Ask @Klugdiarrhoe:

Was hängt an der Wand des Raumes, in dem du dich gerade befindest?

Zwei Bilder meines Freunde Jo Ziegler, eins davon hat er in seinen Jugendjahren gemacht, das erste aus seiner "Reifephase" und jetzt arbeitet er an einem Roman über das Vergessen. Erzählen (=Roman) und Vergessen, ist das nich ein schönes Paradoxon?

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Weißt du warum der Großteil des Menschen sich durch Boshaftigkeit und Zorn schützt, wenn man ihn durchschaut?

Der Tod ist tot
Ich vermute einen archaischen Reflex dahinter: «Angriff ist die beste Verteidigung» ist das Motto dieses Reflexes. Angriff und Verteidigung sind aber meistens die falschen Kategorien überhaupt im sozialen und kommunikativen Umgang miteinander. Durchschaut zu werden kann ich auch positiv sehen: Jemand versteht mich und kann mir womöglich helfen, zumindest mich besser zu verstehen.

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«Alles gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizism[us] veranlassen, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis. » Karl Marx, 8. Feuerbachthese.

Uri Bülbül
Marxens Kritik an Ludwig Feuerbach zeigt eine Dimension, die heute so wichtig ist wie eh und je. Vordergründig geht es in der Auseinandersetzung mit Feuerbach um dessen Kritik am Christentum und an der Religion, im Werk «Das Wesen des Christentums». Aber Marx setzt sich nicht mit dem Wesen des Christentums auseinander, sondern richtet seinen Blick auf das Wesentliche des Denkens. Wir alle stehen vor dem Phänomen, dass das Denken zum Grübeln werden kann, dass man sich in Zustände und Einbildungen hineinsteigert durch Denken, dass man sich in Zweifeln und Spinnereien und Phantastereien ergeht, sich in Spekulationen verliert, sich Dinge durch Denken immer mehr und bunter und in der Phantasie lebendiger ausmalt und sich dadurch in eine schier wahnhafte Stimmung begibt und von der Wirklichkeit immer weiter entfernt. Das kann auch Folgen für die Wirklichkeit haben.
Dramatisch kennen wir diese Art des Denkens durchaus auch am eigenen Leib bei der Eifersucht zum Beispiel. Man deutet alle möglichen Zeichen auf den Punkt hin: werde ich betrogen oder nicht, kann ich meinem/r Liebespartner/in trauen oder nicht, bis sich das so sehr steigert, dass man völlig verfehlte Entscheidungen trifft, wie Shakespeares Othello, der seine Desdemona aus Eifersucht tötet, weil er davon überzeugt ist, dass sie ihn betrügt und die Ärmste hat nicht die leiseste Ahnung, was vor sich geht.
Dieses Phänomen des wahnhaften Denkens und Grübelns kennen wir im Drama auch bei Hamlet oder auch in der Psychologie von Paul Watzlawick beschrieben in seinem wundervollen Buch «Anleitung zum Unglücklichsein». Ironisch versucht uns Watzlawick vor Augen zu führen, wohin wahnhaftes Denken führen kann.
Wenn man es etwas weniger psychologisch und mehr philosophisch betrachten will, haben wir das spekulative Denken, das ohne bewiesene Tatsachenbehauptungen aus der Wirklichkeit, ohne gesicherte Wahrnehmungen und empirische Erkenntnisse, von Annahmen ausgehend streng logisch sich Gedankengebäude errichtet. Das war in der mittelalterlichen Philosophie traditionell Gang und Gäbe. Einige Schriften mit Behauptungen über die Himmelskörper oder die Entstehung der Welt wurden als wahr angenommen, weil es eben geschrieben stand und darauf hat man dann ganze Weltanschauungen und Gottesbeweise errichtet, die in sich zwar logisch schlüssig klangen, aber in ihren Grundlagen und Grundbegriffen jeglicher Tatsächlichkeit entbehrten.
Zuletzt führte René Descartes in seinen «Meditationen über die erste Philosophie» (gemeint ist damit die Metaphysik) mit den Gottesbeweisen den oben beschriebenen Rationalismus vor Augen und verfasste so etwas wie ein Manifest des Rationalismus, das in dem bekannten Satz gipfelt: Ich denke, also bin ich. Der Gedanke, dass man an allem zweifeln kann, reizte die spätere Philosophie sehr und machte Descartes Ansatz zur Kultphilosophie.

