Ask @Schreibhaus:

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Was geschah als der Literat den Beat betrat? Bist du persönlich auch ein Freestyler? Was für einen Flow haben Bücher? Und vor allem: "Was ist denn mit der Realness?"

Hey, ich fühle mich manchmal so free, dass dahinter gar kein Style mehr sein kann.
Du weißt, ich schreibe sehr gerne und erstelle, wie du schon bemerktest, ganze Textwände. So finde ich den Namen, den du mir gegeben hast, gar nicht unpassend: «Wall-of-text-uri». Dann hast du auch noch geschrieben, ich sei berühmt, du Schelm und Schmeichler! Damit hast du meine Seele gestreichelt, mein olles Herz erwärmt.
So sehr gerne ich schreibe und lese, ich habe eine große Skepsis gegen den Bücherkult entwickelt. All diese rationalistischen Phrasendrescher, die dem Buch als Kult- und Romantikobjekt huldigen, könnte ich mit einem Tritt in den Allerwertesten aus dem Olymp befördern, wenn sie je mit ihrer Masche einen Zugang dahin finden sollten.
Das Lesen und auch das Schreiben muss meiner Meinung nach ein Teil eines harmonischen Lebens sein. Als Bildungskult lehne ich den Flow der Bücher ab. Dieser Fluss reißt uns in den Abgrund des Todes: nix mit Phantasie, Kreativität und Bildung zum Humanismus durch Lesen.
Wenn es so wäre, hätte Europa ja nie die Brutstätte allen antihumanistischen Übels sein können: angefangen von den Massakern an Urbevölkerungen Afrikas, Südamerikas, Nordamerikas, Australiens, die nie annähernd vergleichbare expansive Kräfte entwickelt haben wie der Europäer und trotzdem «Wilde» genannt wurden, -von just dem Europäer, der wie eine Seuche in die ganze Welt ausgezogen ist, um alles zu missionieren, was ihm in die Quere kommt. Und fortgeführt über die Grausamkeiten der Massenvernichtung durch KZs oder Nuklearwaffen, bis hin zur brutalen Umweltzerstörung ist für mich der Euripide der Ursprung allen Übels - und von ihm stammt auch der Buchdruck, um seine Bibel allen aufs Auge zu drücken.
Neeee, so sehr das Schreiben ein Instrument meiner Seele ist, mit dem Buch als Medium kann ich mich nicht ohne Ambivalenz anfreunden. Aber lass lieber über deine «Realness» Gras wachsen, Mann-o-Mann ;) Ha, ha :)

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https://ask.fm/LolavanUnbehagen/answers/140469165151

Uri aus dem Schreibhaus
Danke, Lola, für deine Antwort und deine Angebote. In der Tat will ich hier kein umfangreiches Lektorat machen; es ist für mich keine Frage des Geldes, sondern der ästhetischen Sinnhaftigkeit. Ich bin auf der Suche nach Talenten, nach Leuten, mit denen man Lesungen machen oder Publikationen erstellen kann, deren Texte anregend sind und ich bei kritischer Auseinandersetzung nicht das Gefühl habe, ewig auf der Stelle zu treten. Um das stichprobenartig beurteilen zu können, genügen mir 3000-6000 Zeichen, also ein, zwei Antwortfelder. Deinen ersten Textauszug müssen wir nicht diskutieren. Gleichnishafte Kunstmärchen ins Fantasymilieu verlagert scheiden komplett aus. Ich halte sie literarisch für vollkommen sinn- und wertlos. Solche Texte haben keine hermeneutische Tiefe, setzen auf eine banale Philosophie voller Klischees und wollen belehrend wirken, auch wenn die Lehre Leere ist.
Der zweite Text wirkt etwas anders. Er arbeitet weniger mit moralisierenden Begriffen, schafft eine Dialogsituation, die zugleich ein Szenario für die angesprochene Person wird. Sprachlich sind zu viele überflüssige Formulierungen zu finden, wie etwa: «Hallo du. Ja, du. Ich kenne dich.». Der Text wirkt direkter, weniger umständlich und nicht so sehr vom Film motiviert, wenn er mit «Fragst Du Dich manchmal, was mit dir los ist? Siehst du dich im Spiegel an und suchst in morgendlicher Apathie nach dem Leuchten in deinen Augen?» anfängt. Das hat eine gewisse Poesie und ist ausdrucksstark. Der Rest dieses Abschnitts ist wieder nur Gefasel, ein Fall für den Rotstift. Der Text gewinnt an Dichte, wenn nach dem zitierten Anfang gleich der zweite Absatz beginnt: «Fragst Du Dich manchmal, was mit dir los ist? Siehst du dich im Spiegel an und suchst in morgendlicher Apathie nach dem Leuchten in deinen Augen? Du verlierst deine Größe, deine Hände werden kleiner, deine Beine kürzer, und auch dein Torso sinkt unter dem feuchten Gebrumm deines noch zu großen Darms in sich zusammen. Deine Augen werden größer; du vergisst, wie es ist, unvermittelt zwinkern zu müssen, um deine Müdigkeit zu verstecken.» Die Konzentration des Textes auf diese reduktionistische Metamorphose weckt Spannung: was passiert da mit der Person? Eine Verwandlung kafkaesker Art? Dann kommt es darauf an, wie es weitergeht. Ich würde alles an Dialog streichen, was dieser Reduktion im Wege steht. Wohin diese Reduktion führt, bleibt die spannende Frage. Ich schicke dir für diesen Text einen Gedankenstrich und bin gespannt *-*

