Ask @Klugdiarrhoe:

Kleine fachlich Anmerkung bezüglich unsrer letzten Unterhaltung. Herr Bülbül. Ich sah Sie entschlossen gewisse Holzernte Maßnahmen anzugeh'n, bravo. "Kettenöl auffüllen" Dazu reicht gewöhnlich einfaches umweltfreundliches Rapsöl für 1,20€. anstatt des vielfach teueren "Spezial Öl's vom Fachhändler

Otto der richtig Vernünftige
Danke für diesen wertvollen Hinweis. Ist aber die Konsistenz des Rapsöls nicht viel dünnflüssiger? Läuft das beim Schmieren der Kette nicht vielzuschnell durch, so dass man deutlich häufiger nachfüllen muss und aufpassen, dass die Kette nicht trocken gelaufen ist beim Sägen? Ich werde auf jeden Fall Ihren Hinweis nicht unberücksichtigt lassen. Und ich gebe, um meinen Status als Klugdiarrhoe zu behalten, den Spruch von mir: Kleine nette Hinweise erhalten die Freundschaft :)

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Ein Blick auf https://www.onmeda.de/sexualitaet/nekrophilie-rechtliche-aspekte-2223-2.html musste genügen: «Jegliche Form der Leichenschändung, und somit auch die Nekrophilie, ist in Deutschland als Störung der Totenruhe nach § 168 des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar... SOKRATES Folge 405:

Uri Bülbül
Weit konnte der Entlaufene doch nicht sein, auch wenn weit und breit nichts und niemand zu sehen war. Die Landstraße und das Waldstück der Umgebung wirkten sehr vereinsamt. Oberländer biss sich angesichts der unheimlichen Stille um ihn herum auf die Unterlippe. Allein schon um ihr auszuweichen, musste er zu seinem Handy greifen und seinen Chef verständigen. Spürhunde mussten eingesetzt werden. Aber wie konnte er überhaupt aus dem Polizeibus entkommen? Hatten vielleicht doch die Kollegen ihre Finger mit im Spiel und hatten kurzerhand den perversen Lustmörder seiner gerechten Strafe selbst zugeführt - einer Strafe, die sowieso nicht juristisch möglich und existent war? Natürlich hatte der Kerl den Tod verdient, was denn sonst? Diensttreue als Polizist hin oder her, aber Rufus hatte eine junge Rechtsanwältin gekillt und sich tagelang sexuell an der Leiche vergangen! Man konnte doch ganz schnell im Internet die Rechtslage ergoogeln und sich die juristischen Aspekte der Angelegenheit anschauen. Ein Blick auf www.onmeda.de/sexualitaet/nekrophilie... musste genügen: «Jegliche Form der Leichenschändung, und somit auch die Nekrophilie, ist in Deutschland als Störung der Totenruhe nach § 168 des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar und kann mit Geldstrafen sowie mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren geahndet werden.»
Das reichte aber noch lange nicht. Denn es handelte sich ja in diesem Fall nicht nur darum, dass sich jemand an einer Leiche verging – Rufus war ja schließlich kein Friedhofsgärtner ! Sondern ein Lustmörder: er hatte einer schönen jungen Frau das Leben ausgelöscht, um sich sexuell ihrer zu bemächtigen! Natürlich hatte auch die Justiz dies auf dem Schirm: «Tötet jemand einen Menschen, um sich nach der Tat an der Leiche sexuell zu befriedigen, so kann die Tat gemäß § 211 StGB als Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft werden.»
Pah! Lebenslange Freiheitsstrafe – selbst wenn es einen anschließenden Sicherheitsgewahrsam gab! Ein Perverser sollte ausgelöscht werden – das dachte Oberländer. Und so wie er dachten noch viele Kolleginnen und Kollegen im Präsidum. Und manche dachten eben nicht nur, sie handelten auch! Sollte Oberländer es ihnen verübeln, dass sie mutiger waren als er, entschlossener und aktiver? Immer wieder blickte er in den Rückspiegel und schaute aus den Seitenfenstern, ob sich irgendetwas Verdächtiges im Wald bewegte. Unwillkürlich zuckte er zusammen, als sein Handy klingelte. Er stieß sogar einen leichten Schreckensschrei aus, wofür er sich vor sich selbst etwas schämte. Mit zittriger Hand nahm er den Anruf entgegen. «Oberländer, wo sind Sie?» Es war Kommissar Hoffmann. «Ich… ich bin hier, Herr Kommissar… also an der Kreuzung zur Landstraße, verlasse gerade den Hattinger Waldweg.» «Haben Sie dort etwas Verdächtiges bemerkt? Was sind Sie denn so komisch? Sie haben doch was, Oberländer?» Hoffmann zögerte nicht lange – sofort zur Sache und genau ins Schwarze der Seele – das war seine Art!