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«Alles gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizism[us] veranlassen, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis. » Karl Marx, 8. Feuerbachthese. Teil2

Uri Bülbül
Der methodische Zweifel bei Descartes, was eine Reduktion der Wahrheitsbehauptungen bewirken sollte, um an einen Punkt der Gewissheit zu kommen, von wo aus man ein neues Theoriengebäude errichten kann, wurde zu einer Ulknummer der Pseudophilosophie, worin alles einfach nur bezweifelt wird, ganz ohne Sinn und Verstand. Manche finden diese Art sei ein tatsächliches und einzig mögliches Philosophieren, andere nehmen das als Beleg dafür, wie unsinnig Philosophie doch sei, da sie wirklich an allem und jedem zweifeln ließe, was man eigentlich in der Lebenswelt als gesichert braucht, um überhaupt leben zu können. Wenn ich mich auf einen Stuhl setzen will, aber an seiner Existenz zweifle, wenn ich durch eine Tür gehen will, aber an ihrer Existenz zweifle, kann ich bald keinen einzigen Schritt mehr tun. Oder ich erkläre alles zu einer Illusion und lebe munter weiter ganz ohne die Unterscheidung von wahr und falsch, wirklich und unwirklich. Damit hätte die Philosophie ihren Sinn wirklich vollkommen verfehlt, denn gerade sie will doch ihrem Begriff und Anspruch nach die Liebe zur Weisheit sein und uns zur Erkenntnis verhelfen.
Philosophie wird also absurd und völlig verulkt, wenn sie außer Zweifel an allem und jedem gar nichts mehr übrig lässt. Die Leute, die die Philosophie so darstellen, müssen sich aber auch fragen lassen, mit welchem Recht sie das tun und worauf sie sich genau berufen, denn leztendlich haben sie ja selbst gar keine gesicherten Grundlagen dazu. Auch der Satz: «Alles ist subjektiv oder alles ist beliebig» ist paradox, weil zumindest er selbst Anspruch erhebt, allgemeingültig und nicht beliebig und eben objektiv zu sein; denn er macht eine Aussage über «Alles».
Da haben wir die Theorie nicht nur im Wahn und im Mystizismus wie in religiösen Behauptungen über die Erschaffung und Beschaffenheit der Welt, weil es irgendwo geschrieben steht, als könnte man keine falschen Behauptungen aufschreiben, sondern auch im Absurden.
Bemerkenswert ist, dass Marx in dieser These von «rationell» und nicht rationalistisch spricht. Während die Behauptungen einer Theorie ohne reelle Grundlagen aber in sich logisch schlüssig rationalistisch sind, ist eine rationelle Theorie eine, die sich praktisch bewährt und zum Begreifen dieser Praxis verhilft. Die Praxis ist zwar keine absolut sichere Gewähr für die Wahrheit und Richtigkeit einer Theorie, aber mit einem gewissen Pragmatismus kann man sie gut ertragen, wie es auch die Naturwissenschaften tun: solange eine Theorie erklärt und Voraussagen erlaubt, die praktisch eintreffen, kann man sie als wahr gelten lassen.
Die Praxis also bekommt Priorität, das gesellschaftliche Zusammenleben der Menschen und damit die Politik. Und die Politik wiederum hängt nicht unerheblich von ökonomischen Verhältnissen und vom Besitz und Eigentum ab. Und diese Praxis prägt den Menschen, der nicht ein abstraktes Wesen an sich hat, sondern wesentlich veränderbar ist.

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«Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern.» Karl Marx, Thesen über Feuerbach, Geschrieben im Frühjahr 1845. Nach der Veröffentlichung des Marx-Engels-Lenin-Instituts, Moskau, 1932.