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Momentan fällt mir leider kein Text ein, mit welchem ich mich mit dir auseinandersetzen könnte. Wenn du aber einen interessanten findest, darfst du dies gerne tun :)

Lupa in silva ★
Meine Frage an dich bezog sich auf einen Text von dir, nicht auf irgendeinen Text, der dir einfällt.oder der mir in den Sinn kommt. Ich bin im Schreibhaus auf der Suche nach literarischen Talenten, mit denen ich kooperieren kann. Die Wahrscheinlichkeit, diese auf ask zu treffen, ist anscheinend wirklich äußerst gering. Ich suche auch auf anderen Foren und über andere Wege. Aber ich wollte auch mal in diese Pfütze meine Angel auswerfen.

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Auswendiglernen. Man muss verstehen, auch hinterfragen und selbst denken, oder etwa nicht? Ein Abitur erhält man nicht nur indem man brav irgendwelchen Normen folgt. Damit meine ich keinesfalls, dass der Schulabschluss notwendig ist, um gebildet zu sein. Aber ist er denn wirklich etwas Schlechtes?

Ich würde aber all diese positiven Dinge nicht einfach dem Schulsystem zugute schreiben, sondern sehen wollen, dass Menschen überall und immer etwas Positives zustande bringen können. Daher würde ich in meiner Schulkritik immer auf den Menschen bauen und das System zerpflücken, um ein neues Bildunsgwesen zu errichten. En Detail würde das hier zu weit führen; aber das Schreibhaus und das «Erlernen» von kreativem Umgang mit Sprache, Phantasie und Schrift knüpft an meine Ideale an, die man auch andernorts als in der Literatur gut realisieren könnte.
Du machst einen logischen Fehler, wenn du stures Auswendiglernen und brav Normen folgen gleich setzt. Halten wir doch bitte schön die Dinge auseinander, schließlich geht es doch um Differenzierung und kritisch Analyse, nicht wahr?
Doch gerade das Abitur erhält man nur, wenn man «brav irgendwelchen Normen» folgt. Verstehen, hinterfragen und selbst denken, dann aber auch bitte immer brav die Normen einhalten. Nur so bekommt man das Abitur. Ich kann meinen Schulleiter niemals vergessen, der mich zu sich ins Büro zitierte und sagte, ich solle meinen Artikel aus der Schülerzeitung heraus nehmen, in der eine anonym gehaltene Lehrerin karikiert wurde, schließlich wolle ich doch an dieser Schule noch Abitur machen ;) Wir diskutierten ein wenig hin und her, und er kam an einen Punkt und sagte: «Nun lassen Sie die Katze aus dem Sack! Welche Lehrerin meinen Sie denn?» Ich antwortete mit einer Gegenfrage, welche denn er meine, dass ich sie meinen könnte. Und er nannte den Namen einer Lehrerin, die ich überhaupt nicht kannte. Das war natürlich sehr witzig, und als ich meine Lehrerin benannte, musste er zugeben, dass wir ein schier absurdes Spiel gespielt hatten. Und nichtsdestotrotz stand die Drohung aber im Raum.
Aber du hast schon Recht: man erhält sein Abitur NICHT NUR, indem man brav irgendwelchen Normen folgt. Doch ohne die Befolgung dieser Normen auch nicht. Ich suche als Freiheitsphilosoph gerade im Bereich der Kreativität einen Weg aus der Verschulung hinein in eine andere Schaffens- und Lernatmosphäre.

