Hattest du schon mal mit Zukunftsängsten zu kämpfen? Wann bzw. in welchen Situationen? Wie bist du damit umgegangen?

Vanity -Fragen-
Ich denke jeder hat mal mehr oder weniger Zukunftsängste. In meinem Fall ist mir das aber fast zu peinlich zuzugeben, da mir sehr bewusst ist wie privilegiert ich bin. Meine größte Zukunftsangst hatte ich wohl Ende Sommer letzten Jahres. Ich hatte zuvor nämlich mein Studium unterbrochen, da eines meiner Hobbyprojekte unerwartet profitabel geworden ist und immer mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Nach etwa einem Jahr ist es dann auch im Sande verlaufen, weil wir einige Management-Fehler gemacht haben und der Aufwand zu groß wurde es aufrechtzuerhalten. Zeitgleich ist auch ein anderes Projekt fehlgeschlagen, was mich einige Zeit ziemlich runtergezogen hat. Hinzu kam, dass ich in dem Jahr meistens sieben Tage die Woche am PC gearbeitet habe und meine sozialen Kontakte und Fähigkeiten langsam verkümmert sind. Zusätzlich haben mir einige Mitmenschen dringlichst davon abgeraten das Studium abzubrechen. Leider ohne rationale Begründung. Nun würden sie ankommen mit "ich hab's dir doch gesagt".
Obwohl ich keinerlei physischen Gefahren ausgesetzt war, schien die Welt für mich unterzugehen. Das Gehirn passt sich bekanntermaßen an die Privilegien an, die ihm über die Zeit durchgehend zur Verfügung standen und verhält sich beim Entzug dieser, als würde etwas Essentielles fehlen.
Das alles potentierte sich dann am Ende zu einem Gefühl des Versagens. Nach einiger Zeit habe ich dann auch wieder das Studium aufgenommen und mir vorgenommen solche Projekte nur nebenbei zu führen, bis sie ganz sicher auf lange Zeit halten werden. Eine äußerst spannende Erfahrung war es aber ganz gewiss.
Um es aber noch zu einem Happy Ending zu bringen: Lustigerweise blühen in den letzten Wochen wieder beide Projekte auf und ein drittes Projekt explodiert in mir noch unbekannte Höhen. Ich spüre ein starkes Jucken dieses stupide Auswendiglernen, auch Studium genannt, wieder beiseitezulegen.

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