Uri Bülbül
Diese 11. Feuerbach-These von Karl Marx wurde und wird oft gegen die Philosophie und Philosophen verstanden. Seit Anbeginn der Philosophie steht sie unter diesem Legitimationsdruck gegenüber jenen, die sie nicht betreiben und auch nicht recht verstehen: Wozu soll sie gut sein?
Diese Frage aber, die eine teleologische ist, (Telos=Ziel) setzt ein funktionierendes Bezugssystem voraus, wo jedes Ding und jede Tätigkeit einen Zweck im System erfüllt, nämlich den, wozu es bzw. sie da ist.
Aber von Anbeginn der Philosophie steht diese im Konflikt mit der Teleologie, weil sie eine geistige Haltung und Tätigkeit ist, die einen beobachtenden Außenstandpunkt einnimmt und von dieser Perspektive aus das Funktionierende betrachtet. Sie könnte auch als so etwas wie der Ausguck auf der Brücke eines Schiffes verstanden werden, der mit dem Fernglas in die Ferne schweift, um zu schauen, was eventuell auf das Schiff zukommen könnte. Damit hat der Ausguck eine und keine Funktion zugleich; denn weder braucht man ihn, um das Schiff in Gang zu setzen noch braucht man ihn für die Navigation. Aber er verleiht auf der Brücke doch eine gewisse Sicherheit.
So auch die Philosophie, die um die Systeme und auf sie selbst beobachtend (Theorie) schaut. Manchmal sogar betreibt die Philosophie in ihrer eigenen Tradition, sich als System und ein historisches Wesen betrachtend, Nabelschau. Sie steht außerhalb und über den Dingen und Systemen und auch außerhalb ihrer selbst als Meta-Theorie.
Dies erklärt nicht den Ausdruck „Metaphysik“, auch wenn man zurecht denken kann: die Philosophie betrachtet auch die Wissenschaft von der körperlichen Welt (=Physik) von außen. Denn die Metaphysik entwickelt sich hierbei selbst zu einem System, das nicht ausreichend beschrieben ist, wenn man sie nur als Betrachtung der Physik von außen versteht. Vielmehr befasst sie sich mit spekulativen ewigen Gesetzen auf spiritueller Ebene, die angeblich die materielle Welt ordnen. Die Metaphysik zieht sich ihrem Begriff nach konsequent aus der Erfahrungswelt heraus, da die Erfahrungswelt immer auch eine materielle, physikalische Komponente hat, und versucht mit Argumenten der reinen Vernunft, des rein Geistigen also, die Prinzipien durch Reflektion zu ergründen, die die Welt insgesamt und universell zusammenhalten und ordnen. Dieses Arbeiten mit reinen Begriffen ist mit einem Wort als Rationalismus zu bezeichnen. Darin zählen allein die Gestze der Logik, ganz gleich, ob die Begriffe, mit denen operiert wird, inhaltsleer sind oder nicht.
Marx aber hatte mit seiner 11. These keineswegs die Metaphysik im Auge, weil Feuerbach selbst, Metaphysikkritiker ist. In dieser These ist besonders auf das Wort „nur“ zu achten. Etwas zu tun ist nicht falsch, aber „nur“ es zu tun, kann falsch oder ungenügend sein. Nicht die Interpretation der Welt an sich ist zu bemängeln, sondern dass daraus nichts auf die praktische Welt zurückfließt. So kommt es nämlich darauf an, sie zu verändern.

