Auch wenn ich die abiogenetischen Hypothesen zur Erdöl- und Erdgasentstehung (die von Biomasse unabhängige, kontinuierliche Kohlenwasserstoffentstehung in der Erdkruste, wie sie u.A. durch Schwurblerkönige wie H.-J. Zillmer verbreitet werden) von einem Sci-Fi-Standpunkt aus verdammt interessant und (gewiss bedingt durch mein chemisches Halb- oder eher Viertelwissen) teilweise sogar schlüssig finde, so müssen wir doch davon ausgehen, dass uns die fossilen Energieträger auf Dauer ausgehen.
Das stellt uns vor die Wahl: Wir (bzw. unsere Nachkommen, die die Suppe auslöffeln dürfen) verzichten auf Mobilität, Wärme und die allgegenwärtige Verfügbarkeit elektrischer Energie - oder wir bemühen uns um Optionen.
Erneuerbare Energien können eine solche Option sein, vielleicht in Form von dezentralen Erzeugungsanlagen oder Schwarmkraftwerken, die die berüchtigten Flauten durch Bewölkung und Windstille zu mildern vermögen und im besten Falle sogar eine stabile Grundlast bedienen können.
Das Hauptproblem (wie irgendwie überhaupt niemand müde wird zu betonen) ist natürlich der Umgang mit Spitzenlasten. Heutzutage wird dann einfach ein flinkes Erdgaskraftwerk eingeschaltet, wenn mal eben kurz mehr Energie benötigt wird.
Aber was tun, wenn das Gas irgendwann alle oder aus anderen, womöglich geopolitischen Gründen nicht mehr verfügbar ist? Wollen wir die Energie rationieren? Wenn ja, wer wird dann bevorzugt - Krankenhäuser oder freie Wirtschaft?
Klar, Batterie- und Akkutechnologie taugt zwar immer mehr, ist aber auch teuer und ich will mir gar nicht vorstellen, wie groß und wartungsbedürftig so ein Akkupaket sein muss, das mal eben auf Zuruf ein paar 100 Megawatt freisetzen kann, ohne Feuer zu fangen.
Und die erst mal solide Idee, Elektrofahrzeuge (privat und ÖPNV) bzw. deren Akkus als dezentrale Speicher mit dem Versorgungsnetz zu koppeln ist auch nur so lange cool, bis eine ganze Region nicht zur Arbeit fahren kann, weil es dort zufällig einen unerwartet hohen Spitzenlastbedarf gab.
Da brauchen wir tendenziell noch ein paar sehr schlaue Chemiker, die mit überschüssiger elektrischer Leistung tolle Energieträger synthetisieren können, die dann bei Bedarf bestenfalls wie die heutigen Kohlenwasserstoffe verfeuert werden können. Vielleicht ist sogar eine faszinierende abiogenetische Erdgassynthese im Labor drin.
Alternativ können wir den Saturnmond Titan besiedeln und die dortigen Methan- und Propanseen abernten. Da erscheinen mir Erneuerbare Energien plus Innovation von Energiespeichermethoden aber naheliegender.
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