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Phantasie und Wirklichkeit der Schriftstellerei. Wie malt man sich den Weg aus, den man gehen muss, um ans Ziel zu kommen, Schriftsteller zu werden. Und wie ist es mit der Schriftstellerei in Wirklichkeit. Teil1:

Uri Bülbül
Ich versuche im Schreibhaus auch immer dem nachzugehen, was uns an Vorbildern und Vorstellungen leitet, wenn wir uns selbst schriftstellerisch betätigen wollen - sei es auch nur im kleinsten Kreise. Da erhebt sich doch sofort die Frage: Was ist denn der kleinste Kreis? Und wo sind die größeren? Wie stelle ich mir das vor? Wie wird mir die Welt der Literatur vermittelt? Ich kann diese Fragen nicht auf Anhieb und die Schnelle beantworten. Aber ich will es immer wieder versuchen. Ein Versuch findet sich aber auch auf Deutschlandradio Kultur mit einer Gesprächsrunde von der Frankfurter Buchmesse: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/10/10/drk_20141010_1929_2505b17f.mp3

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Zur namentlichen Erwähnung in der Anthologie: Kann es sich dabei um ein Pseudonym handeln oder muss es zwangsläufig der bürgerliche Name sein?

Ach Mann, warum ist die Anthologie-Idee mit so vielen möglichen oder viel mehr als möglich gedachten Zwängen verbunden, als gäbe es irgendein Sch..regelwerk, das man einhalten muss, ohne das nichts aber auch gar nichts geht. Warum könnt ihr Freiheit nicht als Freiheit begreifen? Ist es denn so schwer?
Ja, ich gebe die Antwort selbst. Es ist schwer. Eure Welt ist voller Zwänge, Regeln und Regelungen: Die Schule, die dann und dann anfängt, der Unterricht, der so und so abläuft, der Bus, der immer dann und dann abfährt. Ja, aber die Literaturwelt, die ich euch anbiete, folgt anderen Regeln. Es sind die Regeln der Freiheit, der Kreativität, der Ästhetik.
Und dieser Wechsel von einem in einen anderen Aggregatzustand fällt euch so unendlich schwer und tut mir so unendlich Leid. Denn es ist ja keineswegs so, dass ich ohne Erwartungen an euch herantrete. Aber vielleicht ist genau diese Diskussion der Sinn der Anthologie.
Konnte ich mich verständlich ausdrücken?

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Glaubst du an Horoskope?

Horoskope haben etwas Kreatives. Es kommt gar nicht darauf an, ob sie einem in Tat und Wahrheit die Zukunft voraussagen können oder nicht. Wichtig und interessant finde ich an Horoskopen, dass man sich die Frage stellt, trifft etwas davon auf mich zu und was genau könnte es sein. Und schon fängt man an, sich mit sich selbst zu beschäftigen, aber nicht nur mit eigenen Gedanken, sondern auch mit etwas, was einem durch das Horoskop von außen herangetragen wurde. Das ist aber nichts, was man glauben muss, sondern einfach praktizieren kann - ganz ohne Glauben.

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Welcher Charaktertyp/Persönlichkeitstyp bist du? http://charaktertest.net/

Zeitspiel
Man kann daraus ein literarisches Spiel machen:
du antwortest mehrere Male in ganz anderen und auch dir widerstrebenden Varianten und ordnest die Ergebnisse fiktiven Figuren zu, denen du zuvor Namen und eine kleine Biographie gegeben hast, aber noch keinen Charakter.
Du spielst den Test so oft durch, wie du Figuren haben möchtest. Du merkst dir aber auch wie jede einzelne Figur die einzelnen Fragen beantwortet hat. Dann lässt du die Figuren die eine oder andere Frage auch kommentieren und vielleicht sogar in einer von dir ausgedachten Situation ins Gespräch kommen.
Es könnten fünf Menschen in einem Aufzug stecken geblieben sein. Oder auch nur drei Menschen. Dramaturgisch langweiliger wären gerade Zahlen. Warum? Vielleicht ist aber auch jemand ganz allein im Aufzug stecken geblieben. In der heutigen Zeit hat dieser Mensch höchst wahrscheinlich seinen Smartphone dabei, aber nur einen mäßig guten Empfang im Aufzug.
In welchem Gebäude könnte es spielen? Zunächst machst du dir überhaupt keine Gedanken um die Handlung. Lass deiner Erzähl- und Fabulierkunst freien Lauf. Die Eckdaten stehen.
Ich bin mal gespannt, ob es auf diese Anregung Rückmeldungen geben wird ;)

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Deine Frage beantwortet ich die Tage. Das wird evtl wieder ein längerer Text

