Ich frage mich, warum die Schulbildung (insbesondere auf dieser Plattform) immer als so negativ betrachtet wird. Ich lese überall, dass sie nichts mit Bildung gemein hätte und das sie nichts wert sei. Doch ist es nicht faktisch so, dass wir dort unser Wissen erweitern? Es ist doch nicht nur stumpfes

Du wirfst alle möglichen Begriffe durcheinander. Wo es um die Bildung geht, betrachte ich sie keineswegs negativ. Für die ganze Plattform kann ich natürlich nicht sprechen. Aber es könnte doch sein, dass gerade viele Menschen weder das Fragen noch das Antworten noch Bildung an sich als negativ empfinden, sondern eben die Schule; denn sonst wären sie kaum hier, wobei das auch eine etwas gewagte These ist, da einige sich nur eitel darstellen wollen. Wie dem auch sei. Alles hat seine positiven und negativen Seiten, Vor- und Nachteile. Und Verallgemeinerungen greifen in der Tat zu kurz.
Ich habe eine Umfrage auf diesem Forum bezüglich Lernen ohne Schule gemacht und war sehr überrascht, wie wenig sich in den Antworten ein Lernen ohne Schule wiederfand. Die meisten konnten sich das gar nicht vorstellen. Also steht die Schule im allgemeinen Bewusstsein womöglich gar nicht so schlecht da.
Ich selbst habe meine Schullaufbahn nicht nur als Schüler, sondern auch Schülervertreter im Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg durchlaufen, habe nicht nur gesehen, welche verkalkten Hirne sich um Lehrpläne kümmern, sondern auch wieviel Ungerechtigkeit und Gemeinheit die Schule in sich birgt. Dennoch ging ich nicht ungern zur Schule, wäre allein und ohne Freunde gewesen, hätte es die Schule nicht gegeben und hätte all die sozialen Kontakte wirklich vermisst. Das aber bedeutet auch nicht, dass die Schule als System gut ist, sondern nur, dass gut an der Schule ist, dass man auf andere Menschen trifft, andere Sichtweisen kennen lernt und hier und da auch neben dem Lehrdrill auch tatsächlich Interessantem begegnet, was man übrigens immer selbst weiter verfolgen muss, wenn man einmal gehört hat, dass dieses Interessante existiert.
Ich bin sozusagen ein schulbegleiteter Autodidakt gewesen. Ich würde tatsächlich Schule und Bildung als zwei einander widersprechende Begriffe behandeln, wenn man das Wesen der Schule in den Lehrplänen und Prüfungen und Benotungen sieht. Die Menschen bilden sich nicht durch schulisches Lernen, sondern im Umfeld der Schule.
Und tatsächlich ist es faktisch so, dass wir an vielen Stellen in der Schule Informationen und Wissen begegnen, was uns weiterbringt. Das aber bewirkt nicht die Schule, sondern die innere Motivation der Individuen. Insofern ist die Schule nicht ganz wirkungslos, was Bildung anbelangt. Und ich würde dialektisch nicht an dem Punkt der Schulablehnung stehen bleiben, sondern gerne als Möglichkeit die Vorteile der Schulerfahrungen weiter entwickeln wollen. Und hier erweist sich die Schule als ein längst überholter, starrer und toter Apparat.
Aber auch da hast du recht, dass es Menschen gibt, die in der Schule sich keineswegs dem starren und sturen Auswendiglernen hingeben, sondern Dinge kritisch hinterfragen, Neues ausprobieren und hier und da auch mit den Lehrern diskutieren, die ja auch nicht nur und ausschließlich Funktionäre des Apparates sind, sondern auch Menschen mit Idealen und subjektivem Engagement.

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