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Ich hab jetzt nicht viel Zeit ( draußen liegen Kohlen ) Aber WENN ich werde wieder Zeit haben Herr Bülbül.. Dann werd ich Ihnen aber mal was erzählen... Guten Tag. .... Hochachtungsvoll, Die Kohlengabel schulternd;

Otto der richtig Vernünftige
Haha, es klingt ja schon hochoffiziell und schier bedrohlich, wenn Sie mal Kohlen schippen gehen. Nun haben Sie sich sogar schon zum Meister der Vernunft ernannt, als «Otto der richtig Vernünftige». Und was soll ich sagen? Eine gute lange Erzählung braucht schon Zeit. Und ich will mich mal ob Ihrer strammen Borniertheiten bezüglich Vaterland und Untergang des Abendlandes nicht so aufregen - die Welt wächst zusammen, da können wir ja wohl mal auf deutsche Frauen, den Rhein, die Mosel und von mir aus auch auf die sächsische Schweiz anstoßen. Ich habe vor drei Tagen eine regenfreie Zeit nutzend, die Motorsäge angeschmissen und zuvor brav Kettenöl nachgefüllt und losgelegt. Brauchte Brennholz. Bei aller Romantik finde ich aber auch den elektrischen Strom nicht zu verachten. So gehen die Wintertage schneelos ins Land und ich warte, dass Sie schön Vernunft annehmen, alter Recke!

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Bist du ein Mensch der Worte oder ein Mensch der Taten?

Tino Kales
Worte und Taten sind keine Gegensätze. Ich bin ein Mensch der Worttaten und Tatenworte, was angekündigt wird, ist bei mir keine Drohung, sondern eine Ankündigung der folgenden Tat. Aber Worte können Menschen ermutigen, gut tun oder schaden, verletzen, verunsichern, verängstigen. Daneben gibt es die wichtigtuerische Schwätzerei, die Angeberei, die Blenderei - auch das sind Taten jener Subjekte, die ihr Ego aufpolieren und sozial und psychologisch aufzuwerten suchen. Wer Worte gegen Taten stellt, behindert sich selbst in wichtigen Erkenntnisschritten sozialer, politischer, psychologischer und kultureller Phänomene.

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Was ist das wertvollste, dass du besitzt?

Mein Wissen darüber, wann man «dass» und «das» mit einem oder zwei S schreibt. Das hat etwas mit Logik zu tun und ist nicht einfache Orthographie wie z.B. ob man «Philosophie» oder «Filosofie» schreibt. Denn dahinter steckt keine Logik, sondern lediglich Konvention. So ist also auch nicht jeder Rechtschreibfehler gleich. Aber mit dieser Denke wird man nicht Deutschlehrer. Ich hoffe, du weißt, was ich meine.

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Im Hattinger Wald ein Landvermesser und sonderbare Phänomene. Aber auch im Polizeipräsidium geht nicht alles mit rechten Dingen zu. SOKRATES Folge 404:

Uri Bülbül
«Was ist nun mit „Allah-Allah“?» fragte Basti den braungebrannten Mann mit dem schmutzigen Hemd und komischen Geruch aus einer Mischung von Metallstaub, Maschinenöl und Schweiß. «Du muslimischer Landvermesser und vermessen Paradies? Guckl-Guckl-Paradies?» Der Landvermesser winkte ab: «Ach was!» Dann umarmte er das Theodolit mit dem Stativ, um es ganz sicher zu halten, mit dem Linken Arm und klopfte mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf die Glasscheibe seiner Armbanduhr: «Die Uhr spinnt! Kaputt!» Obwohl der Geruch des Mannes Basti abschreckte, näherte er sich ihm, weil er neugierig war zu sehen, ob seine Ahnung, was mit der Uhr nicht stimmte, richtig war. Als der Landvermesser Bastis Neugier bemerkte, streckte er ihm freudig grinsend, seinen Arm hin, ohne dabei die Umarmung seines Theos zu lösen: «Guck!» Basti sah seine Ahnung bestätigt: die Uhr lief rückwärts.
Der Polizeibus fuhr auf den Hinterhof des Polizeipräsidiums ein. Der Hof war durch eine schmale Durchfahrt mit einem Stahltor davor gut gesichert. Kameras bewachten sowohl den Einfahrtsbereich als auch den Hof. Das Tor wurde von der Pforte aus elektrisch per Knopfdruck geöffnet und wieder hinter dem einfahrenden Fahrzeug geschlossen. Fahrer und Beifahrer stiegen aus dem geparkten Bus, um ihren Kollegen im hinteren Teil die Tür von außen zu öffnen. Das diente zur Sicherheit beim Gefangenentransport. Was sie zu sehen bekamen, verschlug ihnen die Sprache und war schlichtweg unfassbar. Die vier Begleitbeamten hinten schliefen wie narkotisiert und der Gefangene war weg – verschwunden – in Luft aufgelöst! Der Fahrer, der die Hecktür geöffnet hatte, fand zuerst seine Fassung wieder und stieg sofort zu seinen Kollegen ein, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen. Da kamen die Beamten auch so allmählich zu sich und wurden wach. «Kollegen, wie konnte das passieren?», stammelte der Fahrer. Kruse und Winkelmann fluchten laut. Der Beifahrer gab mit dem Funkgerät Alarm und löste eine Fahndung aus, was nur auf geringe Begeisterung bei den anderen stieß. Aber es war schon zu spät. Ehe sie reagieren konnten, verbreitete sich die Nachricht über Polizeifunk. Oberländer traute seinen Ohren nicht: der Häftling beim Transport vom Sanatorium ins Polizeipräsidium aus dem Polizeibus entkommen. Gerade erreichte Oberländer die Landstraße und stoppte. Eins war klar: der Chef würde toben. Aber bevor Oberländer die schlechte Nachricht weitergab, überlegte er sich aufmerksam umsehend, dass der Gärtnergehilfe ja nicht weit gekommen sein konnte. «Ich muss aufmerksam sein, ich könnte ihn hier irgendwo finden», sagte er sich. Er sah sich um und fühlte sich in seinem stehenden Dienstwagen etwas unwohl und betätigte die Zentralverriegelung gegen das beunruhigende Gefühl, jeden Moment könnte die Hecktür aufgerissen werden und der Entlaufene zu ihm in den Wagen steigen, um ihm ein Messer an die Halsschlagader zu drücken.

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Wo im menschlicchen Körper ist die Seele?

Braucht die Seele einen Raum? Oder kommt sie ganz ohne Raum und Zeit aus, weil sie keine ausgedehnte Substanz ist? Diese philosophisch anmutenden Fragen, sind eher theologischer Natur, also keine Philosophie im strengeren Sinne. Natürlich ist auch dies eine philosophische Haltung, die Theologie nicht mehr als Herrin und die Philosophie als Magd der Theologie zu sehen, sondern emanzipatorisch davon auszugehen, dass sich diese beiden Wissenschaften mit unterschiedlichen Gegenständen beschäftigen. Auch von der Grundhaltung, dass nur noch mathematisch-empirische Wissenschaften als solche betrachtet werden sollen, halte ich nicht viel - auch sie ist eine philosophische Entscheidung. Und ebenso entschieden weise ich jedwede wilde Spekulation als der Philosophie zugehörig zurück. Philosophie ist ein grundsätzliches Denken über grundsätzliche Fragestellungen. Es ist nur zum Leidwesen des Denkens, dass alle Spekulationen als philosophisch bezeichnet werden. Ich vermisse bei vielen das Denken, das doch im Grundmuster logischen Regeln folgen sollte. Diese Frage ist logisch und empirisch nicht zu beantworten, aber in der Mythologie wird angenommen, dass die Seele ihren Sitz in der Leber habe. Die transzendente Folter, der Prometheus unterworfen wird, weil er den Göttern das Feuer entwendet und es dem Menschen (wieder)gebracht haben soll, besteht darin, dass ihm die Leber von einem Geier zerhackt wird, die sich nachts wiede regeneriert, so dass die Folter kein Ende nimmt. Ich würde spekulativ davon ausgehen, dass der Sitz der Seele irrelevant ist, weil die Seele auf die unterschiedlichsten Weisen beeinflusst werden und Schaden nehmen kann. Aber sicher auch durch belastete Leberwerte. Na denn mal Prost!

