Ask @Klugdiarrhoe:

Herr Bülbül ? Guten Tag. Mit Ihrem ( zwar hoch intressanten ) Videobeitrag, haben Sie mir nun endgültig die Ruhe geraubt. Das kommende Wochenende werde ich ausschließlich dazu nutzen mein gesamtes Haus nach Geistern und Gespenstern zu durchwühlen..Danke, Sie alter Schamane.

Otto
Otto Graf von ask! Lassen Sie sich von einem Kerl, den Sie zum Schamanen ernannt haben, was ich sehr gern und höflichst annehme, EINES sagen: Was Sie Haus nennen und was ich für eine etwas verfallene, um nicht zu sagen "heruntergekommene" Burgruine halte, wo Sie sich im hintersten Winkel ein Türmchen renoviert haben, um es unserem Lieblingsdichter Friedrich Hölderlin nachzutun, hausen so viele Geister und Gespenster, dass Sie nicht viel zu wühlen haben, um auf diese zu stoßen. Das Problem wird sein, dass Sie die Gnadenlosigkeit, um nicht zu sagen die "Herzlosigkeit" nicht haben werden, und es nicht übers Herz bringen werden, all die Geister und Gespenster hinauszuwerfen. Ich stelle mir das so vor: Sie stehen eine Axt schwingend vor einer alten Burggräfin und rufen wie ein Wüterich: «Hinfort mit Dir, du altes böses Gespensterweib!» Und sie klagt, weint und wimmert. Und dem alten Recken schmilzt das Herz schneller als ein Schokoosterhase in der sengenden Sonne in Jericho zur Heiligen Kreuzfahrt; da wirft er brummend die Axt zu Boden und lässt Geister und Gespenster, Gespenster und Geister sein. Ich wette, Sie rufen nicht einmal diesen Lucadou an, um Ihren Fall zu schildern, weil Sie in Ihrer Burg ungestört sein wollen. Was soll dieser Lucadou mit seinem Ghostbuster-Team in Ihrem «My Home is my Castle»? Der stört doch mehr als die Geister und Gespenster.

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Wir werden um das harte Thema Kant vs. Goethe nicht herum kommen. Aber rausschieben können wir es schon. SOKRATES-Folge 440 - Ein Schlaganfall schleudert den einen aus dem Karrieresessel, Katja Hardenberg bekommt die freie Stelle und Hermes wäscht seine Hände in Unschuld...

