Ask @RobinHoe:

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Ich bin da.
Wenn ich eines gewiss niemals bin, dann weg. Ich gehe meinen Weg und das braucht Zeit. Ich verschwende zu viel meiner Zeit, beim Versuch, mir Zeit zu nehmen. Ich habe keine Zeit. Zeit ist ein Privileg und ich fühle mich privilegiert genug, als dass ich noch mehr Zeit bräuchte.
Eine Hausarbeit dauert 2 Stunden, eine Doktorarbeit 2 Tage, eine Platin-Platte 2 Wochen, mein Sommer 2 Monate und Gewissheit meist mehr als 2 Jahre.
Ich brauche keine Zeit, ich brauche Platz. Ein bisschen mehr Platz für jeden auf einen Zettel geschriebenen Fehler, aus dem ich gelernt, ihn danach zerknüllt und auf den Haufen der restlichen geworfen habe. Ein bisschen mehr Platz, meine Vorstellungen auf einen Blick erkennen zu können, um mich noch besser um mich selbst drehen zu können. Ein bisschen mehr Platz, für einen Spiegel an jeder Wand im Angesicht der Wahrheit, nur um zu sehen: Ich bin da.
Ich reise viel. Das hilft, meiner Sprunghaftigkeit einen Kompass zu geben, der mich stets wieder zurück nach Hause bringt, vor den Spiegel.
Ich brauche keine Zeit. Ich brauche mehr Anläufe. Noch mehr Anläufe auf dem Weg zu mir selbst, um noch mehr Facetten von mir zu sehen und zu erkennen, warum sie mir nicht stehen.
Ich brauche keine Zeit, nicht noch mehr Zeit für mich, wenn andere sie für mich haben. Und wenn ich dann doch mal welche habe, verschenke ich sie in der Hoffnung, mein Gegenüber hebt Geschenkpapier auf.
Ich warte auf meine Zeit und wenn sie kommt, dann bin ich da. Und auch so.
Ich bemale Wände im Hintergrund, verzichte auf übliche Schemata und greif sie nur wieder auf, sitzend vor dem Amtsgericht, weil diese Kunst nicht dem Spießbürgerverstand entspricht.
Ich bin müde, ich bin für mich allein und ich gehe jetzt. Aber seid euch einer Sache stets bewusst: Ich bin da.
An dieser nun seit Wochen ersten freien Stelle einen herzlichen Gruß, der vorerst auch der letzte von mir hier sein wird, da ich wie vergangenen Monat auch die nächsten nicht in Berlin verbringen und mich bis zur Wiederaufnahme dieser Projekte am Freitag mehr oder weniger von der Außenwelt und vor allem dem Internet abschotten werde.
Verfolgt mich auf instagram.com/robinhoe, wo ich ab nächster Woche wieder aktiv sein und aktuelle Projekte veröffentlichen werde und freut euch mit mir über die vergangene, aktuelle und vor allem auf die kommende Zeit. Es ist noch viel Größeres geplant und bereits im Gange, seid gespannt.
Bleibt gesund und schaut ab und an in den Spiegel, bis bald.

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Wir beide hatten nie Stress wegen Geld, man, für ein Kind im Überlebenskampf wie mich ist das seltsam - Wir sind wie Brüder von verschiedenen Eltern!
Einen echten Freund erkennst du daran, dass er da ist, wenn du vollkommen am Arsch bist und nicht daran, dass er dich vollquatscht, wenn du jetzt dann doch mal Erfolg hast!
Tausend Kommentare und Tausend Likes, dieser ganze Scheiß von dem gar nichts bleibt, denn am Ende des Tages sind die echten Freunde unter Hunderttausend nur zwei, drei Leute!

