefunden», sagte Nadia nun ebenfalls in ganz ruhigem Tons, aber sie setzte ihren Weg Richtung Villa fort, während der Radfahrer in angemessener Höhe und nicht lästig wie eine Mücke um sie kreiste. «Das sieht nur so aus. Alles hat zwar auch einen Anschein als ob, aber alles kann auch ganz anders sein und wiederum ist dieses Anderssein auch nur Schein in einer anderen Perspektive.» «Du hast zu viel Science Fiction gelesen, glaube ich!», sagte Nadia streng.

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Ich habe dich wohl falsch verstanden. Dir geht es nicht darum, nicht immatrikuliert zu sein, sondern sich zwar in den Zwang der Immatrikulation zu begeben, aber dann aus dessen Anforderungen (Studienverlaufsplan, Regelstudienzeit, Langzeitstudiengebühren, Zwangsexmatrikulation,...) auszubrechen, die

Mel Whatever
Mir ist es nicht wichtig, ob man immatrikuliert ist oder nicht, wenn es um eine kreative Annäherung an die Philosophie geht. Wir dürfen die Ausgangsfragestellung nicht aus den Augen verlieren: «Wie kann man sich fruchtbar der Philosophie nähern?» Ich habe nun «fruchtbar» mit «kreativ» umschrieben, ich denke, das ist noch ganz im Rahmen der Verstehensmöglichkeit. Die Fruchtbarkeit der Annäherung erfolgt eben weder doxographisch, wie ich ja auch @suessezitrone nach der Aufklärung des Mißverständnisses zwischen ihr und mir verstanden habe, noch geht es an der Einhaltung der Studien- und Prüfungsordnung. Man muss sich, um sich fruchtbar/kreativ der Philosophie anzunähern, sich von Denkzwängen und Denkhindernissen frei machen: einfach wie Columbus das Ei nehmen, auf den Tisch knallen und sagen: es steht! Nur so ist eine wirklich fruchtbare Annäherung an die Philosophie möglich - alles andere bleibt steril im Doxographischen und Historischen stecken. Für das kreative Philosophieren gilt, dass du nach deinen Neigungen, Interessen und in deinem Tempo studieren musst. Vielleicht bleibst du erst einmal Monate lang an Hegels «Phänomenologie des Geistes» hängen oder du entdeckst sofort etwas ganz anderes, was ähnlich klingt, aber sehr anders ist: Husserls Phänomenologie in seinen «Cartesianischen Meditationen» oder bist Feuer und Flamme für tausend andere Möglichkeiten, die ich gar nicht alle aufzählen kann. Du kannst immatrikuliert sein, bis dir Studiengebühren oder Zwangsexmatrikulation ins Haus winkt - das alles hat mit Philosophie nichts zu tun! Du kannst aber auch einfach von mir aus ohne Abitur an die Uni gehen und dich in Philosophievorlesungen setzen, dir Notizen machen und das für dich mitnehmen, was dich irgendwann brennend interessiert und du dich immer mehr und immer weiter mit der Materie beschäftigst. Du exzerpierst, machst Randbemerkungen, entwickelst Gedanken dazu und liest Sekundärliteratur oder andere Primärtexte, vertiefst dich in einzelne Kapitel oder Sätze oder verschlingst ganze Werke - das hat etwas mit Philosophie zu tun und ist zumindest erst einmal für dich fruchtbar, weil du dich ja dafür begeisterst. Studien- und Prüfungsordnungen sind nur wichtig, wenn du formale Qualifikationen erwerben willst, die dich im (bürgerlichen) Berufsleben weiterbringen. Das aber hat wiederum nichts mit fruchtbarer Annäherung an die Philosophie zu tun. Denk an das Ei des Columbus und durchbrich scheinbare Notwendigkeiten in Formalismen, die dich gefangen halten. Was steht am Eingangstor zum delphischen Orakel? Erkenne dich selbst! Ich paraphrasiere das etwas frei in einer Umdeutung: Entwickle ein Selbstbewusstsein, dass dich gegen Normen widerstandsfähig macht, dann trägt die Philosophie Früchte in dir und du hast dich ihr fruchtbar genähert.
Aber Dein Argument mit der Lebenshaltung, um die man sich ja auch zu kümmern hat, ist ja nicht einfach vom Tisch zu wischen. Welchen Weg du findest, kann eine philosophisch fruchtbare Entscheidung sein ;)

