Ask @Schreibhaus:

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Ich greife deine Frage auf, was mir vorschwebe: http://ask.fm/MaskenmitMasken/answer/113483071359

Uri aus dem Schreibhaus
Was meinen kafkASKen Roman SOKRATES anbelangt, den ich gerne mit dir teile, kann ich mir alle Spielarten des kooperativen Schreibens vorstellen und würde dir auch so viel Freiheit lassen, wie du gerne für deine Beteiligung bräuchtest. Das kann so weit gehen, dass du einfach das Bisherige übernimmst und deine Version des Romans komplett selbst schreibst.
Wie ich dich aber verstanden habe, ist es dir eher daran gelegen, Teile des Romans zu schreiben und von mir redigiert einfügen zu lassen. Das haben wir ja schon mal in einer Passage erfolgreich praktiziert und können es gerne wiederholen, zumal ich sowieso daran dachte, dass du den angefangenen Strang weiter schreiben könntest.
In meinem Kopf hat sich schon eine Geschichte herauskristallisiert. So macht mir der Roman überhaupt keine Kopfzerbrechen. Aber das ganze ask.fm/Schreibhaus-Profil jedoch gefällt mir noch gar nicht. Hier wollte ich über Literatur philosophieren, Fragen beantworten, praktische Interpretations- und Performationsbeispiele vortragen und das Schreiben sowohl reflektieren als auch tatsächlich kreativ und produktiv praktizieren. Andere sollten auf ihre eigenen Texte aufmerksam machen, mir Verlinkungen schicken und mich zu anregenden Kritiken ermuntern, so dass ein literarischer Diskurs auf ask entsteht.
Aber was bisher herauskam war nur Pisse. Erste hilflose Gehversuche und langweilige Lösungen von Schreibaufgaben, so als könnte man literarisches Schreiben durch Aufgabenlösen erlernen. Das ist aber das große Problem und die Hauptfrage des Schreibhauses seit seines Bestehens - ich glaube, es war das Jahr 1993, als ich das erste Mal einen Workshop namens «Kreatives Schreibtraining» leitete. Gut ein Jahr später entstand das Schreibhaus. Seinen Namen erhielt es aus der Ableitung des Anthologietitels «SchreibhausEffekte. Literatur wie holländische Tomaten».
Und damit ist doch auch schon das von vornherein angelegte Problem auf den Punkt gebracht: Kann man literarische Kreativität vermitteln? Kann man literarisches Schreiben lernen? Oder kommen dabei nur holländische Tomaten heraus: rot, prall und ohne Geschmack?
Ich will zwar diese Frage auf jeden Fall vertiefen und meine Antwortversuche präsentieren; aber nicht in einem und erst recht nicht in diesem Antwortfeld. Zurück zu SOKRATES:
Folgende Hauptfiguren habe ich mir überlegt:
Da ist Uri Nachtigall, der Verhaftete, der Delinquent, die Hauptfigur der Erzählung; dann die beiden Polizisten: Johanna Metzger und Alfred Ross; in deiner Phantasie wurden sie zu Nilam und Eike. Irgendwie hast du den beiden eine sadomasochistische Erotikbeziehung angedichtet, was für mich eine irreale Handlungsebene darstellt, also eine Fiktion in der Fiktion; eigentlich ein dickes psychisches Problem der Polizistin Johanna. Ich habe dieses Problem auch schon ziemlich konkret im Kopf; aber ich weiß nicht, ob ich dir das darlegen soll, weil das auch deiner Geschichte eine feste Bahn geben würde. Was sagst du dazu?

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http://ask.fm/kampfzwergRonni/answer/108029473810 Moderne Romantik?

Uri aus dem Schreibhaus
Von Links ein Morgengrauen vielleicht - oder vielleicht ein wenig Restlicht nach dem Sonnenuntergang? Die Hälfte des Lebens aus dem Rahmen gefallen, oder nie in das Quadrat gerückt - vielleicht. Was ist es, was wir nicht sehen? Was ist aus unserem Gesicht? Was erhellt uns? Und was erhält uns - am Leben vielleicht? Kein Blick zurück und kein Blick im Zorn - schwarz schweigen die Lippen ein Was-soll's? Ein Ach-ja? zum Licht, als gäbe es nichts mehr zu erhellen oder - vielleicht nie gegeben zuvor? Enttäuschung erfährt, wer Erwartung hegt. Wer den Blick über die Schulter wirft, könnte über den Nachruf verwundert sein. Verwundert über den Nachhall des Lebens - vielleicht. «Du aber...», sagt das Auge, schweigt der Mund - nicht gepresst die Lippen, doch deutlich verschlossen wie der Sinn, «...du aber, du... Ach, was soll's?» Liegt ein Vorwurf im Hintergrund? Oder gar die Euphorie? In die Gegenwart trägt sich nichts, alles krümmt sich zur Frage nun. Alles ist und ist nicht mehr - na und?

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Wie viel Geld verdient man als Autor? Kann man davon so richtig leben oder muss man nebenbei noch was anderes arbeiten?