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Alice
I built a friend with three pieces of plastic and a pen
I made him on the table in the den
I gave him my old cell phone for a head, for a head
And we spent holidays at my house and we left presents in a stocking
And we bought bolts and things and strings and a new watch, that's what he got
And we had so much fun together - We knew we'd be friends forever
And we had so much fun together - We had so much fun
Then I left for college in September and we wept cause we can't be together
So I kept pictures to remember my old friend, my old friend
Then I met this girl at graduation and forget my oldest creation and I guess I'll see him next vacation - Send my best, I send my best
And we had so much fun together - We thought we'd be friends forever
And we had so much fun together - We had so much fun
I came home to find him on the table with a note, scribbled out in pencil
And he wrote, that he just wasn't stable all alone, all alone
Next to him, an empty glass of water that he spilt, all over the body that I built, it fizzled and it popped and then it killed, and then it killed.
And we had so much fun together - We thought we'd be friends forever
And we had so much fun together - We had so much fun

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Siehst du die Münder? - Sie sprechen!
Solange wir Mensch sind, ebbt es nicht ab, dieses Gewirr aus Stimmen und Sprachen.
Die Münder sind Schwellen zwischen "innen" und "außen", die Lippen sind Türen.
Wenn uns etwas berührt und in Bewegung versetzt, vernetzen wir Zeichen.
Dann schreiten die Laute hinüber nach draußen;
dann flattern die Zungen wie Fahnen;
dann schicken wir Schall auf die Reise und heften die Hoffnung auf Nachhall daran.
Siehst du die Münder? - Sie sprechen!
Sie suchen danach, sich Gehör zu verschaffen und trommeln auf Fellen;
sie tanzen im Rhythmus und beben im Puls ihrer Zeit;
sie falten Gedanken zu Klängen und malen aus Klangfarben Bilder.
Sie malen Bilder so, wie wir sie sehen, vor unserem geistigen Auge.
Dann kehren sie unsere Haut wie eine Leinwand nach außen, darauf ein Bild von uns selbst in der Welt.
Siehst du die Münder? . Nicht wenige schweigen!
Es hat ihnen etwas die Sprache verschlagen. Es fehlt diesen Mündern an Worten.
Sie atmen, sie essen, sie trinken, doch sprechen sie nicht.
Fast scheint es, als fehle auf jegliche Frage die Antwort, als fehlten die Fragen fast selbst, da kein Mund sie je stellt - Was bleibt ist der Hunger und Durst und die Stille dahinter.
So schweigen sie sich durch den Tag;
so schweigen sie sich durch die Tatsachen, ohne etwas zu sagen;
so nehmen sie hin, was ihnen die Welt abends zum Fraß auf die Teller serviert.
So verstreichen die Tage.
Siehst du die Münder? - Sie stimmen ein Lied an!
Eine Barrikade aus Mündern stellt sich dort singend Armeen verschlossener Ohren entgegen. Sie singen und fordern und kehren die Häute nach außen, darauf ein Bild von uns selbst in der Welt - Siehst du sie nicht? All die Münder, die sich da öffnen und schließen, im Takt.
Noch hegen sie Hoffnung, dass Worte im Kampf mehr Gewicht haben könnte als Blei, noch falten sie ihre Gedanken Klängen.
Sie ringen nach Luft; sie ringen nach Zeichen, die grenzenlos sind; sie träumen davon, dass am Ende mehr als nur Sprachlosigkeit bleibt; sie ebben nicht ab, all die Stimmen; sie geben den Blick frei nach innen.
Sie lachen und schreien und küssen und streiten.
Die flatternden Zungen bewegen die Lippen; sie schicken den Schall auf die Reise und heften die Hoffnung auf Nachhall daran.
So stellen sie sich dem Verstummen entgegen; so weigern sie sich, zu vergessen.
Siehst du die Münder? Siehst du sie nicht? - Es sind Münder von Menschen und sie sprechen für sich.

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Liebes WhatsApp-Hersteller-Team,
ich möchte gerne meinen Status wiederhaben, den ich mir über Jahre nachhaltig und loyal aufbewahrt habe, nachdem ihr das überaus wichtige Feature entwickelt habt, das Datum eines jeden Status betrachten zu können.
Nach nun mehreren Jahren konnte sich mein Autismus erfolgreich auf die sich dauerhaft wandelnde Datumsanzeige gewöhnen und was macht ihr? - IHR LÖSCHT DIE SCHEIßE UND MACHT GENAU DASSELBE WIE JEDES ANDERE PORTAL AUCH; ICH WILL KEINE DRITTE STORY HOCHLADEN UND DIE VOR ALLEM NICHT JEDEN TAG ERNEUEN; SAGT MIR WOOOOZUUUUUUUU?
Mit freundlichen Grüßen,
Robin Hoe

