Ask @ichbinsinaction:

Was könnten wir beide voneinander lernen?

juicy lucy
Sehr viel, wie ich hoffe. Wir beide sind schließlich wissbegierig!
Und dazu habe ich auch gleich was:
(Informationen nach eigenem Verständnis ausgeführt, daher alle Angaben ohne Gewähr.)
Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit der Arbeitsweise des Gehirns unter Einbindung von geistigen Fähigkeiten und Verhaltensweisen.
Das Gehirn hat zwei Hemisphären, die durch einen sogenannten Balken (darunter viele Einzelbereiche mit komplizierten Bezeichnungen) in der Mitte verknüpft sind.
Die Hemisphären übernehmen verschiedene Aufgaben, während der Balken beide Hemisphären verknüpft, um einen Informationsaustausch zu gewährleisten.
Die Betrachtung des Hirns erfolgt von vorne, die rechte Hemisphäre befindet sich also auf der linken Gesichtshälfte.
Die rechte Hemisphäre (linke Gesichtsfeldhälfte) dient zur visuellen Analyse bildhaften Materials.
Komplexe, schwer visualisierbare Informationen (zB. Gesichter) werden hier verarbeitet. Bei auf dem Kopf stehenden Gesichtern arbeiten jedoch beide Hälften gleich stark, es scheinen also weitere Faktoren mitzuspielen.
Die Wahrnehmung von Musik, emotionalen Stimmlauten und anderen Tonfolgen ohne verbale Inhalte erfolgt über die rechte Hemisphäre.
Die Motorik des Körpers, sowie das Gestalten wird ebenfalls hier gesteuert.
Die linke Hemisphäre (rechte Gesichtshälfte) dient der semantischen Analyse verbalen Materials.
Sowohl das Hören und verstehen von Sprache, das Lesen, als auch das Sprechen wird hier gesteuert.
Wenn vor der sprachlichen Verwertung jedoch die visuelle Information analysiert werden muss (beispielsweise aufgrund einer abstrakten Schriftart, niedrigem Kontrast, etc.), dominiert die rechte Hemisphäre und bereitet das Bildmaterial auf.
Ohne die linke Hemisphäre ist das Sprechen nicht, oder nur auf einem sehr geringem Niveau, möglich. Die Rezeption einfacher Sprache erfolgt jedoch auch teilweise in der rechten Hemisphäre.
Bei der Rezeption von Ton und Bild gibt es geringfügige Verzögerungen auf der jeweils gegenüberliegenden Seite des Kopfes. So trifft die Information des linken Auge und Ohrs zuerst die rechte Hemisphäre (linke Gesichtsseite).
Durch die unterschiedlich schnelle Aufnahme von Informationen kommt es häufig vor, dass die für die jeweilige Aufgabenart leistungsschwächere Hemisphäre Informationen bearbeitet. Die Leistungsfähigkeit bestimmt also nicht die Reaktionsdominanz.
Die Struktur/Aufgabeneinteilung des Großhirns kann sich bei Krankheiten stark verändern. So kann ein Fehlen des Balkens (Informationsaustausch) durch eine Übertragung der Informationen durch die Hemisphären ausgeglichen werden.
Das Erkranken einer Hemisphäre kann dazu führen, dass ihre Fähigkeiten sich langsam auf die andere Hemisphäre verschieben.
Da ich erst ein Siebtel des Buches durch habe, gibt es noch einiges mehr, das man noch lernen kann.

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Gibt es eine deiner älteren Antworten, der du jetzt nicht mehr unbedingt zustimmst? Kannst du mir ein Beispiel geben?

juicy lucy
Die gibt es natürlich. Gott hat mich zwar erschaffen, um anzugeben, aber perfekt bin ich trotzdem nicht.
Konkrete Beispiele möchte ich nicht nennen, da ich mittlerweile ohnehin alles lösche. Aber seine Ansichten angesichts von (besseren) Argumenten zu ändern halte ich für etwas sehr positives. Ich ändere daher immer wieder mal meine Meinung, wenn ich merke, dass sie Quatsch ist.