Ja, das ist nicht nur eine spannende, sondern auch eine höchst diffizile Frage. Man kann es nicht pauschalisieren. Das heißt, es gibt Autoren, die sehr reich damit geworden sind; dann gibt es Autoren, die davon leben können, dann gibt es welche, die nebenbei andere Dinge schreiben oder in einem anderen Job arbeiten müssen; und ich gehöre zu denjenigen, die vollkommen glücklich damit sind, dass sie ganz vielseitig und unterschiedliche Texte verfassen können und dennoch nicht richtig davon leben :-( Aber wie gesagt: Geld bedeutet mir nicht sehr viel. Wer wie ein Beamter oder ein Handwerker mit festem Lohn/Gehalt rechnen will, in seinem Leben, ist in künstlerischen Berufen allesamt falsch.
Neben Kreativität und guten technischen Fähigkeiten, ob man nun Musik macht und sein Instrument genial beherrscht, malt, Theater spielt oder schreibt, ist Phantasie gefragt, Sozialkompetenz, gute Nerven, um sich durchs Leben zu schlagen und Leidenschaft, um der Kunst viele andere Dinge unter zu ordnen - auch häufig Privatleben.
Eine Partnerin, ein Partner, der/die ein geregeltes bürgerliches Leben erwartet und einen damit unter Druck setzt, ist vollkommen schädlich und die Diskussionen irgendwann zermürbend. Zwei Künstler in einer Partnerschaft vertragen sich allerdings auch nicht immer, obwohl ich in meinem Bekanntenkreis mindestens zwei erfolgreiche Paare kenne, die sich sehr gut durchs Künstlerleben schlagen; aber die überwiegende Mehrheit schafft es nicht, weil zu allen üblichen Belastungen auch noch der Konkurrenzgedanke in der Beziehung kommt.
In der modernen Welt kommt es ohnehin darauf an, dass man gut und intensiv lernt, sich durchs Leben zu schlagen, lenrbereit, flexibel und kreativ ist, ganz egal, was man machen will. Im Grunde überleben nur die Künstler gut, weil sie alles, was sie anpacken mit Kreativität, Phantasie und Leidenschaft machen. Halbherzigkeiten sind nirgends gern gesehen und erfolgreich. Da macht es keinen Unterschied, ob du Schriftsteller oder Autohändler oder Mechaniker bist, Maler, Musiker oder Elektriker. Wer ein einfaches Lebensschema sucht, macht sich schnell zum Sklaven, weil dir diese Einfachheit jemand bieten muss. Und niemand macht das, ohne eigene Vorteile für sich daraus zu ziehen. Wenn du einen «sicheren Arbeitsplatz» hast, dann frage dich immer auch: Wem nützt das noch außer mir? Und wie groß ist der Nutzen? Dann erkennt man häufig auch, wie brüchig solche Sicherheiten sein können - die «Schlecker»-Frauen wurden zum Sinnbild einer solchen Brüchigkeit. Für mich das beste Beispiel.
Dann würde ich auch einmal an deiner Stelle hinterfragen, was es bedeutet, wenn du so flott mal in deiner Frage, von «richtig leben» sprichst. Wer führt denn ein richtiges und wer ein falsches Leben?

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Welche Wissenschaft interessiert dich am meisten?

Etwas allgemein gesagt, zumal ja auch die Frage auf eine einzige Wissenschaft abzielt: die KULTURWISSENSCHAFT. Meistens aber wird das Wissenschaftsfeld, das sich mit Kultur beschäftigt, mit dem Plural bezeichnet, also man spricht von KulturwissenschaftEN.
Klassisch aber, so wie ich es anfangs gelernt habe, ging es um Philologie und Philosophie. Die Philologie verstand sich als eine Wissenschaft von sprachgetragener Kultur mit dem dazugehörigen Kontext einer Gesellschaft, damit man auch die Sprache besser versteht und die Philosophie, die sich um Weltverständnis im Allgemeinen bemüht ist: „Warum ist etwas und nicht vielmehr nichts?“ lautet die eine berühmte philosophische Formel und die andere: „Die Philosophie beginnt mit «Ich kenne mich nicht aus»“.
Sowohl die Philosophie als auch die Philologie aber schleppten eine Tradition mit, die als Ballast empfunden wurde und der man sich zu entledigen suchte: die Theologie. Sprachverständnis und Textauslegung in der Philologie, als deren Teilgebiet die Literaturwissenschaft verstanden wurde, kamen aus der theologischen Hermeneutik: wie verstehe ich Bibelstellen? Wie übersetze ich diese? Wie deute ich sie? Und die Philosophie als „Magd der Theologie“ (Augustinus) verstanden, hatte ohnehin der höheren Erkenntnis zu dienen - viel später erst wurde das Augenmerk nicht auf die „höhere Erkenntnis“, sondern auf das „tiefe Verständnis“ der Welt gerichtet; dann versuchte man aber auch, sich der Theologie zu entledigen, die doch immer wieder die Erkenntnis an ihrem Gängelband mit Inquisition und allem Drum und Dran Richtung Himmel zu führen versuchte.
Die Geisteswissenschaft war als Sammelbegriff für Philologie und Philosophie nebst Theologie, Psychologie und Soziologie schwer haltbar geworden. Psychologen wie Soziologen suchten schnell den Anschluss an die mathematisch-empirischen Methoden der Naturwissenschaft und wollten mit der Hermeneutik nichts mehr zu tun haben, die doch mehr eine aus der Theologie stammende philosophische wie philologische genauer: literaturwissenschaftliche Methode zu sein schien. Lieber wollte sich die Psychologie mit der Medizin verbinden als mit der Seelenforschung der Theologie. Es galt den Geist aus den Geisteswissenschaften zu vertreiben und den Rest an naturwissenschaftliche Methoden anzuknüpfen.
Also wurde auch der Sammelbegriff der „Geisteswissenschaft“ zugunsten der „Kulturwissenschaft“ aufgegeben. So entstanden ab Mitte der 80er Jahre die „Kulturwissenschaften“ auch mit den neuen Disziplinen der Medienwissenschaft, Filmwissenschaft oder Theaterwissenschaft (die von den neueren Disziplinen doch auch die älteste ist).
Ob mit neuen oder alten Begrifflichkeiten, das ist das Feld, das mich interessiert.

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stumpfe Wiederholen und Auswendiglernen dessen, was der Lehrer von sich gibt, ohne zu hinterfragen oder Interesse zu entwickeln, was ja nun wirklich nicht der Sinn der Sache sein sollte, oder? Ich würde sagen, Schule ist das, was man daraus macht.