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Philomena @Phinaphilo kann sich Meister Otto als den neuen Leiter der Psycho-Villa vorstellen, aber der Autor hat andere Pläne - das ist gewiss. Zu allem anderen muss gesagt werden. Die Wahrheit ist nur ein Versuch, Welt und Leben eine Aussagenform zu geben, die für etwas Sicherheit sorgt. SOKRATES-

Uri Bülbül
Folge 414: «Du hast mir in meiner Welt gerade noch gefehlt!», rief Nadia. Sie waren schon von der Landstraße auf den Waldweg abgebogen und schon einige Minuten gegangen; Nadia war noch ein bißchen beim Hilfskommissar hängengeblieben mit ihren Gedanken. Ein Wichtigtuer und Angeber, aber auch einer, der ein starkes Vorbild für sich brauchte, eine Leitfigur, einen Leithammel – so schätzte sie ihn ein. Aber dann mal eine spontane Zeugenbefragung durchführen, weil der Polizei ein Häftling entflohen war. So jedenfalls war es gemeldet worden über Polizeifunk. Ob aber alles stimmte, was so über Polizeifunk kam, wusste man ja auch nicht genau. Es musste ungefähr die gleiche Zeit sein, als der Landvermesser sein Meßgerät auf dem Stativ abstellte, die Beine des Stativs aufklappte und sein Meßgerät aufzubauen begann. Dabei erklärte er nebenbei, ohne genau zu wissen, ob Basti sich überhaupt dafür interessierte, dass es wichtig sei, das Gerät zum Vermessungspunkt lotgenau auszurichten. Und wenn das Gerät eingestellt sei, man nicht an den Beinen rütteln dürfe. Er wolle nun die geodätischen Daten des Sees, auf dem die Seeräuber schipperten, Reden hielten und Lieder sangen, erfassen und die Flächengröße des Sees bestimmen. Mit den genauen Koordinaten versehen könne er den See dann in seine Landkarte vom Hattinger Wald einzeichnen, wenn er wieder in seinem Hotel wäre, wo er sich ein provisorisches Büro eingerichtet hatte. Basti ließ ihn erzählen, warum sollte er auch nicht alles schön erklären, was ihm so vorschwebte. Parallel dazu spazierten der Radfahrer und Nadia auf dem Waldweg Richtung Parranoia-Villa, die eine neue Leiterin bekommen sollte, wie es im Ministerium bestimmt worden war. Fachkundiges Lesepublikum müsste nun ein Fragezeichen im Kopf haben: Warum wurde die Leitung eines psychiatrischen Sanatoriums vom Innenministerium bestimmt. Diese Frage zu stellen, setzt eine gewisse Fachkunde tatsächlich voraus, sie zu beantworten aber geht über Fachkunde in Richtung geheimes Wissen hinaus. Katja Hardenberg, die hohe Beamtin im Ministerium, die Dame im gehobenen Dienst und ehemalige Ehefrau des etwas taugenichtsigen Detektivs Niklas Hardenberg, wusste um die Antwort, auch wenn der Ausdruck „eingeweiht in das Geheimnis“ nicht ganz zutraf, worüber auch hier erst einmal Schweigen bewahrt werden muss! Nicht dass dem Autor an dieser Stelle der Angstschweiß auf der Stirn perlt, aber er ist sich der Gefahr bewusst, die zu früh ausgeplauderte Geheimnisse mit sich bringen. Bleiben wir bei Nadia und dem Radfahrer und lassen die Geheimnisse Geheimnisse sein! Nadia, das schwarze Schneewittchen, schrie nicht umsonst den Ruf „Du hast mir in meiner Welt gerade noch gefehlt!“ in die Welt hinaus. Denn sie noch mit den Gedanken bei Oberländer, lenkte der Radfahrer ihre Aufmerksamkeit auf sich, indem er sich aufs Fahrrad schwang und losfuhr. Sie hätte überrascht sein können über den abschiedslosen Weggang, aber der Radfahrer hatte nur Anlauf genommen und hob mit dem Fahrrad ab.