Ja, genau so habe ich es mir mit meiner Frage und den Antworten darauf auch vorgestellt. Es geht mir hier bestimmt nicht darum, die üblichen ask Frage-Antwort-Spielchen zu spielen, seien sie noch so philosophisch wie etwa bei @Klugdiarrhoe . Hier geht es um Literatur und literarische Anregungen und auch um die Fabulierlust, die ich gerne wecken oder fördern oder unterstützen würde. Ich freue mich, wenn du einige Tage dir Zeit lässt und dadurch auch den Text heranwachsen lässt wie eine gute Traube und dann wie einen guten Wein.
Nicht nur die Wahrheit mach Arbeit, sondern auch die Fiktion :)

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Antworten auf Fragen von @illusionblau - Teil 1 http://ask.fm/illusionblau/answer/113842043135 :

Uri aus dem Schreibhaus
Ich möchte mit dem Punkt 3:
Der Aktionsgedanke, einen weltweiten Text zu produzieren, ist wirklich amüsant und interessant. Ich habe die Versuchsanordnung nicht ganz verstanden. Wenn man fünf Sätze fünf Leuten vorgibt, sollen dann diese fünf Personen pro Kopf fünf Sätze dazu formulieren? In welcher Reihenfolge wird dann der Text zusammengefügt zu einem Ganzen? Dann hätten wir schon nach der ersten Runde entweder einen Text mit 30 Sätzen oder fünf Texte mit 10 Sätzen: 5 + 5 x 5 = 30 oder (5 + 5) x 5 = 50 Sätze in 5 Texten.
Wieviel Milliarden Menschen leben auf der Welt? Und darf jeder in seiner Sprache schreiben?
Selbst in einer globalisierten Welt bleibt doch einiges sehr zersplittert. Das tut aber der Idee eines Globaltextes keinen Abbruch. Wir kommen damit der Idee der klassischen Moderne (klassischer deutscher Idealismus) in der Person Hegels mit seiner Idee des Weltgeistes über die Schiene der Literatur näher. Ein Weltgeist, der sich in einem Globaltext, der aus einem Zusammenspiel von Zufall und Assoziation entstanden ist, manifestiert. Ich glaube, so würde sich der Weltgeist eher offenbaren als in einem Text, der von wem und wievielen auch immer zuvor geplant wäre.
In deinem Vorschlag wäre der Zufall Meister. Und wie sagt man so schön? Es gibt keine Zufälle. Man überlässt die Entstehung des Globaltextes der Natur der Assoziationen. Ein wirklich amüsanter Gedanke. Er hat etwas Anarchisches und Natürliches. Während die Variante eines geplanten Globaltextes immer auch an Institutionen und Machtfaktoren gekoppelt wäre: wer plant auf welche Weise diesen Globaltext? Und das würde zwangsläufig zu Machtkämpfen führen, was in deiner Idee vermieden wird.
Schön finde ich auch die Vorstellung, dass, wenn man das Verfahren mehrmals anwenden würde, auch mehrere Globaltexte mit Milliarden von Sätzen entstünden, die immer deutlicher den Weltgeist zum Vorschein brächten, wenn man sie wie Perlen an einer Kette aneinander Reihen und vergleichend lesen könnte. Vielleicht würden wir in diese Globaltexte den Weltgeist auch hineininterpretieren und man bekäme ganz viele Weltgeister zu Gesicht. Das aber widerspricht doch irgendwo auch wieder der Hegelschen Idee von einem Weltgeist, oder? Traditionell müsste der Weltgeist der Eine und Allesverbindende sein - also mit einem anderen Wort: GOTT. Vielleicht aber kann man sich auch ganz viele Weltgeister vorstellen - in einer totalen Anarchie. Als eine Epochen betrachtet, wäre diese Vorstellung allerdings nicht mehr modern, sondern POSTMODERN oder AVANTGARDISTISCH. Was natürlich kein Argument gegen diese Betrachtungsweise ist, sondern nur eine Feststellung. Das Durcheinander der Globaltexte wäre dann eben avantgardistisch - na und? Es macht Spaß, diesen Gedankenfaden weiter zu spinnen.
In einem kleinen assoziativen Gedankensprung komme ich auf die Frage, ob die größeren Religionen nicht mit dieser Idee eines Globaltextes oder mehrerer Globaltexte zu vergleichen wären.