Uri Bülbül
Das Tablett des Mannes, der zusammenbrach, fiel krachend und scheppernd zu Boden. Hermes trafen die vorwurfsvollen Blicke von Niklas, aber er konnte nur ratlos die Schultern zucken und die Unterlippe nach unten ziehen. Seine ganze Mimik und Gestik sagte, ich habe damit nichts zu tun. Niklas verdrehte völlig entnervt die Augen. Um sie herum Panik und Rufe nach dem Notarzt. Das Essen wurde Niklas gründlich vermiest! Der Herr Staatssekretär des Innenministeriums hatte vor ihren Augen einen Schlaganfall erlitten und schwebte in Lebensgefahr. Hermes machte keinerlei Anstalten einzugreifen. Er war unbeteiligt und wollte es bleiben; niemand konnte die Rufe, ob ein Arzt in der Nähe sei, bejahen. Der Notarzt des Hohen Hauses war unterwegs, der Staatssekretär hatte den Schlaganfall überlebt, musste nun aber dringend ins Krankenhaus, wofür ein Hubschrauber beordert wurde. Wie hätte Igor so etwas vorhersehen können, selbst wenn er ein Spitzenagent irgendeines Geheimdienstes war und die Begegnung mit Katja Hardenberg so hingedreht hatte, als ginge die Initiative zur Liebesaffäre von ihr aus, im Grunde aber der Verführte der Verführer war. Selbst der Minister wusste nicht genau, wie er sich entscheiden würde, als er die Nachricht bekam, sein Staatssekretär fiele wahrscheinlich die nächsten Monate, wenn nicht gar Jahre aus. Er wollte nur schnell handeln, die Stelle sollte keinen Tag vakant bleiben. Aber mit wem konnte er sie gut besetzen? Er war kein Grübler von Natur. Wo sich Fragen einstellten, waren Antworten nicht fern – so ließ er die Dinge auf sich zukommen und wandte sich den Nachrichten in seinem Emailfach zu. Die Sekretärin hatte einige mit einem Sternchen markiert, eine aber zwischen zwei markierten stach ihm bei chronologischer Ordnung ins Auge: die Referatsleiterin innere Revision meldete einen ihrer Agenten vermisst: Katja Hardenberg in der Geheimsache Leviathan. Was sollte diese Geheimsache sein? Leviathan? War das nicht das Hauptwerk irgendeines Staatsphilosophen aus dem 18. Jahrhundert? Er bestellte Katja Hardenberg zu sich, mit der er gemeinsame erotische Erinnerungen teilte. Zunächst war es seine Absicht, sich den Fall genauer erklären zu lassen und dabei auch an das Zurückliegende anzuknüpfen. Als er sie aber durch seine Tür hereinkommen sah, beschloss er, sie zu seiner Staatssekretärin zu machen. Unmöglich hätte das irgendein Geheimdienst vorhersehen können, für den Igor arbeitete. Das aber wusste Katja Hardenberg nicht! Sie ging davon aus, dass sie in der Geheimsache Leviathan beim Minister vorsprechen musste und war äußerst überrascht, das neue Karriereangebot unterbreitet zu bekommen. «Meine liebe Katja, ich glaube, du bist genau die Richtige dafür.» Bedenkzeit gab er ihr nicht. Was gab es denn da zu bedenken? Was sollte sie denn darauf antworten? Ich muss erst einmal prüfen, wie Igor von der Sache Wind bekommen haben könnte? Igor - der sprechende Igel meines Security-Mannes in dem Haus, in dem ich wohne?

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Wonach sehnt sich das Kind in Dir am stärksten?

Wäre ich nicht schon als Kind desillusioniert, hätte ich jetzt sagen können: nach dem Schutz durch erwachsene Eltern. Meine Eltern waren beide berufstätig und ich auf mich allein gestellt schon mit neun und ich fragte mich in den Winterabenden, wenn es so früh dunkel wurde und man niemanden mehr zum Spielen draußen antreffen konnte, bis die Eltern gegen 19.00 Uhr von der Arbeit kamen, was ich tun würde, wenn sie denn mal nicht mehr kämen! Wir hatten keine Verwandten und vertrauten Menschen in Deutschland. Also musste ich mir die Antwort auf meine hypothetische Frage wirklich gut überlegen, zumal ich auch nicht mehr in die Türkei zurück wollte - auch nicht ohne Eltern! Die Quintessenz war: hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Bleib ruhig und standhaft und rechne dir die Wahrhscheinlichkeit aus, dass beide Elternteile tödlich verunglücken. Diese Möglichkeit hielt ich für wahrscheinlicher, als dass sie mich allein lassen und einfach wegziehen würden. So ist das Kind in mir erwachsen geworden, noch vor der kindlichen Hülle des Kindes in mir.

