Nein, du kannst sie veröffentlichen, wirklich! Ich denke, wir sind einfach manchmal zu höflich, verstecken uns hinter Floskeln, Worthüseln. Aber wozu?..../ das ist mir heute im Wald deutlich geworden: "Arthur, du lahme Sau. Bring das scheiß Maßband her. Sonst setzts was!" "Halt deine Fresse Volker."

Name_Datum_Unterschrift
Danke Arthur, ich denke, dir tut der Wald gut. Wald, Garten, Literatur - diese Dinge schließen sich nicht aus. Ganz im Gegenteil ist es furchtbar sich nur in einem System zu bewegen und kaum aus diesem heraus zu kommen. Eigentlich haben wir immer Gelegenheiten, uns in andere Bezugssysteme zu bewegen und dort Erfahrungen zu machen und einen anderen Blick auf unser bisheriges Bezugssystem zu gewinnen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe natürlich die Frage, um die es gehen sollte, gelöscht. Ich weiß nur noch, was ich schreiben wollte und natürlich kenne ich auch noch ungefähr den Sinn deiner Frage: die Aufgabe, die ich dir gegeben habe, war einfach nichts für dich, du hast es versucht, aber im Grunde hast du kapituliert.
Aber du hast nicht kapituliert und auch nichts falsch gemacht; ganz im Gegenteil, war deine Erklärung zu der Aufgabe, ein Beweis innerer Größe. Aber im Grunde bewegen wir uns mit diesem Denkmuster im falschen System. Es geht um Kreativität und nicht um Leistung. Ich wollte deinen kreativen Analyse-Blick testen und eventuell schärfen. Du hast aber ganz anders reagiert, als ich es erwartet habe. Nun die große Frage: Wer hat den Fehler gemacht?
Aber die Antwort auf diese große Frage sollte ein Spiel nur mit Gewinnern sein: http://ask.fm/point_man/answer/107155423241 Natürlich bin auch ich der Meinung, dass es Gewinner ohne Verlierer geben kann und dass genau diese Spiele unser Leben verschönern. Und die Fehler-Frage darf nicht zu Antworten führen, bei denen es Verlierer gibt. Schließlich geht es um Erkenntnis - und es kann nur Erkenntnisgewinner geben. Wir haben in unserer Gesellschaft die Debatten- und Diskussionskultur überhaupt nicht richtig gepflegt und entwickelt. Das merkt man in der Politik, aber durchaus auch in der Kunst- und Literaturkritik. Überall ein Hauen und Stechen, überall der Versuch, sich auf Kosten anderer zu profilieren - zu glauben, wenn ich einen zum Verlierer mache, habe ich gewonnen. Und überall die Dramaturgie eines Vernichtungskrieges. Nein, das ist überhaupt nichts, was der Kreativität annähernd gerecht werden könnte.
Der raue Ton der Waldarbeiter ist dabei gar nicht anzuprangern. Denn er ist nicht so gemeint. Wer miteinander arbeitet, lernt schnell, dass Zusammenhalt wichtig ist. Da haben es Kollegenschweine schwerer.
Ich habe dich scheinbar mit der Plotanalyse überfordert. Aber auch nur scheinbar, denn die Graphik war gut und auch deine Bemerkungen; nur hier und da zu oberflächlich und unernst. Vielleicht liegt es daran, dass du Filme ohnehin nicht so ernst nimmst wie Literatur. Ich hätte die Baustelle einfach mit dir weiter bearbeitet und Erkenntnisse gewonnen. Aber einen moralischen Vernichtungskrieg lehne ich ebenso ab wie du. Nein, es sollte eine win-win-Situation werden. Es war kein Kompliment. Dir traue ich das zu.

View more