Ich will nicht drei Antwortfelder für die Bildungsdiskussion im Allgemeinen verwenden. Darum greife ich mal den dritten und letzten Teil deiner Frage auf, zumal er auch den wesentlichen Satz enthält «Schule ist das, was man daraus macht». Hättest du statt «Schule» «Bildung» geschrieben, hättest du meine volle und uneingeschränkte Zustimmung gehabt. So aber muss ich doch ein wenig widersprechen, ohne dir dabei deine positiven Erfahrungen absprechen zu wollen: Schule ist ein bestimmtes System mit dem dazugehörigen Regelwerk. Die Spielräume, etwas anderes daraus zu machen sind gering: Auch ein Fußballspiel ist das, was man daraus macht; aber Basketball oder Volleyball wird man daraus nicht machen können.
Ich bin heute in diesem Zusammenhang auf einen interessanten Artikel gestoßen. Vielleicht ist er ja anregend für dich. Er stellt auch nicht das Schulsystem in Frage, wie es beispielsweise Precht in seinem Buch gemacht hatte: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/philosoph-konrad-paul-liessmann-das-system-der-credit-points-ist-unsinnig/10830084.html
Dann würde ich gerne wieder auf das kreative Schreiben zurück kommen wollen, wobei die Frage lautet: Lässt sich das literarische sprich kreative Schreiben überhaupt lernen? Und wenn ja, wie?

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Ich frage mich, warum die Schulbildung (insbesondere auf dieser Plattform) immer als so negativ betrachtet wird. Ich lese überall, dass sie nichts mit Bildung gemein hätte und das sie nichts wert sei. Doch ist es nicht faktisch so, dass wir dort unser Wissen erweitern? Es ist doch nicht nur stumpfes

Du wirfst alle möglichen Begriffe durcheinander. Wo es um die Bildung geht, betrachte ich sie keineswegs negativ. Für die ganze Plattform kann ich natürlich nicht sprechen. Aber es könnte doch sein, dass gerade viele Menschen weder das Fragen noch das Antworten noch Bildung an sich als negativ empfinden, sondern eben die Schule; denn sonst wären sie kaum hier, wobei das auch eine etwas gewagte These ist, da einige sich nur eitel darstellen wollen. Wie dem auch sei. Alles hat seine positiven und negativen Seiten, Vor- und Nachteile. Und Verallgemeinerungen greifen in der Tat zu kurz.
Ich habe eine Umfrage auf diesem Forum bezüglich Lernen ohne Schule gemacht und war sehr überrascht, wie wenig sich in den Antworten ein Lernen ohne Schule wiederfand. Die meisten konnten sich das gar nicht vorstellen. Also steht die Schule im allgemeinen Bewusstsein womöglich gar nicht so schlecht da.
Ich selbst habe meine Schullaufbahn nicht nur als Schüler, sondern auch Schülervertreter im Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg durchlaufen, habe nicht nur gesehen, welche verkalkten Hirne sich um Lehrpläne kümmern, sondern auch wieviel Ungerechtigkeit und Gemeinheit die Schule in sich birgt. Dennoch ging ich nicht ungern zur Schule, wäre allein und ohne Freunde gewesen, hätte es die Schule nicht gegeben und hätte all die sozialen Kontakte wirklich vermisst. Das aber bedeutet auch nicht, dass die Schule als System gut ist, sondern nur, dass gut an der Schule ist, dass man auf andere Menschen trifft, andere Sichtweisen kennen lernt und hier und da auch neben dem Lehrdrill auch tatsächlich Interessantem begegnet, was man übrigens immer selbst weiter verfolgen muss, wenn man einmal gehört hat, dass dieses Interessante existiert.
Ich bin sozusagen ein schulbegleiteter Autodidakt gewesen. Ich würde tatsächlich Schule und Bildung als zwei einander widersprechende Begriffe behandeln, wenn man das Wesen der Schule in den Lehrplänen und Prüfungen und Benotungen sieht. Die Menschen bilden sich nicht durch schulisches Lernen, sondern im Umfeld der Schule.
Und tatsächlich ist es faktisch so, dass wir an vielen Stellen in der Schule Informationen und Wissen begegnen, was uns weiterbringt. Das aber bewirkt nicht die Schule, sondern die innere Motivation der Individuen. Insofern ist die Schule nicht ganz wirkungslos, was Bildung anbelangt. Und ich würde dialektisch nicht an dem Punkt der Schulablehnung stehen bleiben, sondern gerne als Möglichkeit die Vorteile der Schulerfahrungen weiter entwickeln wollen. Und hier erweist sich die Schule als ein längst überholter, starrer und toter Apparat.
Aber auch da hast du recht, dass es Menschen gibt, die in der Schule sich keineswegs dem starren und sturen Auswendiglernen hingeben, sondern Dinge kritisch hinterfragen, Neues ausprobieren und hier und da auch mit den Lehrern diskutieren, die ja auch nicht nur und ausschließlich Funktionäre des Apparates sind, sondern auch Menschen mit Idealen und subjektivem Engagement.

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Leased du Bücher?

Nein, ich schreibe welche und dann versuche ich sie direkt zu verkaufen. Auf die Leasing-Idee bringst du mich erst. Da mein Buch in der Anschaffung auch ziemlich teuer ist: http://www.amazon.de/Der-Auftrag-Anatomie-Uri-B%C3%BClb%C3%BCl/dp/3732282945 wäre es gar nicht so schlecht, wenn ich Interessierten ein Leasing-Angebot unterbreiten würde. Mit einem Euro Leasingrate pro Woche zum Beispiel könntest du das Buch in vier Wochen durchgelesen haben und an mich zurücksenden. Ja, die Idee gefällt mir immer besser :)

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Lieber Uri, hast du eventuell Texte, die ich vorlesen könnte?