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Ich bin beeindruckt von deiner Antwort: https://ask.fm/Klugdiarrhoe/answers/146760346553 - Allerdings finde ich, dass A S K kein geeignetes Medium ist für einen echten solidarischen Dialog. Ich bin etwas radikaler und bei mir wird viel von A S K zen.siert. So kann man nicht diskutieren :(

So, so, "beeindruckt" - na dann...
Jedes Medium, das Kommunikation erlaubt und ermöglicht, kann genutzt werden und ist bis zu einem gewissen Grad so gut wie seine Nutzerinnen und Nutzer. Vielleicht ist das ask-Publikum aus einem radikal revolutionären Standpunkt aus betrachtet nicht optimal und vielleicht lässt sich von hier aus tatsächlich keine Systemveränderung einleiten. Aber meine bisherige Erfahrung, die 40 Jahre Politik beträgt, sagt: es gibt den einen bestimmten archimedischen Punkt, von dem aus sich eine Systemveränderung herbeiführen lässt, sowieso nicht. Als Chaostheoretiker könnte man vielleicht an den Schmetterlingseffekt glauben und sagen, egal wo du deine Flügel schlägst, du könntest eventuell einen Orkan auslösen.
Deine Aussage "Ich bin etwas radikaler" ist meiner Einschätzung nach Eitelkeit; du provozierst die ask-Zensur, um deine Radikalität damit zu unterstreichen. Und genau so kann man nicht diskutieren. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der radikalste im ganzen Land? Eine Logik, der die pseudoradikale Linke immer schon gefolgt ist und darin sich wohl fühlt, die (radikale) Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Ein Handlungskonzept auf konsensualer Basis entsteht dabei nicht und die Kapitalisten und Systembefürworter sowie faschistische Rechte profitieren davon. Das gehört leider zum Wahnsinn in der Politik.
Im Zusammenhang des Kapitalismus aber möchte ich auf einen Zeitungs-blog-Artikel afmerksam machen, der mir auf fb untergekommen ist. Viele Ansätze sind da, die Netze müssen noch gesponnen werden: https://agora42.de/kornberger-widerspruch-kapitalismus/
Aber es bleibt bei der 11. Feuerbachthese frei nach Marx: es kommt nicht auf die Interpretation der Welt allein an, sondern auf die Praxis, sie zu verändern.

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Wie beurteilt ihr euch selbst im Bezug auf die Gesellschaft? Habt ihr z.B. das Gefühl ihr seid verrückt oder sind die es? Oder wird alles nur hochgekocht und Trump ist gar nicht so schlimm? Oder versucht ihr das Ganze gar nicht mehr, in einem logischen Rahmen zu erfassen?

Simona ⁽⁽⁽i⁾⁾⁾
Wahnsinn-Gesellschaft-Geschichte und Ökonomie.
Die Logik des Kapitalismus, der Ausbeutung der Welt und der Ressourcen auf der ganezn Welt die Menschen mit einbezogen, hat ja eine ökonomisch gesehen wissenschaftliche Analyse erhalten. Und diese Logik der Profitmaximierung und Ausbeutung ist im logischen Rahmen, wie sich die Menschen aber zum System verhalten, die Individuen zur Gesellschaft, die Menschen in der Politik, in ihrem Denken und Bewusstsein, das ist der nackte Wahnsinn. Der größte rationalistische Irrtum der Marxschen Philosophie und der politischen Ökonomie ist, dass er das Bewusstsein des Menschen im Verhältnis zur materiellen Basis letztendlich nicht im logischen Rahmen beschreiben konnte. Eine Dialektik zwischen Basis und Überbau zu konstatieren, beschreibt einfach nichts. Und vor diesem Wahnsinn stehen wir verständnislos, hilflos und wie der Ochs vor dem Berg. Warum kann es nicht eine annähernde Einigung der Linken geben? Warum ist die Sozialdemokratie so sehr dem Kapitalismus verfallen? Diesem Neoliberalismus, den nicht nur Schröder abgefeiert hat? Waum suchen Grüne, Linke und SPD keinen Konsens? Warum trittst du mit mir nicht in direkten und solidarischen Dialog? Warum suchen wir uns nicht zu vernetzen und Widerstandsformen zu fördern oder zu entwickeln? Warum divergieren Meinungen so sehr, dass wir alle tatenlos zuschauen, wie die Welt zugrunde geht? Ich finde auf all das keine vernünftige im Sinne von: das Phänomen erklärende Antwort. Verrückt von der Norm ist die eine Sache, in diesem Sinne bin ich gern verrückt und ich bin auch verrückt nach meiner großen Liebe, aber der Wahnsinn ist etwas anderes: da ist man nicht verrückt, sondern dem Wahn verfallen, der Einbildung, der Täuschung, der Illusion und der Halluzination. Medien schüren Illusionen, aber nicht nur sie: die Erziehung, die Schule, der Konsum, die Gesellschaft, die Arbeit und Geld fetischisiert. Ich bin heute 55 geworden und muss sagen, dass mein poltisches Bewusstsein vor 40 Jahren erwacht, ist an einem Punkt der großen Ratlosigkeit. Der Mensch hat zwar Anteile von Vernunft und Logik, ist aber insgesamt nicht in der Lage politisch wie historisch vernünftig zu handeln, auch die Ökonomie kommt letztendlich nicht der Vernunft, denn der Kapitalismus ist Irrsinn und hat zwar eine immanente Logik, aber ist absolut unvernünftig bezogen auf das Glück der Menschen als Gesellschaft. Du hast es ja selbst schon in deinen Fragen thematisiert: es gibt wenige, die so reich sind, dass sie hunderte von Leben leben müssten, um ihren Reichtum halbwegs aufzuzehren, während viele viele andere Not leiden. Warum wird dagegen nichts unternommen? Warum bleibt der Aufstand der Vernunft aus? Dazu habe ich keinen logischen Rahmen und keine vernünftige Antwort.