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eigentlich wollte ich dir recht geben und doxographisches wissen ist in wissenschaftlichen arbeiten halt verpöhnt, nur andere meinungen wiedergeben bringt halt keinen fortschritt und damit fällt man in der uni auf die nase. was du in meine antwort hineininterpretierst ist deine sache und nicht meine

Hinein- und herausinterpretieren - ja, das ist ein sehr schönes Beispiel für ein Mißverständnis scheinbar. Für meine Hineininterpretationen muss und möchte ich mich natürlich bei dir entschuldigen. Oben finde ich den Ausdruck "doxographisches Wissen" treffend gebraucht, allein der Aussage, sie sei in "wissenschaftlichen Arbeiten verpönt" kann ich nicht zustimmen. Natürlich soll die Wiedergabe der Quellen allein nicht zu oberflächlich und vordergründig und überwiegend ausfallen, aber wir reden aneinander vorbei, wenn ich versuche auf die Frage einzugehen, wie man sich fruchtbar der Philosophe nähern könne, wenn der Weg nicht über die Universität führen soll und du von der Praxis der durch Noten sanktionierten Form der Pro- und Hauptseminarsarbeiten erzählst. Ich würde dich bitten, deine Begriffe von "wissenschaftlichem Fortschritt" und der "Wissenschaftlichkeit" überhaupt im Zusammenhang mit der Philosophie noch einmal kritisch zu überprüfen.
Zu der Formulierung, was nun wessen Sache sei: Natürlich ist es unser beider Sache, was wir an Interpretationsfläche dem/der anderen darbieten, wenn wir miteinander kommunizieren wollen. Und die Tatsache, dass wir uns hier schreiben, ist für mich eine Äußerung des Kommunikationswillens. Wir können nicht auf der einen Seite von Weisheit, Kultur des Denkens. Philosophie und Kreativität sprechen und auf der anderen Seite subjektivistischer Willkür das Wort reden. Auch in der Interpretation getätigter Aussagen geht es um Verständigung, was Mißverständnisse einschließt. Aber wo man sich mißverstehen kann, kann man sich auch richtig verstehen. Ich habe deine Formulierung "keiner will doxographisches wissen von dir lesen/hören (egal ob student*in oder nicht)" auf mich bezogen. Du hast es aber anders gemeint, scheinbar: niemand an der Uni ist an doxographischem Wissen allein/ausschließlich interessiert. Um die Qualität jedweder Diskussion bemüht, sollten wir unsere Sätze so unmißverständlich wie möglich formulieren. Mein Fehler war, dass ich gemeint habe, du würdest meine Ausführungen zu der Frage als "doxographisch" bezeichnen, und das traf ja nun wirklich nicht zu. Was aber die universitäre Philosophie einem genau abverlangt und wie damit ein wissenschaftlicher Fortschritt verbunden sein soll, haben wir noch gar nicht wirklich expliziert.
In meiner ersten Antwort versuchte ich erst einmal philosophische Inhalte von studientechnischen und abschlussorientierten Strukturen der Studien- und Prüfungsordnungen zu trennen. Die philosophischen Inhalte, die an der Universität angesammelt sind und bearbeitet werden, finde ich wichtig und rate niemanden ab, sich damit zu beschäftigen, ich rate lediglich aber umso vehementer davon ab, sich am Gängelband von Studien- und Prüfungsordnungen an der Nase herumführen zu lassen.
Sowohl die Ausgangsfrage als auch deine Bemerkungen haben mich jedenfalls sehr motiviert, wofür ich euch sehr zu Dank verpflichtet bin.

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+2 answers in: “Wie kann man sich fruchtbar der Philosophie nähern? Von einem universitären Studium rätst du ja intensiv ab.”
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