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Hat es einen Grund dass meine Liebesbrief-Antwort nicht verlinkt ist? Sicher nur ein Versehen!? :-)

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Gut, dass du mich auf diesen Fehler aufmerksam machst. Es ist ein Versehen, sonst nichts. Es ist immer gut, wenn die Schreibhausbewohner immer mal nachhaken, wenn ihnen etwas komisch, unvollständig, unverständlich oder was auch immer vorkommt.
Und hier ist der Link:
http://ask.fm/point_man/answer/113903446025
Und gleich auch meine Anmerkung zu deiner Antwort: http://ask.fm/point_man/answer/113933490697
Ich freue mich sehr darüber, dass dein literarisches Interesse nicht nachgelassen hat, wie ich es angenommen und fast befürchtet habe. «Ich bastle an meinem eigenen Texteuniversum.» Das ist Musik in meinen Ohren. Wunderbar. Genau das solltest du auf jeden Fall machen. Ich habe nichts daran auszusetzen und kann dir nur sagen, dass ich an meinem Textuniversum arbeite und es für einen ausgezeichneten schriftstellerischen Weg halte.
«Mein Ziel ist ein ziemlich komplexes Politthrillerdrama, das ich nur für mich schreibe. Sobald ich anfange, über Veröffentlichungen bei einem Verlag nachzudenken, leidet die Qualität.
Ich setzte mir keinen Termin, lasse mich treiben. Vielleicht fröne ich so dem Geniekult, aber ich bin jung und mag das zur Zeit so.»
Da musst du meine Ausführungen ein wenig mißverstanden haben. Ich bin nicht mehr jung und gehe genauso vor wie du, d.h. kein Termindruck, kein Publikationsgedanke und kein Einschmeicheln beim Publikum oder Verlag. Auch ich schreibe erst einmal nur für mich, was nicht heiß, dass nicht andere es auch lesen können. Aber es muss in erster Linie erst einmal mir selbst gefallen. Ich habe deine Äußerung auch so verstanden und kann es nur unterschreiben.
Das meine ich aber nicht mit Geniekult. Für ein Genie hält sich ein Autor, der fast jede Diskussion über seine Texte persönlich auf sich bezieht und keinerlei Kritik ertragen kann und jene Kritiker, die zwar einzelne Werke verreißen, aber andererseits, nachdem sie kein gutes Haar am Text gelassen haben, abstrakt am Autor festhalten, der entweder angeblich in einer Krise steckt oder seine beste Zeit hinter sich hat, der nur ein gutes Buch geschrieben hat u.ä.
Jeder Autor, jede Autorin muss eigentlich den eigenen Weg suchen, experimentieren und sich von dem Schielen auf den Markterfolg seines Werkes loslösen. Bedenklich ist umgekehrt, wenn man bei jedem Satz, den man schreibt, sofort an den verlegerischen Erfolg denkt.

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Auf einer Skala von 1 bis 10, wie verrückt bist du?

So verrückt, dass ich das Schreibhaus erfunden habe und auch fast nach zwanzig Jahren betreiben will, obwohl es bisher an nennenswerten Erfolgen eindeutig fehlt. Es ist, als hätte sich Don Quichotte eine neue Kampfart gegen Mühlen einfallen lassen: Er will ihnen das Dichten beibringen.
Sie ächzen schon, wenn sich das Windrad in Bewegung setzt und die Mühlsteine zu mahlen beginnen. Ist das nicht ein gutes Zeichen?

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Wie hätte eine Bewerbung für das "freie Zimmer" denn auszusehen? Mir gefällt die Grundidee des Schreibhauses sehr gut, außerdem ist mir aufgefallen, dass ich immer mal wieder Fragen von dir erhalte, du mir also höchstwahrscheinlich folgst.

Du könntest das Zimmer ja haben; das Schreibhaus ist groß und hat auch noch Zimmer für andere frei; alle, die sich bewerben und für würdig befunden werden, bekommen ein Zimmer. Aber nun hast du dich ja nicht beworben, sondern willst nur wissen, wie die Bewerbung auszusehen hat. Interesse für das Schreibhaus, Begeisterung für Literatur, Wunsch und Wille zu schreiben dürften auf gar keinen Fall fehlen. Und wie du das zum Ausdruck bringst, wäre deine Sache gewesen - schließlich dürfen Phantasie und Kreativität auch nicht fehlen.
Aber liest du auch den Konjunktiv? Ist das nun ein Irrealis? Ist das Zimmer nun doch für dich nicht zu haben, weil du die Frage falsch formuliert hast?
Ja, das wäre auch lustig, aber nur für Leute mit schrägem Humor und lass mich raten, was du dazu sagen würdest: «Pfff, der kann mich mal» Stimmt's? Also wenn du ein Zimmer zu vergeben hättest, hätte ich es nicht bekommen, oder?
Aber nun machen wir es nicht unnötig spannend. Ich habe auf meine Schreibaufgabe bisher vier Antworten bekommen, wovon zwei enttäuschend waren. Aber so etwas kommt vor und man darf auch nicht nachtragend sein. Nicht jeder erfüllt immer die Erwartungen. Ich übrigens auch nicht. Du vielleicht auch nicht, aber pff, musst du ja auch nicht.
Nur dieses Mal hast du mit deiner Antwort voll ins Schwarze getroffen.
http://ask.fm/LeannaCordis/answer/115480889487
Also gebührt dir auf jeden Fall ein Haustür und ein Zimmerschlüssel.
Willkommen im Schreibhaus :)
Ach ja, bitte, geh nicht in den Keller, wenn es sich vermeiden lässt.

