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jay
Ich war so ein typisches Allein-Kind. Ich bin immer gern allein in die Stadt gelaufen, und hab' dort mein Taschengeld in irgendwas investiert. Es gab damals so kleine Ravensburger-Sammelbüchlein zu verschiedenen Themen; die hab' ich im Akkord gekauft. Ansonsten kaufte ich auch meinen Nachfolger-Lieblingsfisch aus dem Eltern-Aquarium allein, und oft auch so kleine Geschenke für meine Schwester wenn sie krank war. Ich machte das gerne alleine, weil Freundinnen immer dazu neigten, einem was aufzuschwatzen. Es gab damals so einen "Haben alles"-Laden namens Blokker, da konnte ich immer am günstigsten Zeug bekommen, wenn's nicht gerade Bücher waren. Zu Geburtstagen gab's dann halt immer mal 'ne Tasse, weil mir zwee Mark als gutes Angebot für 'nen nützlichen Erwachsenen-Gegenstand erschienen.
Dort allenfalls kaufte ich dann eines Tages mal so eine reduzierte Billig-Steffi-Barbie-Abklatsch-Shelly (die Tassen waren auch immer reduziert) - und weil ich nicht wollte, dass die Frau an der Kasse denkt, ich wäre noch so klein (<7), dass ich Spaß daran hätte, meinte ich halt beim Zahlen, dass die für meine Schwester sei. War ja auch so. Die hatte mal wieder die Kotzerei oder sowas. Oder Windpocken - keine Ahnung. Wenn sie gesund war mochte ich sie manchmal mit nem harten Kissenknopf auf die Schläfe schlagen NUN ALLENFALLS kam ich da aus diesem Blokker, und es muss so eine Stunde vor der Dämmerung gewesen sein; wenn die grauen Asphaltsteine zusammen mit den Lichtverhältnissen schon so einen latenten Blau-Schimmer ankündigen - da ging ich da mit meinem Blokker-Beutel - EVENTUELL auch 'nem Buch - über den Platz, der zum "Diddl-Laden" führte - und vernahm auffällig viel Blickkontakt von Passanten; sie schauten mich an, als könnten sie mich nicht in ihr System einordnen; als würde meine Erscheinung in ihren Köpfen 'nen Denkvorgang auslösen. Ich meine, wer weiß, was in den Schnitzelköpfen da wieder los war, aber es war wirklich das erste Mal, dass ich als Kind psychosoziale Verwunderung so stark empfand. Kann sogar sein, dass ich daraufhin meine Kleidung nach Schlonzflecken untersucht habe.
Ich fragte mich dann - halb infantil paranoid, halb spielerisch - ob ich unter meinem Fleisch nicht ein Android bin; irgendein krankes Experiment, von dem vor Jahren was in der Zeitung stand - und alle wissen's, nur keiner spricht mehr darüber. Sone Art Junior-Terminator-Truman-Show.
Aufbauend auf DEM Gefühl dabei kommen mir solche Sachen in den Sinn, immer wenn jemand die Nickname-Gretchenfrage stellt.
Wie soll ichn das dann bitte auch noch in 1-2 kurzen Sätzen formulieren, die im Nebensatz scheingelassenen Zynismus und ein passendes Bild zulassen?

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