Ja, sehr gerne. Ich würde mich sehr freuen aus deiner Stimme und aus deinem Munde Texte von mir zu hören; sie hätten etwas Vertrautes und etwas Befremdendes. Ich kenne meine Texte nur mit meiner Stimme und in meiner Vorstellung. Sie nun durch dich zu hören, wäre etwas Neues und daher auch sicherlich ein wenig befremdend. Aber ich kenne deine Stimme aus deinem Profil und mag sie sehr. Vielleicht auch durch die Verzerrung des Netzes klingt sie mir ein wenig traurig und melancholisch. Sie hat eine tief greifende und mich ergreifende Melancholie, mit der ich mich gut identifizieren kann. In einigen meiner Texte wirst du dies auch wiederfinden. Insofern kann ich mir sehr gut vorstellen, dass du meine Texte liest.
Aber, verzeih mir, wenn ich es dir so direkt sage, du bist recht ungeübt und unerfahren in der Kunst des Vorlesens, du versprichst dich oft und scheinst mir , dich nicht eingehend genug mit den Texten, die du vorträgst, beschäftigt zu haben.
Das gilt übrigens nicht nur für die Texte anderer Autoren, sondern auch für deine eigenen. Denn es ist ein erheblicher Unterschied (und damit verbunden ist eigentlich auch ein Rollenwechsel), ob du einen Text mit deiner inneren Stimme schreibst und dann vorliest, oder ob du für andere Menschen einen Text rezitierst und vorträgst. Jede Lesung ist auch eine Interpretation des Textes. Du legst ihm durch deine Stimme, Betonung, durch Rhythmus, Pausen, Lautstärke usw. eine Lesart in den Text. Natürlich muss auch der Text es durch seine Wörter hergeben. Aber der Ton macht die Musik. Und Sprache ist Musik, wenn man es so will, auf jeden Fall aber hat sie eine Musikalität. Und an diese Musikalität musst du dich noch durch Vorlesen und immer wieder Vorlesen herantasten.
Bei dieser Gelegenheit habe ich festgestellt, dass der logische Aufbau meiner HP einer größeren Übersichtlichkeit bedarf. Ich schlage dir mal einige Texte via Link vor, die mir am Herzen liegen und die ich sehr gerne aus deinem Munde hören würde:
http://www.uribuelbuel.de/zerfahrenheit/brueche.html : Leidworte
http://www.uribuelbuel.de/zerfahrenheit/windungen.html : Windungen
http://www.uribuelbuel.de Auf der Startseite: Holzengel «Engel aus Holz auf Rosen gebettet...»
Dann gibt es noch einige Texte auf http://www.uribuelbuel.de/gefiltert/gefiltert-start.html «gefiltert&geebnet» ist eigentlich ein Spiel mit Metaphern und Bildern; aber auch mit Gedichttexten.
Ich hoffe, du findest etwas, was du vortragen willst.

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Ein weiterer Liebesbrief kommt von Gundel Gaukel Ey @HeuteBinIch14 http://ask.fm/HeuteBinIch14/answer/115728027247

Uri aus dem Schreibhaus
Hey Gundel, deine Antwort hat mich besonders überrascht, weil ich nach deiner letzten Aussage von dir zu literarischen Aktivitäten die Hoffnung auf deine kurzfristige Teilnahme am Schreibhaus aufgegeben hatte. Und nun überraschst du mit einem sehr schönen und gefühlsintensiven Text. Er ist wie ein ungeschliffener Diamant - an einigen Stellen doch sehr roh und unfertig - dies betrifft vor allem den Anfang. Es ist der zweite Satz, der weggeschliffen gehört: «Die Illusion die ich mir durch dein Wesen erschuf nimmt mehr Gestalt an und ich projiziere meine Träume, Hoffnungen und Wünsche in meine Phantasie die du zum Leben erweckst.» Das klingt wie ein klinischer Bericht an deinen Psychiater.
Aber dennoch hat auch dieser Satz eine versteckte Poesie: «...in meine Phantasie, die du zum Leben erweckst». Das Phantasieprodukt erweckt die Quelle seiner Existenz zum Leben. Darin spiegelt sich die Paradoxie der Aufgabenstellung und der Situation, in der sich die Autorenpersönlichkeit befindet. Wie erläutert, ist diese Autorenpersönlichkeit nicht mit dir identisch, sondern ebenfalls ein Produkt deiner Phantasie; du hast sie dir vorgestellt - vielleicht umso intensiver, wenn du dich selbst gut mit ihr identifizieren kannst. Aber auch diese kleine poetische Pointe wird von den abstrakten Ausdrücken der Psychologie «Illusion, die ich mir ... erschuf ... und ich projiziere meine Träume, Hoffnungen und Wünsche...»
Das braucht eine Konkretisierung; nicht das Wort Sehnsucht ist wichtig, sondern das Wonach der Sehnsucht, also das Objekt, wovon wird geträumt, was wird erhofft. Ohne das Konkrete wirkt dieser Satz leblos wie etwa ein Satz: Der Patient leidet an einer dissoziativen Persönlichkeitsstörung. Ja, für eine Diagnose mag das schon richtig sein; aber das Leid wird hier nicht wirklich ausgedrückt - schon gar nicht literarisch.
Die Situation, die in der Aufgabenstellung enthalten ist, muss nicht in der Antwort wiederholt werden. Man kann sie bis zur Vernichtung ignorieren. Schließlich wollen wir gute Texte schreiben und nicht brav Lösungen liefern für schulische Aufgaben.
Es ist ein bißchen ungerecht, auf diesen Kleinigkeiten herum zu reiten, weil der Text deutlich mehr Stärken und schöne Stellen aufweist. Aber umso stärker sticht so eine Schwäche hervor zwischen den Sätzen wie «Verstörend und behaglich wärmend zugleich ist das Gefühl, welches du mir bescherst.» Die nähere Bestimmung von «wärmend» ist allerdings überflüssig. Vertraust du deinem Adjektiv nicht? Oder hältst du deine Leser für blöde, dass du ein «wärmendes Gefühl» als behaglich noch einmal verstärken musst? Und eine weitere stilistische Schwäche ist «welche, welcher, welches» als Relativpronomen. Das macht den Text archaisch, steif und bürokratisch. Benutze statt dessen besser der, die, das als Relativpronomen. Mein Vorschlag: «Verstörend und wärmend zugleich ist das Gefühl, das du mir bescherst. Ich lebe nur noch in meiner Phantasie, die du zum Leben erweckst.»

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Wie stellst du dir die Arbeit des Schreibhauses in der Zukunft vor? Welche Zukunft hat das Schreibhaus überhaupt?