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Magst du Leute, die sich in dein Privatleben schleichen?

Nein, ich würde keine Leute mögen, die sich in mein Privatleben schlichen. Aber wer außer den Kraken staatlicher und wirtschaftlicher Macht sollte sich in mein Privatleben schleichen wollen? Und die genannten Kraken mag ich sowieso niucht, ganz egal, in wessen Privatleben sie sich schleichen.

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Welche Frage/ Antwort hier auf ask hat dich zuletzt den Kopf schütteln lassen?

ialociN
Das war die Frage vom toten Tod @alexderredliche, worauf ich eine Antwort gegeben habe, die mich aber selbst nicht zufriedenstellt: https://ask.fm/Klugdiarrhoe/answers/146626644153
Ich meine das Kopfschütteln jetzt gar nicht so negativ, aber wie kommt es, dass jemand, der wirklich sehr intelligent scheint, solch einen seltsamen Humor oder was das sein soll, an den Tag legt. Es ist doch jedem offensichtlich, dass Christen, dessen Symbol das Kreuz für die Leiden und Erlösung der Menschen von den Sünden ist, nicht eine Spinne würdigen, nur weil sie ein Kreuz auf dem Rücken trägt. Man kann vom Christentum halten, was man will und man kann ja auch ein Kirchengegner sein, ein Antiklerikaler sozusagen, aber wozu diese Frage? Das entbehrt einerseits jeder Kritik und jeder Ernsthaftigkeit und zugleich entbehrt es auch des Humors. Aber immerhin hat mich die Frage so den Kopf schütteln lassen, dass ich daruaf eine Antwort gegeben habe, die selbst nicht sonderlich humorvoll oder intelligent ausgefallen ist. Also ist hier auch Selbstkritik angebracht. Ich traue dem toten Tod weitaus intelligentere Fragen und Antworten zu und andere Fragen, die er mir schickt gefallen mir auch sehr. Demnächst werde ich auch eine beantworten, sie ist sehr essentiell und trifft meine momentane Lebens- und Stimmungssituation wie den Nagel auf den Kopf. Gott sei Dank und der Kreuzspinne auch, fühle ich mich von der Frage nicht erschlagen.

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Ich sehe, du antwortest nicht jedem

Ach da siehst du was falsch. Ich antworte nicht jeder Frage oder nicht sofort. Manche Fragen bleiben leider lange, sehr lange liegen. Das tut mir auch sehr leid, aber ich möchte auch andere Dinge schreiben oder auf manche Fragen lieber ganz in Ruhe sehr ausführlich eingehen. Also nicht persönlich nehmen. Ich antworte eigentlich wirklich jedem, sofern mir die Frage zusagt und mir eine Antwort einfällt.