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"Nächste Ausfahrt: Gesperrt!" (Teil 3 von 3)
Materieller Reichtum ist längst automatisch vergangen und deshalb versucht man nun immer wieder an mein Eigentum, in mein Auto zu gelangen – Ich schau aus der Scheibe und blick nur auf eine aufgebrachte Aufbruchsstimmung, empfinde das fast als mentale Erniedrigung, doch bin geschützt durch meine Zentralverriegelung.
Ich seh‘ das abziehende Unwetter, in welchem ein greller Lichtpunkt scheint, ehe er sich in meiner verdreckten Windschutzscheibe als eine mehrfache Spiegelung ringsherum breitmacht.
Ich entziffer‘ nun dieses Zeichen klarer und werde selbst zum Geisterfahrer.
Halt mache ich erst dann wieder, wenn ich in der Rush Hour gefangen bremse, sehe mich dann endlich statt im Rundkurs kreisend in Etappen rennend und von allen guten Geistern übergangen endend.
Doch dabei soll ich auf mich achten und möglichst so leben, wie andere es sich mal ausdachten.
Ich soll nicht zu viel verschenken, heißt es, nicht zu viel von mir geben, denn nimmt man Teile von einem Ganzen, so soll es danach weniger sein als zuvor gewesen.
Was soll man mir aus meinem Leben nehmen, frage ich mich dann eben, um mich danach kleiner als davor zu sehen?
Nimm mir mein Gesicht, ich zeig‘ dir wie wichtig mein Aussehen wirklich ist.
Nimm mir mein Geld und ich verkauf‘ dir im Gegenzug obendrein noch meinen Blick auf die Welt, in der das wirklich Wichtige unter „unbezahlbar“ fällt.
Nimm mir meine Willenskraft und ich zeig‘ dir, wie viel man nur mit reinem Schinden schafft.
Nimm mir meine Freiheit und ich mach immerhin ein Stückchen Platz, ein Stück mehr, in das sicher auch jeder andere passt.
Verbiete mir den Mund, ich zeig‘ dir, wie viele Wände ich beschreiben kann, kreuz und quer und bunt, so bleib‘ ich am Ende wenigstens auf ewig in Erinnerung.
Nimm mir was du willst, ich geb es dir sogar, egal wie wichtig, denn jegliche Stärke ist nicht nur dann produktiv, wenn sie eine für mich ist.
Und all das erzählt nur vom sich-im-Kreis-drehen, von einem Leben, indem zu viele statt nach Fleiß zu streben, sich diesen Stress lieber gleich und von sich möglichst wenig Preis geben.
Und so drehe ich weiter meine Runden in der Waagschale, als hätte ich sie nicht die ganze Zeit vermisst, auf der Suche nach meinem ganz persönlichen Gleichgewicht.