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Ich bedanke mich für die Kritik und mache mich schnellstmöglich an die Verbesserung.

Hey Ambrose, vorausgesetzt, dass es dir ernst damit ist, finde ich deine Reaktion super klasse und bin ganz neugierig auf deine nächste Version.
Ich habe schon so viel shit auf dem Feld der Literatur, der Pseudokreativen und Supereingebildeten bzw. Eitlen erlebt, dass ich eigentlich gar keine Lust mehr habe, hier überhaupt noch etwas zu machen.
Aber andererseits bin ich gerne Literat und mein Herz schlägt für Literatur und auch für Menschen. Es tut mir richtig weh, wenn ich Fehlentwicklungen und dummes Zeug auf dem Massenmarkt sehe, auch dort, wo sich Literatur als «niveauvoll» ausgibt, dass ich denke, ich sollte auch mein Möglichstes in die Waagschale werfen.
Hin und her gerissen zwischen der Sehnsucht nach Qualität und aufrichtiger literarischer Freundschaft und Kollegialität ohne Neid und EItelkeit, ohne Geniekult und Genieästhetik und der Realität von anstrengenden, sinnlosen und irrationalen Diskussionen (die letzte davon hatte ich vergangenen Dezember und Januar) komme ich nicht richtig zu einer Entscheidung, ob es sich tatsächlich lohnt, mich weiter in diesem Bereich zu engagieren oder mich einfach in Sachen Literatur auf mein Eigenes zu konzentrieren und alles andere sein zu lassen.
Als Philosoph der Anwendung aber flüstert mir eine Stimme zu: das kannst du doch nicht machen! Siehst du denn nicht, wie schön es sein könnte, wenn sich einige «deiner» Ideen durchsetzen würden? Aber ich habe schon einige Kämpfe und Versuche hinter mir. Ich habe nicht alles unversucht gelassen und mich auf die faule Beobachter- und Lästerhaut gelegt. Ich weiß, dass meine erneuten Anstrengungen wieder auf Neider, giftige Konkurrenten und dumme Kritikaster stoßen werden, die nichts anderes sagen können als: «Schau mal, wie wenig Leute Uri folgen, wie leer seine Lesungen sind, wie wenig Bücher er verkauft» nachdem sie mir alles durch Gerüchte madig gemacht und systematisch auf Ignoranz gesetzt und Ignoranz verbreitet haben: «Da muss man nicht hin gehen, da kommt sowieso keiner!»
Wenn ich aber dann solche einfachen und ergreifenden Reaktionen wie von dir erlebe, wenn ich sehe, wie Schreibtalent und Lust sich mit Kollegialität und Kritikfähigkeit verbinden kann, bekomme auch ich wieder Lust, das große Thema des kreativen Schreibens und der Vermittlungs- und Nachwuchsarbeit anzugehen. Vielleicht hilfst du mir beim Sprung über meinen Schatten.
Ich werde dir einen Link über meine konkrete Vision schicken und mal abwarten, was du dazu sagst. Sei herzlich gegrüßt aus der Einsamkeit des Schreibhauses.

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http://illusionaererkuddelmuddel.blogspot.de/2014/06/blog-post.html?m=1 Bitte schön. :)

Ja, vielen herzlichen Dank für den Link. Ich war wirklich sehr neugierig und habe deinen Text gern gelesen. Mir erschien er zuweilen zu lang, zu langatmig und verschraubt. Dabei war auch eine störende Menge von Fehlern in der Grammatik, die du vermeiden würdest, wenn du etwas weniger an stilistischen Pirouetten interessiert wärst.
Ich habe das Gefühl, der Stil ist mit dir durchgegangen wie ein wildes Pferd. Und dabei sieht man natürlich als Reiter nicht immer elegant aus. Ich würde an deiner Stelle den Text mehrmals laut lesen und schwer lesbare Stellen radikal kürzen.

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Hallo! Gibt es noch Fragen oder Aufgaben zu dem Rundflug? Hätte wieder Interesse...