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Von Fischstäbchen zum Veganismus - die Exkurse in SOKRATES und wie es mit dem sprechenden Delphin weitergeht. Basti macht sich Gedanken und formuliert diese selbst. SOKRATES Folge 353:

Uri Bülbül
«Das ist, wenn man keine Tiere isst und auch keine Sachen, die von Tieren produziert werden und Lebensmittel, die aus Sachen bestehen, die von Tieren gemacht werden, also zum Beispiel Honig und Spiegelei und Milch und Käse und Schokolade und Schokoladeneis und Pudding und so.
Aber ich frage mich irgendwie manchmal, ob dazu auch vegane Gummibärchen-Tiere gehören, weil das ja eigentlich keine echten lebendigen Tiere sind, sondern Gummibärchenmaterial in Tierform. Also wären das dann ja quasi vegane Tiere, aber vegan und Tiere ist ja eigentlich widersprüchlich und deshalb finde ich das merkwürdig, dass es sowas überhaupt gibt, weil also ich bin ja kein Veganer, aber wenn ich einer sein wollen würde, würde ich das dann glaub ich ganz schwierig finden, zu entscheiden, ob ich sowas dann essen wollen würde oder lieber nicht. :c » Antwortete Basti @Maulwurfkuchen. (*https://ask.fm/Maulwurfkuchen/answers/145945672555 ) Nadia wollte gerade den Eimer aus dem Bad tragen, als der kleine Delphin seine Gedanken zum Vegansein auszuführen begann. Sie hielt erstaunt inne und ließ ihn nicht nur ausreden, sondern hörte ihm mit halb geöffnetem Mund zu. Durften nun Veganer vegane Gummibärchen essen? Sie enthielten keine tierischen Produkte, aber sie sahen aus wie Tiere. Aber Nadia schüttelte den Kopf. «Also wirklich, Kleiner! Du hast vielleicht eine Art über Dinge nachzudenken! Ich finde das sehr bemerkenswert. Aber meiner Meinung nach sind Gummibärchen wie Teddybären keine echten Tiere, sondern Spielzeug. Ja, ja, du wirst jetzt sicher sagen: Mit Essen spielt man nicht. Womit du ja auch nicht unrecht hast; du bist ein schlaues Kerlchen, aber dennoch bleibt das Argument, dass Gummi- und Teddybären keine Tiere sind. Siehst du? Du denkst, wenn du ein Legokamel baust, wird das ein Tier und du kannst es nie wieder auseinander nehmen und vielleicht etwas ganz anderes aus denselben Steinen basteln. Vielleicht eine Straßenlaterne oder ein kleines Häuschen. Oder ein Auto, also irgendetwas, was bestimmt kein Tier ist und keine Pflanze, gar kein lebendiges Wesen, verstehst du?» Der Delphin kicherte aufgeregt. Natürlich verstand er, was Nadia sagen wollte. Aber das war eben keine Sache des Arguments, sondern der Wahrnehmung. Sie sah nicht, dass das Kamel, einmal aus gelben Legosteinen zusammengesetzt, zu leben anfing und sein Dasein als Kamel begann. Es wieder auseinanderzunehmen, kam dem Töten des gelben Legokamels gleich. Basti sah das und wusste es genau. Nadia sah das nicht. Für sie lebte das Legokamel genausowenig wie ein Teddybär aus Stoff. Aber warum sollte ein Teddybär keine Seele haben oder ein Gummibär aus veganen Nahrungsmitteln hergestellt? Manche sprachen ja sogar Tieren aus Fleisch und Blut die Seele ab. Und zurecht empörte man sich über diese Leute. Genauso gut könnte man sich doch auch über diejenigen empören, die Teddy- und Gummibären und gelben Legokamelen die Seele absprachen! Genau das dachte der kleine Delphin so intensiv, dass Nadia seine Gedanken hörte.