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"Nächste Ausfahrt: Gesperrt!" (Teil 2 von 3)
Ich rutsch aus auf der Zuckerglasur von Mutter Natur und dreh‘ Pirouetten auf meinem Fluchtpunkt nur um die Ideallinie für die Zukunft zu identifizieren und aufs Genauste zu studieren.
Ich baue Auswegschilder für Geisterfahrer in Einbahnstraßen, auch wenn sie im Leben einmal zu oft die falsche Entscheidung trafen.
Viel zu schnell hat der Mensch den Glauben an sich selbst verloren, hat keine Ahnung von der Erde, aber schaut hoch zum Mond.
Ist er beim Griff nach den Sternen geblendet von der Sonne, verflucht er das Licht – Ist ihm schwarz vor Augen, fährt er weiter im Nichts, bis er auf Gegenverkehr trifft.
Das bisschen Blut lockt sofort Haie an und kurz darauf wird bekannt, es ist schon wieder jemand draufgegang‘, als Beifahrer saß er unschuldig bei der Wahl der falschen Einbahnstraße.
Also dreh‘ ich weiter alleine meine Kreise, habe zurückgelassen, was mich zu begleiten pflegt und fahre geradeaus Richtung Scheideweg.
Manche sind zu schnell losgefahren, liegen geblieben mit einem Motorschaden oder wurden von den Kanten der Schale empor getragen.
Ich ziehe meine Lehren, bewege mich zwar immer wieder in hohen Sphären, aber stets in gut bekannter Gegend und hab‘ auch trotz weniger Abzweigungen keinen Grund die Kehrtwende zu wählen.
Und wenn ich Abwechslung brauch‘, fahr‘ ich Serpentinen im Takt zu meinem Herzschlag, bergauf und bergab, stets getrieben von meinem Vertrauen an die Schwerkraft.
Blindes Vertrauen in eine unsichtbare Kraft bildet meinen Glauben, was mich viel zu oft noch unsicher macht.
Deshalb merk‘ ich mittlerweile immer wieder, wie ich Sicherheit auf Kontrolle verschieb, während sich Intelligenz nur doch durch Faulheit und zu viel Langeweile ergibt.
Dauerhafter Erfolg beginnt mit Selbstkritik und bedarf eigenem Überwinden, wenn man nur zu ungern eigene Fehler reflektiert.
Ich höre zwar nie auf zu suchen, doch freue mich, wenn ich nichts finde.
Finde weit und breit keine Spur vom Zeitgeist, mit einem Bein im Schein, mit dem anderen Bein im Sein, glaube gleich in einer Einheit mit dem Inbegriff von Freiheit sein, doch dabei sollte Beinfreiheit in meiner Welt das wahre Highlight sein.

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unjustKid
"Nächste Ausfahrt: Gesperrt!" (Teil 1 von 3)
Seit mehr als 21 Jahren sitze ich nun hier, auf meinem Platz im gewöhnlichen Kleinwagen, bis zum bitteren Ende auf meinem höchst persönlichen Beifahrersitz, festgeschnallt vom einen bis ans andere Ende.
Ich bleibe solang‘ auf meinem maßgebenden Quadratmeter und schreibe mir einen nie dagewesenen Lebensratgeber, bis ich nicht mehr klar sehen kann.
So fahr‘ ich, in der Hoffnung, meine stetig betrauerte Einsamkeit wird vergehen und nicht für alle sichtbar aus jetzt untermauerter Peinlichkeit bestehen, weitere Jahre mit der Mimik, als sei all das nur eine vertraute Kleinigkeit gewesen, in meinem ewig andauernden Kreisverkehr des Lebens.
Jeder Einzelne sitzt auf seinem eigenen Beifahrersitz, im größten Kreis fahrend, die meisten in kleinen unscheinbaren Gefährten, einzelne mit Höchstpreiswagen.
Aber wozu einen leistungsstarken Spitzensportwagen, wenn es doch sowieso davon abhängt, wer hinter dem Steuer sitzt?
Und ich?
Ich kann sowieso nicht steuern, egal wie viel Übung angeblich verspricht.
Wie soll ich Fortschritte machen, wenn ich das Lenkrad zwar stets in der Hand habe, es aber nicht in den Griff bekomme?
Eine andere Erklärung habe ich nicht, wieso man in dieser Geschichte nicht hinterm Steuer sitzt, aber stets der Überzeugung ist, dass man den größtmöglichen Einfluss nimmt.
Oft fahr‘ ich stundenlang zum Zeitvertreib querfeldein auf der Suche nach dem Nerv der Zeit, verliere mich in den hintersten Ecken in meinem großen Kreis, finde meine Motivation, die am äußersten Rand liegt, münze sie in meinen neuen Antrieb und werde reich.
Dabei ist diese Fahrt im individuellen Kreisverkehr viel mehr wie das Kreisen einer Kugel in einer Waagschale.
Mit kontinuierlichem Antrieb in altbekannten Bahnen fahrend, aber immer darauf achtend, sich zu schnell und zu weit am Rand nicht selbst zu schaden.
Jedoch ist doch gerade dort oben am Rand der größte Freiraum, also denk‘ ich mir „scheiß drauf“ und fahre Stück für Stück weiter durch diesen Kreislauf, hole das Bestmögliche aus meiner zu kurzen Zeit raus, kümmer‘ mich pünktlich zu Weihnachten um meinen Maibaum und umtanz‘ ihn solange zu leisem Sound, bis mir kein schön formuliertes Klischee mehr meine Zeit raubt.