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Ein sprechender Igel, eine überdimensionale Libelle, ein Wolfswelpe unter Verdacht, ein Werwolf zu werden, ein Polizeipräsidium mit einem Cyberforensiklabor, eine schiefe Hütte in der 4. Dimension u.v.m. SOKRATES-Folge 439:

Uri Bülbül
«Wir können eine Pause bei Viktor machen», rief Basti, «komm, wir gehen zur Hütte». Kaum waren sie ein paar Schritte gegangen, kam auch schon Viktor aus der Tür, als hätte er sie erwartet. «Hallo, mein lieber Dinofino! Herzlich Willkommen! Hast du noch einen Freund mitgebracht?» Die Augen des Geodäten funkelten und blitzten.
Niklas Hardenberg war es sehr unangenehm, dass er ungeladene Gäste zuhause hatte; erst diesen Kerl, der kam und ging, wie es ihm beliebte, der durch geschlossene Türen gehen konnte, durch Wände und Mauern, wie es ihm beliebte, dass Niklas schon glaubte, seinen Verstand verloren zu haben, aber Hermes Psychopompos war durchaus intersubjektiv wahrnehmbar; auch andere Menschen reagierten auf ihn und konnten ihn sehen, wie er mit Niklas sprach und in seiner Nähe war. Oder von seinem Balkon sprang. Das hatte ihm auch Polizeibesuch beschert. Damit aber nun nicht genug, hatte sich Maria Garibaldi wie eine Klette an ihn gehängt und sehr viel aufsehen erregend, ihres Vaters Restaurant demonstrativ verlassen, um mit Niklas Hardenberg sich auf den Weg zu machen, wohin auch immer. Und sie ließ sich nicht abhängen, war nun mit ihm und Hermes in der Wohnung und nistete sich ein. Niklas war noch immer nicht klar, was dieses junge Mädchen von ihm wollte, „außer ein paar Tage bei“ ihm wohnen, was er unmöglich fand, was er ihr aber auch nicht ausreden konnte. Hermes hatte dafür nur ein etwas unverschämt wirkendes zweideutiges Grinsen über, was Niklas überhaupt nicht witzig finden konnte. «Ich muss mal mein Hirn lüften!», sagte Niklas und an Maria gewandt: «Bleib, wenn du nicht anders kannst! Ich werde dich jetzt hier allein lassen und gehe mal eine Runde raus!» «Ich komme mit», schloss sich Hermes ihm an, was Niklas nicht schmeckte, aber er wollte keine weiteren Diskussionen, Hauptsache Maria kam nicht mit. «Ja, macht ihr beiden Jungs mal! Ich bleibe hier und werde mich schon selbst gut unterhalten.» Niklas machte draußen den Vorschlag, dass sie in die Kantine des Landtags gehen sollten, weil er dachte, Hermes würde dann an der Pforte scheitern, weil er keinen Lobbyisten-Ausweis hatte, wie er. So konnte er den lästigen Begleiter auch abschütteln, plante er, was nicht aufging. Eigentlich hätte er es sich auch denken können: Hermes hatte auch einen Ausweis, der ihm freien Zutritt in den Landtag gewährte. Hermes grinste in sich hinein und schlenderte mit Niklas Richtung Kantine. Sie holten sich von der Theke zu essen und zu trinken, fanden einen schönen Fensterplatz mit Aussicht auf die Uferpromenade, und Hermes schlug vor, sie sollten nach dem Essen einen Spaziergang machen. Und Hardenberg überlegte, ob er nicht einfach direkt sagen sollte, dass er lieber alleine wäre. Aber er kam nicht dazu. Eine kleine Gruppe näherte sich einem der benachbarten Tische und noch bevor der erste aus der Gruppe den Tisch erreicht hatte, stieß ein Mann im Anzug, etwa um die 60 einen Schrei und sackte in sich zusammen.

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SOKRATES, der kafkASKe Fortsetzungsroman mit seinen sagenhaften 450 existenten Folgen wirft Fragen aus der Vierten Dimension auf - die Raumzeit krümmt sich und Bülbül schreibt, ob das mit dem Teilchenbeschleuniger CERN in Luzern zu tun hat? SOKRATES-Folge: 438...