Uri aus dem Schreibhaus
Der Grundriss meines Plans steht eigentlich schon seit langem auf der Homepage des Schreibhauses http://www.schreibhaus.de Aber es ist wie mit der einen Schwalbe und dem Sommer; ein Grundriss allein macht noch kein Schreibhaus. Die Wurzeln des Schreibhauses, wenn man es mal als ein Baumhaus beschreiben möchte, reichen bis Mitte der 90er Jahre zurück. Und im Grunde ging es damals schon um eine Alternative zur Romantik der Germanistik, des Geniekultes und des Irrationalismus der Schriftstellerei. «Schreiben ist Talent und Gabe und Punkt.» So war und ist das Motto der Genieästhetik. Davon abgeleitet versteht sich die Germanistik als eine Sachwalterin der Genialität; sie teilt diese in Epochen auf, in Gattungen, untersucht die Rhetotik, den Stil, den Stilwandel und die Stilunterschiede und kümmert sich um die Interpretation, die der Frage nachgeht: was will uns der Dichter damit sagen?
Diese Frage an Samuel Beckett bezüglich seines Dramas «Warten auf Godot» gestellt, soll er so beantwortet haben: Genau das, was im Drama steht; hätte ich etwas anderes sagen wollen, hätte ich etwas anderes geschrieben. Und das noch Mitte der 50er Jahre, also gut vierzig Jahre vor dem Schreibhaus. Das ist literaturphilosophisch betrachtet eine Meilenstein-Antwort. Der Dichter weigert sich als Verschlüssler oder Bote verschlüsselter metaphysischer Antworten zu fungieren, die er aufgrund seiner Auserwähltheit und Genialität wie ein Medium des Totenreiches zu empfangen pflegt. Literatur ist kein zu interpretierendes, entschlüsselndes Orakel - die Botschaft höherer Welten gibt es nicht.
Das entweiht natürlich konsequenter Weise und ganz eklatant den Beruf des Dichters und Schriftstellers und die Aufgaben der Sachwalter seines Olymps, der Germanisten. Sie sind keine quasi Priester mit Interpretationshoheit. Sie sollen sich eine andere Aufgabe suchen oder gar einen anderen Beruf. Das ist ungefähr so, als wenn der Vatikan offiziell akzeptieren müsste, dass es keinen Gott und demzufolge auch keine göttliche Offenbarung gibt, die es auf Erden zu verwalten und vermitteln gilt.
Was bleibt dann den Dichtern, Schriftstellern, Germanisten und Feuilletonisten? Die Literaten erfinden sich neu als Handwerker und technisch orientierte Rhetoriker, als Sprachrohre, Wortführer, Intellektuelle sozialen Fortschritts und der Gerechtigkeit, als Kritiker der Gesellschaft und ihrer unhaltbaren Zustände, als eine moralische und politische Instanz, wobei diese neue Selbsterfindung nicht ohne den früheren Nimbus romantischer Größe auskommt. Literaten möchten mehr und etwas besonderes sein als nur Text produzierende, Bücher schreibende Menschen. Man denke nur an die engagierten Fotos von Jean-Paul Sartre bei Demonstrationen etc.
Sind also Literaten wieder Botschafter des Olymps, nur dieses Mal ohne Olymp, und statt dessen mit einer mehr oder minder marxistisch motivierten Gesellschaftsvision? Mitte der 90er Jahre war eigentlich auch diese Frage schon obsolet geworden.

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Welche Zukunft hat das Schreibhaus überhaupt? Teil 2...

Uri aus dem Schreibhaus
Aber die Literaturlandschaft ist wie eine Stadt, in der unterschiedlich alte Häuser aus unterschiedlichen Architektur-Epochen stehen, auch wenn die Architektur, wonach sie erbaut wurden, schon längst aus der Mode ist. So finden wir auch heute neben der Romantik des Geniekults Poetiken der engagierten Literatur oder der l'art pour l'art und daneben viele andere Formen, wovon einige kommerziell orientiert sind und als Unterhaltungsliteratur ihren Wert an Verkaufszahlen messen. Erfolg definiert sich dann eben an der Platzierung auf der Bestsellerliste und nicht wie bei der engagierten Literatur am politischen Erfolg. Jedenfalls werden alle Poetiken irgendwie auch von Menschen bewohnt und benutzt wie alte Häuser nach alten Architekturen erbaut auch.
Diese literaturphilosophischen Hintergründe gehören ebenso zum Schreibhaus wie sie zum Literatenselbstbewusstsein gehören sollten; denn wie soll man von Selbstbewusstsein sprechen, wenn die Literaten selbst nicht wissen, wo sie in einer Stadt wohnhaft sind? Und das Schreibhaus selbst brauchte natürlich auch eine Architektur. Diese findet sich in der Schreibhaus-Philosophie, auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Interessant an dieser Stelle sind die Hintergründe und der Kontext der Schreibhaus-Philosophie.
Die philosophischen Implikationen habe ich bereits skizziert. Ein weiterer wichtiger Faktor war der Legitimationsdruck auf die Geisteswissenschaften durch die Einsparungspolitik in den 80er Jahren, die sich in einem Jahrzehnt verheerend ausgewirkt hat. In Frage gestellt wurden prinzipiell alle Disziplinen der Geisteswissenschaften, an denen man am leichtesten Einsparungen vornehmen zu können glaubte, ohne an «internationaler Wettbewerbsfähigkeit» einzubüßen. Aber auch Teile der Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften kamen unter die Schere. Wozu brauchte man eine Germanistik? Tat es nicht auch Literaturwissenschaft? Und wozu nur Literaturwissenschaft? Sollte man nicht moderner Weise alle Medien gleich berücksichtigen?
So wurde gekürzt, reformiert, wieder gekürzt, zusammen gelegt, man faselte etwas von Interdisziplinarität und schaffte methodologisch undurchdachte Kunstgebilde. In dieser Phase machte auch ich mir meine Gedanken mit meinen Mitstudierenden und überlegte, wie eine mehr praxisorientierte Geisteswissenschaft aussehen könne. Ein Stichwort war eben «angewandte Germanistik». Daraus und aus der Einsamkeit des literarischen Schreibens ganz allein am Schreibtisch entstand erst eine Literaturgruppe, dann das Schreibhaus als Verein. Parallel dazu aber drückte sich das breite Interesse am Schreiben in der entstehenden Szene des Creative Writing aus. Diese aber hatte nicht nur nichts mit der Genese des Schreibhauses zu tun, sondern auch nichts mit seinen Zielen. Nur wenn das Schreibhaus um Mitglieder und Mitarbeiter warb, kamen sie immer nur aus dem Creative Writing, hatten alle dasselbe gelesen und alle dieselben Interessen:

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Nach zwei Texten zu Bildern von @kampfzwergRonni Tod nach zweierlei Maß durfte ich mich mit ihrer Erlaubnis an ein weiteres Profilbild wagen. Danke, Ronni :)

Uri aus dem Schreibhaus
Romantische Risse
Ob Ophelia, Julie oder Marie,
Ob Desdemona oder Julia,
immer kennt der Tod zweierlei Maß
«Geh ins Kloster, geh»
Und ein Schwur bei Mondschein,
Brüchig, zweifelhaft in der Grübelei,
Wie kannst nur so schön du sein
du, Trügerische, Träumerische,
Liebreizende, Verfluchte, Versuchung,
Verführung, Irrlicht am Himmel der Finsternis,
im Nebel eine Alraune, irgendwo im Niemandsland
zwischen Mensch, Mutter, Mythos
eine Mär der Schönheit und Freundschaft,
der Liebe und Treue
ein Gebet zu Nacht
und Unverstand
Die beiden anderen Texte:
http://ask.fm/Schreibhaus/answer/107505997389
http://ask.fm/Schreibhaus/answer/108410227021

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Was war die letzte Sache, die du vom Boden aufgehoben hast?

Ein Tausendeuroschein. Dann musste ich mit meinem Anwalt telefonieren, als ich das Geld auf den Kopf hauen wollte und unverständlicher Weise verhaftet wurde; und Amnesty hat sich für mich stark gemacht, dass ich in meiner Zelle mein Notebook mit Internetstick benutzen darf, da nun wirklich keine Fluchtgefahr bestehe.
Essen in der U-Haft und Pritsche sind okay; warum sollte ich fliehen wollen?
Hoffe aber noch auf eine Antwort, was ich falsch gemacht haben soll.

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Unternehmensbeschreibung steht http://ask.fm/point_man/answer/111016525833 wenn wir in England gründen, müssen wir kein Mindeststartkapital vorweisen und haften trotzdem nur mit den Geldern der Ltd.

Franz Arthur
Yeah, mein Kopilot aus den RUNDFLÜGEN ÜBER DIE PHILOSOPHIE und ich haben uns mit einer Unternehmensgründung auf den Weg gemacht, stinke reich zu werden. Ich trinke jeden Tag einen Eimer Wasser und hoffe, dass die Nieren es lange mitmachen - soll ja nicht schädlich sein, viel Wasser zu trinken. Versand erfolgt auf Bestellung und die Lieferung geht nur per Nachname oder gegen Vorkasse :)

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Darf ich deinen Roman weiterverfassen?

Zeitspiel
Meinst du SOKRATES, den kafkASKen Fortsetzungsroman? Aber klar darfst du ihn weiterverfassen. Allerdings habe ich kleine Bedingungen und auch eine Frage nach der technischen Umsetzung. Erst die technische Umsetzung: Ich könnte die Datei auf Google frei geben. Dann könntest du dort die Fortsetzung realisieren. Oder möchtest du eine andere Herangehensweise? Du kannst den Text ja ganz einfach in eine eigene Datei kopieren und daran weiter arbeiten..
Aber sag mir bitte Bescheid, wie du verfahren willst.
Ich möchte völlig unabhängig davon, den Roman so weiter entwickeln, wie ich es im Sinn habe. Und dann gibt es eben zwei Romane von Sokrates. Und vielleicht können wir diese Romane irgendwie auch wieder verknüpfen. Aber das ist Zukunftsmusik. Und wir müssen es nicht zwanghaft versuchen.
Dann auf gutes Gelingen :)

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http://ask.fm/kampfzwergRonni/answer/109569288210 Das Selbstportrait

Uri aus dem Schreibhaus
An meinem Hals eine Kette, am Busen ein Wald dürrer Äste, die Farben von Grau bis Blau, schwarz segelt ein Kleid tief ausgeschnitten leiblos über die Tapete; stolz und fordernd mein Blick: «Ja, da schau her! In meine Augen!» Verschlossen meine Lippen halte ich die Welt in Händen, und wie eine wohl geformte Nebelwand schwebt ein zweites Gesicht Fenster gleich ins Bild, worin die Äste Schatten werfen auf die Trauer meiner Schönheit.

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Meine Fragen zum Thema Regelnlernen.. 1) Wessen Regeln bist du bereit zu lernen? 2) Wenn du merkst, dass du eine Regel nicht lernen kannst bzw. diese Regel nicht befolgen kannst, lernst du weiterhin, dass du es womöglich doch schaffst? 3) Lernst du diese Regeln bloß oder bist du gewillt, diese Re