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hackedicht
"Zwischen Zwängen, Autismus und" (Teil 3 von 3)
Ich seh‘ große Männer weinen und ich seh‘ kleine Kinder lächeln
Ich seh‘ so viele Lämmer schweigen und zu wenig reine Herzen sprechen, zu wenige reine Herzen sprechen - Ich seh‘ die Falschen berechnen und zu viele Lügen statt Versprechen.
Lasst mich ausradieren und verdecken, wo gefehlt wurde, denn leugnen was geschehen ist, kann kein allgemeines Schweigen.
Lasst mich stattdessen möglichst viele eigene Fehler machen und lasst mich noch mehr daraus lernen.
Die einzige Sache, die zwischen mir und meinem Ziel steht, ist die bescheuerte Geschichte, wieso ich es nicht schaff, die mir andere stets berichten.
Lasst mich jetzt schon Gutes sähen, damit ich später Gutes ernte.
Lasst mich alles tun, weil ich kann, nicht weil ich muss. Lasst mich, weil ich kann.
Aber letztendlich sind wir dann doch alle ein bisschen gefangen in unseren Selbstporträts.
Die Gemälde, an der Zellenwand, denen immer noch was zur Vollendung fehlt - Jenes Problem, von dem am Ende dieser Text erzählt, von Dingen, die man sich nimmt und am Ende dann doch wieder zugesteht.
Jeder Gedanke nimmt denselben Weg, an dessen Ende stets ein verspiegeltes Etwas steht:
Das Ideale, reflektiert den blödsinnigen Nichtsnutz, bis sich alles relativiert im schnöden Realismus.
Freiheit ist vermessen, da das Denken so vergänglich ist - Jede Handlung ist so lächerlich, sobald man aus der Distanz auf die verdammt banalen Fragmente blickt.
Das einzige, was sich hieran ändert ist ein verblassender Lichtpunkt,
der sich leise verliert als Ausdruck unserer Wünsche, zwischen Romantik und Zynismus.
Ich bin müde, müde vom tun, müde vom müssen. Ich bin müde vom träumen.
Und ich bin müde von dem, was ich sehe. Und ich will nicht, dass meine Worte treffen.
Sie sollen berühren.
Ihr werdet vergessen, wie ich aussehe, vergessen, was ich gemacht habe. Und ihr werdet vergessen, was ich gesagt habe. Alles was bleibt, ist das Auslösen von Gefühlen.
Aber wenn mich am Ende trotz all dem jemand fragt, ob ich das, was ich gemacht hab‘, gerne gemacht hab‘, dann sag‘ ich:
„Hab‘ ich, ja.“ Dann sag‘ ich: „Hab‘ ich, Ja!“

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"Zwischen Zwängen, Autismus und" (Teil 2 von 3)
Ich sitze in meiner eigenen Zelle, schwankend zwischen „ich muss Überzeugungen am Ende eines Satzes wiederholen, damit sie im Ohr bleiben“ und „wieso sage ich ständig dasselbe?“
Und gerade deshalb frage ich mich hier immer und immer wieder, wann der Zeitpunkt gekommen ist, eigene Vorgehensweisen zu hinterfragen.
Rote Zahlen schreibt man mit blauer Tinte, verdeckt damit aber nur den Fokusschaden mit einer Augenbinde.
Menschen, ohne Erkenntnis, Ertrag und ohne Sinn, die andere niemals verstehen können und stets das fürchten, was sie nicht verstehen können, haben gestern schon gemacht, was heute immer noch nichts bringt.
Selbst die lautesten Stimmen kommen nicht auf dem Boden der Tatsachen an, wenn sie vom Gipfel der Ironie erschallen - Applaus, Applaus für keine Worte und keinen Verstand! Applaus, für keinen Verstand!
Doch solange daraus stetiges Schweigen resultiert, werden „interessiert“ zu „reserviert“ korrigiert und engagiert andere Brandherde präsentiert, bis man schließlich nicht nur akzeptiert sondern ganz und gar verliert, was so unkompliziert funktioniert, dass es wirkt wie inszeniert und man nur noch sieht, wie man konditioniert auf der Strecke liegt.
Ich lebe auf einem Planeten, auf dem Menschen das Finale der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar in einer Stadt planen, die heute noch gar nicht existiert.
Ich lebe auf einem Kontinent, auf dem man als Künstler für grenzwertige Äußerungen wegen Volksverhetzung verurteilt wird, während sich das Zeigen des Hitlergrußes von Politikern aufstrebender Parteien unter dem Schutz der Künstlerfreiheit verliert.
Ich lebe in einem Land, in dem man seit mehr als 15 Jahren einen Superstar sucht, aber die wahren Helden ignoriert.
Und ich lebe in einer Stadt in der in Sachen Zuverlässigkeit der Pizzabote die Polizei besiegt.
Schaut euch diese Welt mal an – Das hier ist nicht meine Heimat, ich bin in einer fremden gefang‘.
Also will ich meine verbleibende Zeit nutzen, bis sie mich loslässt und während die der anderen abläuft, kaufen sie sich eine Rolex, frei nach dem Motto, wenn das Beste zum Schluss kommt, ist es viel mehr als ein blendender Schein und völlig okay am Ende zu sein. Es ist okay, am Ende zu sein.