Uri Bülbül
Diese Frage stellte sie auch Igor, dessen Erklärungsversuch in ihren Augen ihren Verdacht gegen ihn nur noch mehrte: «Hmmm, kann sein, dass ein Falke oder eine Elster ihn auf der Terrasse abgeworfen hat.» Eine Elster oder ein Falke – was für ein unglaublicher Quatsch! -hatte Katja befunden. Doch eines blieb unerklärbar seltsam! Der Geodät und Basti schlugen sich durch das subtropische Dickicht, Mangroven, Palmen, Lianen, Farngewächse, Bambusgräser, nur keine Trampelpfade! Diese mussten sie sich selbst bahnen. Aber das störte den Landvermesser nicht weiter; er war in seinem Element. Unwegsames Gelände, ob steinig oder dicht bepflanzt gehörte zu seinem Beruf, was er durchaus sehr liebte. Im Geiste hörte er auch schon die Bulldozer, die für eine von ihm geplante Straße, einen Weg durchs Dickicht schufen. Auch das gehörte zu den leisen Leidenschaften des Landvermessers: Ordnung in die geographische Natur bringen; Straßen, Tunnels, Brücken konstruieren, Wasser- oder Stromleitungen legen und unwegsames Gelände zivilisatorisch erschließen. Hier gab es genug zu tun und vielleicht könnte sein junger Begleiter sich auch zu einem Messgehilfen ausbilden lassen; das müsste sich noch erweisen. Er schwitzte und kämpfte sich voran, dicht gefolgt von Basti @Maulwurfkuchen, der ihn von hinten fragte, was er von dem Namen „Dinofino“ hielte. «Hä? Dino...was?», fragte der Geodät. «Dinofino – ich finde Dinofino einen sehr schönen Namen für einen Delphinjungen, der nicht nur ein Delphin sein kann, sondern auch Dinosaurier liebt.» Da war wieder die Behauptung des Jungen, sich in einen Delphin verwandeln zu können. Diese Behauptung durchkreuzte ein bißchen die Vorstellung des Landvermessers, aus seinem Begleiter einen Messgehilfen zu machen. Aber es war ja auch nur eine Vorstellung und kein richtiges Vorhaben. Ein Delphinjunge, der bei Vermessungen hilft, konnte das funktionieren? Aber da war noch etwas anderes – nämlich das Wort „Dino“, woran erinnerte ihn das bloß? Der Landvermesser versuchte sich zu konzentrieren, was ihm nicht leichtfiel. «Du hast mir noch nicht geantwortet», sagte Basti. Sie schwitzten und keuchten, der Weg war anstrengend und sie befanden sich an einem Abhang, den sie fast schon klettern mussten, um weiterzukommen. Der Landvermesser beantwortete Bastis Frage immer noch nicht, statt dessen wies er mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger: «Da! Guck! Guck!» Basti sah in die Richtung und sagte: «Oh ja, schau mal! Da ist Viktors Hütte!» «Schief!», stellte der Landvermesser fest und fragte, ohne einen ganzen Fragesatz zu formulieren, sondern nur den eben gehörten Namen anders betonend: «Viktor?» «Viktor lebt hier. Er ist ein Wissenschaftler und mein Freund!» «Freund? Gut, gut, sehr gut!», sagte der Geodät Bülbül; im Grunde sprach er mit den Betonungen und der Melodie seines Gesagten und weniger mit den Worten, aber es war unüberhörbar, dass er meinte: «Wenn ein Freund dort in der schiefen Hütte wohnt, können wir bestimmt eine schöne Pause einlegen.»

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Es gibt viele Jobs die schlichtweg sinnlos sind, ob es sich um Kästchenankreuzen ohne reale Verbesserung oder um Tätigkeiten bei denen man nichts zu tun hat handelt, aber trotzdem beschäftigt wirken muss, um Beispielsweise Vorgesetzte noch wichtiger erscheinen zu lassen.Welchem Zweck dient dein Job?