Die Philosophie des Regellernens bedeutet mir sehr viel; denn es geht nicht um Vorschriften! Das ist sehr wichtig: Regeln und Vorschriften sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Vorschriften sind von außen und meistens von oben also hierarchisch vorgegebene Verhaltens"regeln". Sie müssen deswegen eingehalten werden, weil diejenigen, die diese Vorschriften machen auch für ihre Einhaltung sorgen können, und wenn es nur durch Sanktionen ist, womit sie die Einhaltung der Vorschriften durchsetzen. Gäbe es aber diese Vorschriften nicht, würden sich die Menschen ihrer Natur folgend anders verhalten und es würde trotzdem funktionieren, vielleicht wären die Dinge sogar besser, schöner, erträglicher.
Vorschriften und Gesetze des Steuerrechts zum Beispiel sind solche hierarchischen Gegebenheiten: der Staat erhebt mittels seiner Möglichkeiten (letztendlich Polizeigewalt und Justiz) Steuern und treibt diese ein; es gibt auch Vorschriften für Steuerbegünstigungen und Steuernachlässe usw. immer geht es darum, den Bürgern Abgaben abzupressen und sie mit Sanktionen zu bedrohen. Kein Mensch zahlt freiwillig Steuern. Aber heißt das, der Mensch ist ein bösartiges, egoistisches Wesen? Ist Steuerkriminalität wirklich asozial? Das würde ja voraussetzen, dass alles, was der Staat macht sozial ist. Das allerdings darf allen Ernstes bezweifelt werden.
Kriege zu führen, teure Waffensysteme zu kaufen, einen riesigen und teuren Beamtenapparat in Ministerien zu unterhalten, wobei viele Staatssekretäre zum Beispiel auf Kosten der Steuerzahler aus politischen Gründen ihrer Ämter enthoben bzw. in den Ruhestand geschickt werden, ist auch alles andere als sozial. Aber eigentlich kann angeblich in einer Demokratie die Bevölkerung mitbestimmen, was der Staat machen soll. Aber wie ist das möglich, wenn die Politiker nur ihrem Gewissen Rechenschaft schuldig sind und sich in der Regel durch Biegsamkeit dieses Gewissens auszeichnen?
Regeln hingegen entspringen nicht menschlicher Willkür und Machtbesessenheit. Sie entspringen der Sache, die sie regeln. Bauern zum Beispiel müssen sich an bestimmte Regeln halten, wenn die Ernte ertragreich werden soll. Es gibt Regeln einer guten Partnerschaft, Freundschaft, Regeln des Flirtens, Regeln der Zusammenarbeit und des schönen Zusammenlebens; sie leiten sich aus der Natur dieser Dinge und Verhältnisse ab und sind nicht einfach Menschen gemachte Vorschriften. Ich bin bereit, alle Regeln eines Spiels zu lernen, wenn mich das Spiel interessiert. Ich versuche, diese Regeln zu befolgen, weil ich erfolgreich sein will; und ich lerne diese Regeln nicht nur auswendig, sondern inwendig, damit ich sie auch souverän und kreativ anwenden kann. Vorschriften kann man aus eigenem Interesse umgehen; Regeln sollte man aus eigenem Interesse einhalten.

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Habe ich in meiner Antwort eben tatsächlich den ersten Satz von dir einfach nur wiederholt? Ich muss langsam echt pennen!

Vor elf Tagen diese Frage, aus der ich damals schon nicht ganz schlau wurde. Heute habe ich einen dicken Kopf und eine noch dickere Nase, die permanent läuft. Ich bin müde und kann nicht schlafen, wenn ich mich hinlege und wenn ich im sitzen ein Filmchen anschauen will, eine weitere Folge der Serie, für die ich Arthur schon nicht begeistern konnte, schlafe ich ein. Im Sitzen! Und höre mich selbst Schnarchen. Erholsam ist das nicht! Es gibt für mich so viel zu tun, und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Heute möchte ich am liebsten nirgends anfangen. Hast du nun den ersten Satz von mir einfach nur wiederholt? Ich muss langsam echt pennen! Und wenn ich die Wahl hätte: eine Erkältung zu haben oder gar nichts. Würde ich gar nichts wählen.
Was passiert eigentlich in diesem Oma-Haus?
Zu Ayleen fällt mir nur ein: sie wollte ihn nur in sicheren Händen wissen. Und sie glaubt, er wäre im Krankenhaus sicher. Außerdem habe ich sehr viel Zeit mit meinem kranken Vater in Ärztevorzimmern und Krankenhäusern verbracht. Ich glaube, ich beneide Ayleen, dass sie einfach weggehen kann. Aber mittlerweile ist mein Vater auch schon fast fünf Jahre tot, und ich war seitdem in keinem Wartezimmer mehr.
Aber literaturkritisch hast du recht. Das hätte besser herausgearbeitet werden müssen.

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Dürfte ich auch eine Schreibaufgabe von dir erhalten, bitte?

Ja, gerne. Ich habe dir die Aufgabe schon zugeschickt. Ich bin gespannt auf deine Antwort, wichtig wäre mir dabei, dass du dich ganz frei bewegst in der Erzählung und zugleich versuchst, dich kurz zu fassen und alles in ein Antwortfeld zu bekommen. Also stehen dir knapp 3000 Zeichen zur Verfügung. Es kann aber auch gut sein, dass dir das nicht gelingt, weil du gerne viel mehr erzählen und schreiben möchtest. Dann diskutieren wir aber erst einmal über den Teil deines Textes, den du in ein Antwortfeld bekommst; und schauen mal, wie es weiter geht.
Ich bin besonders gespannt auf die Stelle, was dich wohl zu diesem Spaziergang motiviert hat, von dem in der Aufgabe die Rede ist. Eine echte Herausforderung an die Phantasie ist aber auch die Begegnung. Sie muss ja wirklich etwas ganz Besonderes sein. Schreib nicht einfach drauf los, sondern plane erst einmal im Kopf, was du schreiben möchtest, und sprich auch mit anderen Menschen darüber. Vielleicht kommt ihr gemeinsam auf ganz neue Gedanken. Diese Erfahrung solltest du dir auf jeden Fall gönnen. Verstehe dich als Autor nicht in einer Isolation, sondern in der Kommunikation mit ganz vielen Menschen und auch Medien. Aber gerade bei Medien musst du sehr darauf achten, nicht einfach zu kopieren, sondern sie dir nutzbar zu machen.
Viel Erfolg.