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Ich habe nach langer Zeit mal wieder einen Text geschrieben und bin mir nicht wirklich sicher, was ich davon halten soll. Hast du eine Meinung dazu? Ich kann mir davon leider kein subjektives Bild machen, daher die Rundfrage: https://ask.fm/Nicolai1995/answers/146185908673

ialociN
Ein interessanter Text über ein um sich kreisendes und an sich verzweifelndes Ego. Gerade in diesen Tagen kann ich es sehr gut nachvollziehen. War ich doch selbst in der vergangenen Woche einmal so sehr verzweifelt über mich selbst und meine gnaden- und grenzenlose Dummheit. Da jemanden zu haben mit tröstenden und ermunternden Worten, obwohl gerade ihm mit dem Schwachsinn wehgetan wurde, ist ein gigantisches Glück, das mir zuteil wurde.
Umso eindringlicher kommt mir Dein Text in dieser Situation vor.
Nun zum Literarischen. Es bleibt dabei: das Relativpronomen "welche", "welcher", "welches", um Nebensätze einzuleiten ist zu altbacken und pseudogeschwollen. Eine stilistische Unmöglichkeit wie Furzen beim Essen bei den Großeltern. Einige halten es aber für besonders gut, wenn sie statt der Artikel, ein Relativpronomen benutzen, welches (haha) ihren Text niveauvoller machen soll. Pfusch im Stil ist das - mehr nicht.
Auch an einigen anderen Stellen schwächelt der Text stilistisch, aber ich weiß aus früheren Kommentaren, dass du dich vehement dagegen wehrst, Texte nachzubearbeiten, als würde sich dadurch die Offenbarung deiner heiligen Psyche verfälschen.
Ich habe aber meine Änderungsvorschläge trotzdem gemacht und schicke dir den Link zur Datei als Frage. Und ja, lieber Nicolai, ich denke, die Mühe, sich mit deinem Text zu beschäftigen, hat sich gelohnt. Er ist es wert.
Liebe Grüße.

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Warum hast du mir nicht zum Geburtstag gratuliert? :c

Mein lieber @Maulwurfkuchen, oh Mann, Du mein magischer Lieblingsheld aus dem SOKRATES-Roman... nein, umgekehrt, du mein treuer SOKRATES-Weggefährte, der zum magischen Helden im Roman geworden ist; der Junge, der sich in die Träume der anderen begeben kann; ein Wanderer zwischen den Welten, wo die Schulweisheit des Menschen versagt, wie Hamlet es nennt: «Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, Als Eure Schulweisheit sich träumt». Da bewegst du dich und verwandelst dich von einem Jungen in der Villa, im Sanatorium, in einen sprechenden Delphin oder machst Dich auf den Weg mit Lara in den magischen Hattinger Wald.
Gestern las ich für meine Theateraufführung Eichendorffs
«In der Fremde»:
«Aus der Heimat hinter den Blitzen rot
Da kommen die Wolken her,
Aber Vater und Mutter sind lange tot,
Es kennt mich dort keiner mehr.
Wie bald, ach wie bald kommt die stille Zeit,
Da ruhe ich auch, und über mir
Rauscht die schöne Waldeinsamkeit.
Und keiner kennt mich mehr hier.»
Du triffst im Hattinger Wald die Seeräuber oder Bellarosa und hast dort deinen Freund in der schiefen Hütte: Viktor, einen seltsamen Forscher, würde ich sagen, einen Professor, wofür auch immer. Er versucht jedenfalls dem Geheimnis des Lebens auf die Spur zu kommen. Aber ist das nicht die große Herausforderung, vor der wir alle stehen, ob jung oder alt?
Du bist noch jung, Eichendorffs Gedicht bezieht sich eher auf einen älteren Menschen wie mich zum Beispiel. Du hast so schön geschrieben, dass du nicht älter werden willst und wachsen wolltest du eigentlich auch nicht. Nun bist du schon fast ausgewachsen, aber gegen das Älterwerden können wir alle nichts machen. Nur im Roman bist du noch 15 Jahre alt, etwas jünger als die Schwester der Kommissarin, die im Koma liegt und die dir gelbe Legosteine in die Villa gebracht hat, weil du es von ihr in ihrem Traum so wolltest. Die gelben Legosteine sind nicht vergessen, auch wenn schon länger nicht mehr davon die Rede war. Luisa selbst mit einem seltsamen sehr alten Mann als Liebespaar unterwegs in einem Luxusflieger der Extraklasse. Eine bunte chaotische Welt, in der wir leben und uns zu orientieren suchen. Und in diese Welt sind wir alle hineingeboren und feiern es, damit wir wahrgenommen werden und uns geliebt fühlen können. Du, mein Lieber, bist mit Deinem ask-Profil und Deinen Antworten auf jeden Fall von mir wahrgenommen und nicht nur zu Deinem Geburtstag, zu dem ich Dir hiermit nachträglich gratulieren möchte. Kurz hatte ich es vorher schon auf dem Schirm, dann sind mir andere Dinge durch meinen wirren Kopf gegangen, haben sich in den Vordergrund geschoben und mich Deinen Geburtstag aus den Augen verlieren lassen. Aber auf Deine Frage hier und auf Deinen Geburtstag will ich auf jeden Fall eingegangen sein.
Du bist mir wichtig! Herzlichen Glückwunsch!