Mel Whatever
Mel Whatever! ^^ Du hast mir immer so feine und feinsinnige Fragen gestellt, dass du mich begeistert und motiviert hast und ich dich zu den wenigen Lichtblicken der gegenwärtigen Ask-Ära zähle. Und nun fragst ausgerechnet du mich nach dem Zweck meines Jobs! ^^ Hmpf :'(
Wahrscheinlich hat deine Frage den Zweck, mich zum Philosophieren über die Sinnhaftigkeit von Jobs im Spätkapitalismus zu bewegen - also im wahrsten Sinne des Wortes zu "motivieren"!
Philosophie ist parautilitaristisch und das Philosophieren eines Paraphilosophen ist parautilitaristisch² Ich bin ein über jeden Job erhabener Selbständiger, ein freier Autor! Ich habe keinen Job, sondern ich betätige mich!
Am Montag habe ich ein Zoom-Meeting mit einer Referentin aus dem Kulturministerium NRW und ihrem Assistenten, der zuvor eine größere Einrichtung der freien Szene in Düsseldorf geleitet hat und dem Dezernenten für Schule, Bildung und Kultur in der Bezirksregierung, worin es um Konzeption und Förderung der KulturAkademie-Ruhr geht. Angeregt und initiiert hat dieses Zoom-Meeting die Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren (LAG-Soziokultur), die auch auf unserem Symposium «Open Place» gesprochen hat.
Mal von ganzem Polit-Administrativen Kram abgesehen, geht es um die Frage: Was ist "frei" an der "freien" Kulturszene?
Ich bin diese Frage aus einer paraphilosophischen Sicht angegangen und das wird demnächst auch in meinen Schriften ausformuliert sein. Während ich mir so meine Fragen stelle, fragt sich die Gegenseite, ob ich Schabernack treibe oder mit Unfug und Recht ernst zu nehmen bin.
In diesen Zusammenhängen von einem "Job" zu sprechen, ist eine logische Themenverfehlung: Ich sage: nachts ist es kälter als draußen und du fragst, ob ich Meteorologe bin. Befinden wir uns nun in der Sinnlosigkeit oder Sinnfreiheit?
Jedenfalls hat das Ministerium nach drei Jahren Laufzeit ein millionenschweres und von einer Stiftung gefördertes Projekt mit dem Titel "ZUKUNFTSAKADEMIE NRW" wieder geschlossen, die Zwischenergebnisse dieser Akademie können gemessen an den Kosten ob der Vorläufigkeit ihrer Existenz als blamabel bezeichnet werden. Und nun müssen polit-administrative Köpfe, die immer bergauf rollen, wenn es eng wird und sie nicht zuvor hochdotiert pensioniert werden, und entgegen jedwede Schwerkraft in der Karriereleiter höher steigen, einige Antworten liefern, bevor das Ganze vor den Kulturausschuss des Landtags geht.
Aber eines könnte aus deiner Frage schlichtweg zutreffend, weil sinnlos sein, ob wir Kästchen ausfüllen, ask-Fragen beantworten oder Presseerklärungen schreiben oder mit Wichtigen zoomen, eine utilitaristisch-zweckrationale Antwort auf deine Frage, kann nur in einer paraphilosophischen Ebene sinnvoll gegeben werden. Wir müssen a posteriori die Dinge in neue Sinnzusammenhänge fügen. Solange kannst du dir ja unseren Akademie-Film noch einmal anschauen:
https://youtu.be/Dnd6dFCzO2wKlugdiarrhoe’s Video 167477189049 Dnd6dFCzO2wKlugdiarrhoe’s Video 167477189049 Dnd6dFCzO2w

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Klugdiarrhoe’s Video 167477189049 Dnd6dFCzO2wKlugdiarrhoe’s Video 167477189049 Dnd6dFCzO2w +1 answer in: “fragt ihr euch auch manchmal warum wir alle auf dieser Erde sind?”

