Ich greife deine Frage auf, was mir vorschwebe: http://ask.fm/MaskenmitMasken/answer/113483071359

Uri aus dem Schreibhaus
Was meinen kafkASKen Roman SOKRATES anbelangt, den ich gerne mit dir teile, kann ich mir alle Spielarten des kooperativen Schreibens vorstellen und würde dir auch so viel Freiheit lassen, wie du gerne für deine Beteiligung bräuchtest. Das kann so weit gehen, dass du einfach das Bisherige übernimmst und deine Version des Romans komplett selbst schreibst.
Wie ich dich aber verstanden habe, ist es dir eher daran gelegen, Teile des Romans zu schreiben und von mir redigiert einfügen zu lassen. Das haben wir ja schon mal in einer Passage erfolgreich praktiziert und können es gerne wiederholen, zumal ich sowieso daran dachte, dass du den angefangenen Strang weiter schreiben könntest.
In meinem Kopf hat sich schon eine Geschichte herauskristallisiert. So macht mir der Roman überhaupt keine Kopfzerbrechen. Aber das ganze ask.fm/Schreibhaus-Profil jedoch gefällt mir noch gar nicht. Hier wollte ich über Literatur philosophieren, Fragen beantworten, praktische Interpretations- und Performationsbeispiele vortragen und das Schreiben sowohl reflektieren als auch tatsächlich kreativ und produktiv praktizieren. Andere sollten auf ihre eigenen Texte aufmerksam machen, mir Verlinkungen schicken und mich zu anregenden Kritiken ermuntern, so dass ein literarischer Diskurs auf ask entsteht.
Aber was bisher herauskam war nur Pisse. Erste hilflose Gehversuche und langweilige Lösungen von Schreibaufgaben, so als könnte man literarisches Schreiben durch Aufgabenlösen erlernen. Das ist aber das große Problem und die Hauptfrage des Schreibhauses seit seines Bestehens - ich glaube, es war das Jahr 1993, als ich das erste Mal einen Workshop namens «Kreatives Schreibtraining» leitete. Gut ein Jahr später entstand das Schreibhaus. Seinen Namen erhielt es aus der Ableitung des Anthologietitels «SchreibhausEffekte. Literatur wie holländische Tomaten».
Und damit ist doch auch schon das von vornherein angelegte Problem auf den Punkt gebracht: Kann man literarische Kreativität vermitteln? Kann man literarisches Schreiben lernen? Oder kommen dabei nur holländische Tomaten heraus: rot, prall und ohne Geschmack?
Ich will zwar diese Frage auf jeden Fall vertiefen und meine Antwortversuche präsentieren; aber nicht in einem und erst recht nicht in diesem Antwortfeld. Zurück zu SOKRATES:
Folgende Hauptfiguren habe ich mir überlegt:
Da ist Uri Nachtigall, der Verhaftete, der Delinquent, die Hauptfigur der Erzählung; dann die beiden Polizisten: Johanna Metzger und Alfred Ross; in deiner Phantasie wurden sie zu Nilam und Eike. Irgendwie hast du den beiden eine sadomasochistische Erotikbeziehung angedichtet, was für mich eine irreale Handlungsebene darstellt, also eine Fiktion in der Fiktion; eigentlich ein dickes psychisches Problem der Polizistin Johanna. Ich habe dieses Problem auch schon ziemlich konkret im Kopf; aber ich weiß nicht, ob ich dir das darlegen soll, weil das auch deiner Geschichte eine feste Bahn geben würde. Was sagst du dazu?

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