Willkommen zurück in der Wörterhölle :) Du kannst dir einen kleinen Überblick über die bisherigen Ereignisse und Themen verschaffen - ich würde mal sagen, die größte Aufgabe und Herausforderung ist, den eigenen Ansatzpunkt zur Philosophie zu finden und zu formulieren. Bei der Vertextung von klar geglaubten Gedanken passieren manchmal die wunderlichsten Dinge. Und plötzlich erscheint nichts mehr so klar wie eine Sekunde, bevor man zum Schreiben ansetzte.
Aber dein Name sagt es ja schon: Wahrheit macht Arbeit. Und Weisheit erst recht! Aber kapitulieren werden wir dabei nicht. Aber rekapitulieren schon. Hier findest du eine erste und nur halb vollständige Wiedergabe der Rundflüge in einem Fließtext:
https://docs.google.com/document/d/1u-MXIW6ey0LD8yEygCwZ6dYBFwtTlqymUmqIxH8UtPM/edit?usp=sharing
Ich bin für Hinweise jeglicher Art, Gedanken, Texte, eigene Fragen und insbesondere Hinweise auf bereits gegebene aber von mir bisher unberücksichtigte Antworten dankbar.
Freue mich, dass du wieder da bist :)

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http://ask.fm/point_man/answer/111014968073 Produkt steht. Die Herstellung übernimmst du?^^ Verkauf in Plaste- oder Glasflaschen? Ich bin für Glas, um ein besseres Lebensgefühl mitzuverkaufen^^

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Ja, du hast die Lösung. Natürlich bist du am Gewinn beteiligt. Ich dachte als Geschäftsmann an 5% , he, he! Na gut, ich gebe zu, als Freund 50%. Dafür werde ich aber mein Hintergrundbild auf diesem Profil ändern müssen und ich hoffe auch dürfen. Glas ist okay. Besseres Lebensgefühl muss sein.

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Aber stell dir das doch mal vor, "Urin aus dem Schreibhaus", das ist doch ne Marktlücke. Eine Urinkur die die poetischen Fähigkeiten erhöht. Das gabs noch nie, damit gelingt dir der große Durchbruch.

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Ja, ich pisse jeden an, der kreativ werden will und das macht die Menschen erst so richtig kreativ. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Wortspiel ein; es hätte auch etwas mit Atomphysik zu tun. Mit Urin aus dem Schreibhaus werden Sie kreaktiv :)

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heißt du Uri oder Urin und hast nur das n vergessen am ende hinzuschreiben?

Der Witz ist so alt und hat den längsten Bart aller Zeiten :) Wenn du diesen Bart hättest, würdest du immer auf deinen Bart pinkeln und er würde furchtbar nach Urin stinken. Ich habe bestenfalls, wie du es sagst, nur einen Buchstaben vergessen. Du kannst deinen Namen wahrscheinlich überhaupt nicht schreiben, du Anonymous!

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Wissen Sie, das Alter hat nichts mit der geistigen Reife eines Menschen zu tun.. Mir wird oft gesagt, dass ich mich für mein Alter untypisch ausdrücke; ich kann also durchaus nachvollziehen, dass Sie an dem Wahrheitsgehalt meiner Aussagen zweifeln. Es ist nun mal wirklich so, ich kann da nichts für.

Ja, das sagt man so. Alter allein macht es sicher nicht; aber dass das Alter gar nichts mit der geistigen Reife eines Menschen zu tun haben solle, ist schon eine sehr gewagte Behauptung. Als Georg Büchner «Dantons Tod» schrieb, war er etwa 23 Jahre alt; diese Reife und Genialität erreichen andere nie; nicht einmal mit 73. Andererseits hätte er dasselbe Werk mit 13 niemals schreiben können. Also müssen wir alle an uns weiter arbeiten und uns entwickeln. Es ist dir in jedem Fall nur zu wünschen, dass du es schaffst.

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Aber es würde doch sicher keiner ein Buch von zum Beispiel einem 12-Jährigen kaufen und lesen wollen, oder? Die meisten Leute sind doch sicherlich der Meinung, dass ein von einem Kind geschriebenes Buch nicht so gut sein kann wie ein Buch von jemand älterem, meinen Sie nicht?