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Wenn du dich entscheiden müßtest, im Bett oder auf der Terrasse zu frühstücken, welches von beiden würdest du wählen?

Terrasse. Ich liege und liebe im Bett und liebe es im bett zu liegen. Aber zum Frühstück gehe ich doch lieber an die Sonne, an die frische Luft, auf die Terrasse, da pieken auch die Krümel nicht so und es ist viel bequemer.

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Wurdest du dieses Jahr bereits enttäuscht? Wenn ja, womit?

ialociN
Womit werde ich hier nur andeuten: mit an Schwachsinn grenzender und ekelhafter Niveaulosigkeit. Von wem? Von mir selbst. Ich habe mich sehr enttäuscht und würde am liebsten im Erdboden dafür verschwinden. Aber heute geht es wieder aufwärts.
Das Positive daran: Zu erleben, dass Liebe verzeihen kann und wieder aufrichten.

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Es ist Abend. Du sitzt gemütlich an der Bar um die Ecke. Du bist allein und einsam. Was tust du?

Wolfslyrik-das süße Wölfchen♥
Ich sitze gemütlich an der Bar um die Ecke. Ich bin allein aber nicht einsam. Ich habe mich und meine Gedanken, die Diskurse der Jahrhunderte und Jahrtausende in Literatur festgehalten und Philosophie kreisen durch meinen Kopf mit all den Erlebnissen vermengt, die mein Leben mir beschert hat.

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Was bist du hobbymäßig?

Vanity -Fragen-
Wie schon erzählt, müsste weiter unten im Profil stehen und könnte unter den über 4000 Antworten auch untergegangen sein, bis jemand es zufällig liest und liket: ich trenne nicht zwischen den Bereichen in meinem Leben, sondern lebe es ganz zusammenhängend. Eine meiner Leidenschaften ist, wenn man Hobby als Leidenschaft betrachtet: der Kleingarten; ich bin hobbymäßig Kleingärtner, aber wenn man bedenkt, dass ich das Holz, was bei uns im Verein anfällt und die Gartenfreunde zu mir tragen, verbrenne und damit mein MagicMysteryHouse heize, dann kann man an diesem Symbol erkennen, wie die Dinge zusammenhängen; ohne den Garten würde ich auch ganz anders philosophieren und schreiben und im Garten ist manch eine SOKRATES-Folge genauso entstanden, und wäre an einem anderen Ort sicherlich anders geworden. Heute habe ich wieder Holz gesägt, aber die Kette springt jetzt immer von der Säge, so dass ich nicht ganz so weit kam, wie ich wollte. Ob das Schwert leicht verbogen ist?

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