Was ist das? Die letzte Folge des SOKRATES liegt schon 9 Tage zurück! Der Autor in einer intellektuellen Krümmung der Raumzeit hat die Romantik als Teil des poetischen Realismus entdeckt, um das wirkliche und ganze Leben widerzuspiegeln. Fontane grüßt SOKRATES-Folge 437: Igor spricht *-*

Uri Bülbül
Sie fand ihn sympathisch, sie fand ihn erotisch, im Moment aber wollte sie lieber alleine sein! Er würde ihr doch nicht auf die Nerven gehen? «Frau Hardenberg, bitte verzeihen Sie die Störung...» «Ja, Igor? Was ist?» «Ja, genau, Frau Hardenberg, liebe Katja, Igor hat gesprochen...» Ach ja! Er hatte seinen Igel nach sich benannt. Es war noch nicht allzu lange her, da stieß sie auf ihrer Terrasse einen Schreckensschrei aus. Da hatte etwas geraschelt und sich bewegt. Katja Hardenberg vermutete eine Ratte! Vielleicht war sie über die Regenrinne gekommen oder wie auch immer – sie sollte sofort wieder verschwinden! Sie rief die Security. Ein gut gebauter freundlicher Mann mit sanften Augen und einer sehr angenehmen Stimme kam, folgte ihr ohne Umschweife und Worte auf die Terrasse, sah ohne zögern nach und fand keine Ratte, sondern einen Igel. «Oh, schauen Sie nur! Was für ein süßer Igel!» Katja war erleichtert, aber auch von dem Mann und seiner Zärtlichkeit angetan. «Ja, sehr süß! Wie heißen Sie?», fragte sie ihn direkt. «Igor, Frau Hardenberg.» «Igor – was für ein schöner Name, sehr passend», bemerkte sie. «Ich werde ihn Igor nennen, wenn Sie es erlauben!», erwiderte er. Sie holte eine Kiste, die sie nach der Ankunft ihrer letzten online-Bestellung noch nicht entsorgt hatte, dort platzierten sie den Igel, und Katja sorgte dafür, dass der Mann und sie sich bei dieser Gelegenheit näher kamen. Igor war ein Liebhaber mit ausbaubaren Fähigkeiten, Katja musste ihm nur ein Gefühl von Sicherheit geben, ohne dass er den Respekt vor ihr verlor, schließlich musste er auch seine Grenzen kennen. Es schien sich auch ganz gut einzupendeln, aber dann kürzlich kam Igor mit einer Geschichte um die Ecke, die ganz schön verspinnert war und womit Katja nie gerechnet hätte: Igor, ihr Liebhaber, behauptete, Igor, der Igel, habe zu ihm gesprochen und ihm bezüglich Katja eine Prophezeiung gemacht. Sie werde in ihrem Beruf einen überraschenden Sprung nach oben auf der Karriereleiter machen! Was ging Igor, den Security-Mann, ihre Karriereleiter an? Wusste er überhaupt, wer sie war und wo sie arbeitete? Und dann diese lächerliche Geschichte mit dem sprechenden Igel! Sie wimmelte Igor an jenem Tag eiskalt ab, enthielt sich jeden Kommentars bezüglich der Prophezeiung, sagte nur, sie wolle heute alleine sein, er möge das bitte respektieren. Darauf reagierte er sehr loyal und respektvoll, entschuldigte sich mehrmals für die Störung, er sei eben der Meinung gewesen, sie sollte dies unbedingt wissen und vielleicht träfe ja die Voraussage zu. Darauf erwiderte Katja Hardenberg nichts. Sie war ein bisschen missmutig, dass sich eine harmlose erotische Affäre in eine so seltsame Richtung entwickelte. War sie womöglich einem Agenten auf den Leim gegangen? Und war die Sache mit dem Igel auf ihrer Terrasse von Anfang an fingiert? Denn wie sollte eigentlich ein Igel auf die Terrasse einer Penthousewohnung über den Dächern der Stadt und des Regierungsviertels kommen?

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