Du sprichst allgemein -zu allgemein!- von einem «Buch». Es wäre entscheidend zu wissen, um was für ein Buch es sich handelt? Welches Thema wird darin behandelt? Welche Geschichte erzählt, wenn es denn ein Roman sein soll? Wenn mir ein 12-jähriger Mensch das Leben, die Welt und die Politik erklärt, kann es sein, dass ich es nicht ganz so ernst nehme, es sei denn, es zeigen sich plötzlich interessante Sichtweisen, Meinungen und Gedanken. Ich möchte das nicht von vornherein ausschließen. Möglich ist das schon. Aber wenig wahrscheinlich.
Aber wenn ein 12-jähriger Mensch aus einem ganz speziellen, interessanten Umfeld Dinge erzählt, die er erlebt hat oder Gedanken schildert, die nur er so schildern kann, dann glaube ich schon, dass dies auch angenommen wird. Übrigens ist es auch die Aufgabe des Verlages, wenn ein Buch erscheint, das Besondere dieses Buches hervorzuheben. Denn jedes neu erscheinende Buch wirft die Frage auf: Warum soll ich als Leser ausgerechnet dieses Buch lesen?
Ich meine nicht, dass man absolut sagen kann: Bücher von jüngeren Menschen sind schlechter als Bücher von älteren. Ein Kind, das ein Buch schreibt, muss sich eben auf seine Stärken konzentrieren. Meistens gibt es ja schon Probleme beim Schreiben selbst. Rechtschreibung, Grammatik, zu einfache Sätze, komische Argumentationen. Aber letztendlich ist das alles nur oberflächlich. Wenn jemand von dem Gedanken beseelt ist, ein Buch zu schreiben, dann sollte er das unbedingt machen - das hat nichts mit dem Alter zu tun.
Mich würden die Themen interessieren, die Inhalte, nicht das Alter des Autors oder der Autorin. Also bleibt die Kernfrage: Worüber möchtest du schreiben?

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Wie die Geschichte in dem Oma- Haus weiter geht, weiß in selber noch nicht :D Die Vorlage ging so in Richtung Horrorgeschichte, aber ich habe evtl einen anderen Plan. Noch ist alles offen. Vllt komme ich morgen dazu.

Ja, wären alte Aufgaben, die ich von anderen angenommen oder von mir mir selbst gestellt, immer ordentlich erledigt worden, würde mein Schreibtisch nicht so aussehen, wie er aussieht. Er wäre aufgeräumt; nirgends würden sich Bücher und Papiere stapeln; mein Gewissen wäre rein und ich bräuchte mir diese verdammte Vokabel, die letztens vor mir aufgetaucht ist und bei einer weiteren Begegnung wieder über den Weg lief, merken: Prokrastination. Ich kannte das Wort bis vor wenigen Tagen nicht; dann begegnete es mir auf ask und dann vor gestern, als eine Bekannte und ich uns trafen, um unsere Bekanntschaft zu vertiefen, im Gespräch mit ihr erneut! Nun habe ich Prokrastination nicht mehr vergessen; es beschreibt ein Reaktionsmuster in mir: allem Anfang wohnt ein Zauber inne; ich habe tausend Ideen und fange mit ihrer Realisation furchtbar gerne an; manchmal reicht der Schwung des Anfangs, dieser wunderbare energiegeladene Zauber weit über die Mitte hinaus; dann kommt das große Stocken, das ich häufig auch zu überwinden vermag; dann aber im letzten Viertel oder auf der Zielgeraden ereilt mich die Blockade. Warum etwas abschließen, wenn doch dem Anfang der Zauber inne wohnt?
So ist meine Literatur, so ist mein Leben, so ist mein Schreiben, meine Philosophie. Aber es ist keine Lebensphilosophie im Sinne eines Prinzips, sondern eine mehr oder minder traurige Wahrheit. Schau dir das Hintergrundbild noch einmal genau an! Muss man diese Stufe nicht auch einmal überwinden? Fest steht: du bist nicht dazu gekommen, die Geschichte weiter und zu Ende zu schreiben, nicht wahr?
Es ist auch nicht wichtig, jede Geschichte, zu Ende zu schreiben. Aber die eine oder andere sollte auf jeden Fall ein Ende finden.

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Was hältst du von Hunden, die sich beim Pinkeln hin hocken, obwohl sie dem männlichen Geschlecht angehören?

Hunde haben ein Problem mit der Sauberkeit - das ist das Problem; im Stehen irgendwohin pissen, weil das so furchtbar rüde und männlich ist, kurz abziehen oder einfach nach hinterlassener Duftmarke weiterziehen nach dem Motto «Nach mir die Sintflut» ist das Letzte. Und am besten beim Pissen die Streudüse des allmächtigen Schwänzchens einschalten; schließlich will man doch überall hin spritzen, nicht wahr?
Frag mich lieber, was ich von Hunden halte, die auf ask.fm Fragen stellen können!
Haben wir uns verstanden, oder brauchen wir mehr Klarheit?

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