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ZWENTVRIO
"Zwischen Zwängen, Autismus und" (Teil 1 von 3)
Ich habe schlecht geschlafen und bin müde. Ich bin müde und hab‘ genug.
Draußen machen sie morgens ihre Augen nicht auf, ich mach‘ abends meine nicht zu.
Langsam wird es still um mich, die Wahrheit zeigt ihr falsches Gesicht und ich schau zu, bis sich die Sonne über den Horizont erbricht und das letzte Licht erlischt.
Lange hatte ich nicht oft die Möglichkeit, etwas Sinnvolles zu tun, weil mich der Alltag an das Notwendige bindet, ich geh‘ müde meinen Weg alleine anstatt einen drauf zu machen, während ich mir leise meine Leiden von der Seele schweige, doch bin nur einen Traum entfernt, hier nicht mehr aufzuwachen!
Die Gegenteile puzzlen sich hier wie von selbst zusammen und ich kann das Elend nicht stoppen, hab‘ mich morgens zu sämtlichen guten Taten entschlossen, kümmer‘ mich mittags um die vom Elend Betroffenen und werd‘ abends trotzdem erschossen.
Viele Seelen sind schon lange zum Primaten eskaliert, die Ähnlichkeit der Jahre wird auf Dekaden expandiert, während sie alle sich auf Schlaf und Arbeit reduzieren.
Sie haben ihren Namen nicht verdient und trotzdem Angst, dass sie das Ganze hier am Ende noch verlieren.
Anstatt Träume leben zu lassen, will man lieber weiter den Gedanken zu sterben hassen.
Und wenn wahrer Erfolg gar nicht mit Geld beginnt, ist „Scheiß drauf“ für viele die Updateversion von „Wer wagt, gewinnt“.
Sie haben keine Ahnung, was sie wollen, aber wollen es so schnell es geht und bilden sich keine Meinung, sondern schauen, welche ihnen am Besten steht.
Sie sind willenlos und gebannt gen Himmel gestiegen, als Engel ihre sanften Töne sangen und verweilen jetzt auf Wolke 7 – Ich hab‘ lieber Höhenangst.
Die Propagandamaschine der Zeitlosigkeit überschattet Fragen, die an guten Tagen das gesamte Mittelmaß zerrissen haben, zerrissen hätten, würde man nicht in der Hektik immer jeden Blick nach rechts oder links vergessen.
Gemeinschaft wird definiert durch das Bruttosozialprodukt und so reiht man sich brav ein, in einem System, das individuelles Potential verschluckt.
Und ist die Abwärtsspirale erst bis an den Rand getrieben, finden sich schon gute Gründe für ein paar Angriffskriege.
Die selbst verantwortete Dramatik frisst sich abendlich durch alles was normal für dich ist bis zum mickrigsten banalen Mist, hat dich solang‘ im Griff, bis du fast erstickst, in der Absenz von allem, was dir ab und an den Atem nimmt und schließlich hängt sich das frisch gemalte Gemälde, wie von Geisterhand im Schlafzimmer an die Zellenwand.

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