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Guten Tag, Uri (aus dem Schreibhaus)! Ich würde mich freuen, auch eine Schreibaufgabe zu bekommen, da sich ja sonst niemand außer "Lebenswurst" meldet, dessen kreative Ergüsse ich, ganz unter uns, etwas anzweifle. Hoffentlich wirkt das nicht zu herablassend, ich bin ja auch nur ein drittklassiger Ho

Zücho
Oh ja, aber sind wir das nicht alle. Aber irgendwie hat sich @Lebenswurst durch Penetranz so wunderbar hervorgetan; die Hartnäckigkeit muss belohnt werden und wenn es nur durch eine Schreibaufgabe und das Schreiben über @Lebenswurst ist.
Aber dich, lieber @Träumer hat es mit der Aufgabe ganz hart erwischt: Früher wurden Seeleute oder einfach Menschen in Hafengegenden betrunken gemacht oder bewusstlos geschlagen und erwachten auf hoher See auf einem Schiff wieder und mussten als Matrosen dienen.
Stell dir vor: du gehst in deiner Stadt in deine Lieblingskneipe oder Restaurant und kannst dich plötzlich an nichts mehr erinnern, verlierst das Bewusstsein und wachst in einer kleinen Raumkapsel auf, kannst durch die Luke den Planeten Erde immer kleiner werden sehen. Jetzt hat man mal keinen Affen oder Hund ins All geschossen und auch keine wohltrainierten Astronauten. Jetzt hat es dich erwischt.
1. Teil: was geht dir durch den Kopf?
Danach würde ich auf deiner Lösung aufbauend zwei weitere Aufgaben stellen wollen.
Einverstanden?
Die Frage kommt auf dein Profil mit einem Link auf diese Stelle. Viel Spaß wünscht dir Uri aus dem Schreibhaus.

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Ist das nicht zuviel? Zwei Accounts? Du kommst doch mit den Fragen des einen schon nicht hinterher?! Wie willst du diesen Mehraufwand händeln? Das geht ganz schnell und dann ist die Birne raus (Burnout-Syndrom)...

Franz Arthur
Für diese Frage hast du wirklich die Goldene Tante verdient, lieber Arthur. In der Tat habe ich schon mit @Klugdiarrhoe ganz schön viel zu tun, und ich versuche die Fragen so gut und umfangreich wie nur möglich zu beantworten. Aber auch da liegt manchmal die Würze in der Kürze.
Vom Burnout sehe ich mich weit entfernt, denn ich mache das, was ich mache ja nicht als eine Aufgabe, zu der ich mich irgendwie zwingen muss oder weil ich mich, warum auch immer, verpflichtet fühle, sondern weil mir die Dinge tatsächlich sehr viel Spaß machen. Die Kontakte und Fragen auf ask beleben Geist und Phantasie.
Wie schon erwähnt, will ich mich hier hauptsächlich der Literatur widmen und literarischen Fragen und Fragen der Text- und Literaturkritik stellen. Ich hatte früher schon einmal eine ganz intensive Phase der Literaturarbeit im Netz, und irgendwann stockte sie, weil erstens die technischen Mittel noch nicht ganz so toll, aber hauptsächlich, weil die Gruppe, die schrieb und diskutierte zu klein und die Hoffnungen zu groß waren - auch gemessen am mitgebrachten Talent. Kurzum: wir hatten uns alle ein wenig übernommen. Das kann natürlich auch hier passieren. Das kreative Arbeiten birgt Risiken in sich. Nicht jeder eingeschlagene Weg führt zum Erfolg und zu produktiven Ergebnissen.
Aber erstens kommt es auf die Erfahrungen an, die man sammelt und zweitens kann man auch mit «gescheiterten» Vorhaben und Projekten kreativ umgehen. Wer zu sehr Ergebnis orientiert denkt und plant, wird es im künstlerisch-literarischen Bereich schwer haben. Aber natürlich gibt es auch hier eine große Bandbreite von Möglichkeiten; manche möchten Kindergeschichten schreiben oder halten Gattungen wie Krimis für überschaubar und arbeiten daran wie an einem Projekt. Es gibt ja auch viele Autoren, die sich eines bestimmten Strickmusters bedienen.
Ich für meinen Teil liebe das Offene, Wirre, Verwirrende, Experimentelle und das scheinbar Sinnlose. Auch mein SOKRATES - der kafkASKe Fortsetzungsroman, den ich hier im Schreibhaus übersichtlicher darstellen könnte, ist offen. Obwohl nur drei Teile veröffentlicht, existieren bereits drei weitere. Und ich plane schon die siebte Folge.
Gestern Nacht aber machte ich für mich eine neue Entdeckung: Ich habe «Kazam Bildschirmvideo» für mich entdeckt und kann jetzt alle Interessierten in einem Bildschirmvideofilm mit gesprochenen Kommentaren aus dem Off durch die Schreibhaus-Akademie führen. Heute werde ich es erst einmal begeistert Kazim, meinem Theaterleiter erzählen. Ich habe die Brücke zu unserer Arbeit am Theater schon geschlagen: http://www.kulturakademie-ruhr.de/literatur-im-netz/ und dann drehe ich in den nächsten Tagen mal den Bildschirmfilm. Auf meiner Agenda stehen aber auch ganz viele Fragen - auch von dir die nach dem Germanistikstudium und nach politischen Abenteuern, bei denen man des Hausfriedensbruchs bei Nazis angeklagt werden und eins in die Fresse bekommen kann; der Parteitag fand bestimmt nicht an einem öffentlichen Platz statt.

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Was ist mit @Klugdiarrhoe

@Klugdiarrhoe lebt! Und meine vorangegangene Antwort zu Bücher-Flow ist doch eine echt typische @Klugdiarrhoe -Antwort, oder?
Ich hätte so gerne das Schreibhaus als eine Literaturakademie, in der über alle Facetten des Schreibens nachgedacht, diskutiert und philosophiert werden kann. Aber die Menschen hängen so sehr an ihren Konventionen, dass sie sofort an Romänchen denken und Geschichtchen erfinden wollen, wenn sie nur «kreatives Schreiben» hören. Sie wollen Klischees dienen und Normen erfüllen, sie suchen den Erfolg, die Bestätigung ihrer romantischen Vorurteile über das Schreiben, anstatt sich wirklich mit den Potentialen des Schreibens zu befassen.Aber ich leiste Widerstand, ich widerspreche und suche, gebe nicht auf, ganz egal ob als @Klugdiarrhoe oder @Schreibhaus oder im realen Leben in der Kulturlaube oder im Theater. Und die Idee eines realen Schreibhauses habe ich auch noch nicht aufgegeben. Noch ist das hier mein Wohnzimmer und noch ist hier im Haus auch mein Arbeitszimmer :) Also stirbt die Hoffnung zuletzt!

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