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Ist eine Lüge auch eine Lüge, wenn sie zum Zeitpunkt der Artikulation mit wahrer Intention geäußert wurde? War sie von Anfang an eine Lüge oder wurde sie dies erst mit der Zeit? Wie definiert sich eine als Wahrheit gekleidete Lüge für dich? Kann man sie überhaupt zeitnah erkennen?

juicy lucy
Ist eine Unwahrheit denn automatisch eine Lüge? Eine Lüge definiert sich doch durch den Vorsatz, der dahintersteckt.
Wenn ich etwas guten Gewissens behaupte, ohne die Wahrheit zu kennen, dann lüge ich nicht, sondern bin lediglich schlecht informiert. Eine Lüge wird es erst dann, wenn ich herausfinde, dass es sich um eine Unwahrheit handelt und ich sie dennoch verbreite.
Dass ein wahres Ereignis rückwirkend eine Lüge wird, kann ich mir hingegen schlecht vorstellen, zumindest fällt mir da abgesehen von Zeitmaschinenfuchtelei kein Beispiel ein.
Allerdings gibt es ein anderes interessantes Phänomen:
Verbreite ich unwissentlich eine Unwahrheit über eine dritte Person, so wird eine Lüge in die Welt gesetzt. Und doch war es keine Lüge, weil kein Vorsatz dahintersteckte.
Es ist dann die Lüge, die keine Lüge war.

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Möchtest du lieber eine Rückspul- oder eine Pausentaste in deinem Leben haben?

Welchen Vorteil hätte die Pausentaste gegenüber dem Zurückspulen? Wenn ich zurückspule, kann ich stets zu dem Moment zurückkehren, den ich pausieren wollte. Das allerdings noch weiter, wenn ich das wünsche.
Abgesehen davon, dass die Rückspultaste einen Menschen unbesiegbar machen würde und vielzählig missbrauchbar wäre, ist diese Frage leider nicht weit genug gedacht.

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Glaubst du, toxische Menschen wissen, dass sie toxisch sind? Würden sie es glauben, wenn man es ihnen sagt? Sind sie überhaupt noch zu retten vor der zunehmenden gesellschaftlichen Wahrnehmung und Ausgrenzung ihrer Gruppe?

juicy lucy
Ich fürchte, zu manchen Zeiten oder zumindest bei manchen Themen sind wir alle irgendwie toxisch. Es erscheint uns allerdings so, als werde die gesamte gesellschaftliche Diskussionskultur zunehmend aggressiver und ignoranter.
Tatsächlich sind es aber einzelne Menschen, die eine Debatte eines bestimmten grundsätzlich ablehnen und den Argumentationsgegner gerne beschimpfen oder zumindest verunglimpfen.
In der Masse sieht das dann so aus, als würden vielzählige Menschen zu allen Themen grundsätzlich Ablehnung zeigen. Und die Mitläufer (Likes, o.Ä.) tun den Rest.
Ich denke, das Problem liegt hier in Filterblasen und an der Unzugänglichkeit einzelner Personen. Könnte man sich mit den jeweiligen Menschen persönlich unterhalten, ohne dass externe Einflüsse mitwirkten, so würden einige von ihnen eine rasche Kehrtwende machen. Im Internet jedoch ist man nicht nur anonym und kann ohne Konsequenzen poltern, nein, man kann sich auch jederzeit mit Gleichgesinnten zusammentun und den Rest der Welt ignorieren.
Ich denke, dass Diskussionen wieder deutlich angenehmer würden, wenn es keine sozialen Netzwerke gäbe. Aber ich könnte dir nicht sagen, wie das zu bewerkstelligen wäre.
Insofern hoffe ich darauf, dass Populisten und deren Anhänger zumindest irgendwann am eigenen Leib erfahren, wie ziellos und schädlich Populismus tatsächlich ist. Das dauert aber noch ein paar Jahre.

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