Wie verhälst du dich in Frustrationssituationen?

Ein Fluchttier bin ich und weiche aus; meistens schon der geahnten Frustsituation. Ich bereite mich innerlich auf Erfolg vor, obwohl ich weder besonders erfolgreich bin noch gut Erfolg vertragen kann. Erfolg macht mich unsicher, ich komme mir vor wie ein Kaufhausdieb, der sich vor der Überwachungskamera und vor den Augen der Welt produziert. Ein Kleptomane, der unbedingt erwischt werden will und den Fähigkeiten des Kaufhausdetektivs nicht traut - wahrscheinlich schläft der Idiot vor den Überwachungsmonitoren, während ich hier das Regal unter meine Jacke stopfe.
Ich bin ein guter Verlierer - nach einem gelungenen Kampf, in dem alles bestens lief und ich die Gegner so richtig ins Schwitzen brachte und schon so führte, als sei der Sieg mir nicht mehr zu nehmen, wendet sich im letzten Viertel vor der Ziellinie das Blatt und ich verliere knapp, kann ich mich mit den Siegern freuen und es ist mir fast nach Jubeln zumute. Ich weiß, an Anerkennung wird es mir nun nicht fehlen und auch nicht an Respekt - wozu also sollte ich den Sieg nicht den anderen gönnen?
Freunde und Teamkollegen, die sich als falsche Hunde heraus stellen, feige und verräterisch im letzten Moment doch lieber mit dem Strom schwimmen als mit mir die Niederlage zu teilen, die ich mehr schätze als den Sieg, frustrieren mich zutiefst. Und ich muss sagen: ich verhalte mich ihnen gegenüber böse und kann mit dieser Frustration nicht richtig umgehen. Manche wollen einfach nur auf das Siegerpodest - egal wie. Mir ist das Wie des Kampfes immer wichtiger als das Resultat. Manchmal ist es ein einsames Geschäft.

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