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Was hältst du eigentlich davon wenn Vegetarier oder Fleischesser sagen "Ich würde ja Veganer werden aber ich kann mir das nicht leisten" findest du, dass es wirklich mehr Geld kostet sich vegan zu ernähren?

Es ist wirklich widerlich, wenn man den Leuten bei ihren Selbst- und Lebenslügen zuhören muss. Vegane Ernährung ist eine Lebenseinstellung und eine Lebensform und keine Frage des Geldes. Was für eine Heuchelei. Klar versuchen immer irgendwelche Produkthersteller Profit daraus zu schlagen. Aber diesem Versuch und dem Konsumterror sind wir alle ausgesetzt. Man muss sich mit jeder Lebensform versuchen, diesem Terror zu entziehen und ihn zu entlarven! Ich kenne einen Veganerladen, der Produkte mit abgelaufenem Verfallsdatum einfach verschenkt und nicht wegschmeißt. Warum kenne ich diesen Laden? Weil meine Lebensform der geschärfte Blick gegen den Konsumterror des Kapitalismus ist. Wer aber Käseersatz, Milchersatz und Fleischersatz sucht, sollte sich vielleicht fragen, ob vegane Ernährung überhaupt seiner Lebensform entspricht. Immer nur vom Ersatz leben zu müssen ist doch frustrierend. Selbstgeißelung durch Verzicht kann auch zu einer obsessiven Lebensform werden. Jeder, wie er mag, ich sehe das alles sehr gelassen.

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Was würdest du auf eine unbewohnte Insel mitnehmen?

Ich gehe mit meinem vierbeinigen Freund immer an einem Friedhof spazieren - sehr romantisch - Wald, Bachlauf und auf der anderen Seite des Tälchens eben der Friedhof am Hang mit uralten Gräbern. Also habe ich mir gedacht: hier möchte ich auch begraben sein. Und hätte auch sehr gerne einen ganz alten vermoosten Grabstein unter den Bäumen im Gebüsch fast unsichtbar und darauf steht: Er war nicht ganz dicht. Er war Dichter!

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Fiktive Frage: Wie ist wohl die Musik entstanden? Wie kamen unsere Vorfahren dazu, Musik für sich zu entdecken?

Simply Me - VIP-freie Zone! ^^
Musik und Natur liegen ebensowenig weit voneinander entfernt wie auch die menschliche Seele von den Seelen der Tiere. Im Grunde sind wir alle Kinder ein und derselben Natur und desselben Universums. Der größte Sündenfall ist die Annahme, dass der Mensch als Krone der Schöpfung etwas Besonderes sei. Der Mensch ist nichts Besonderes, hat nichts Besonderes, er ist nichts anderes als Natur. Wie alle tierischen Wesen geben auch Menschen Laute von sich - daraus ist Musik entstanden. DIe Musikalität steckt auch in der Sprache.

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Glaubst du, dass Tiere eine Seele haben?

Ich gehe ganz fest davon aus, dass Tiere eine Seele haben. Seit ich viel mit Hunden zu tun habe, merke ich das tagtäglich und immer wieder. Es kann direkt erlebt werden und jeder Zweifel ist überflüssig. Aber ich erlebe auch, wie deformiert die menschlichen Seelen teilweise sind, sich selbst entfremdet, verschlissen, verzogen und in Schemata gepresst, bis sie kaputt gegangen sind. Diese Seelen verlieren ihre Gesundheit, ihre Harmonie, ihr Gleichgewicht und ihre Freiheit. Sie deformieren dann auch die Seelen der Tiere, ihre Lebensbedingungen sowieso, wenn ich an die Massentierhaltung denke. Ich bin auch davon überzeugt, dass der Mensch nicht als Gattung eine Bestie ist, aber die Menschen werden durch Gesellschaft und Wirtschaft wie ein rohes Ei im Schraubstock zerquetscht und zerstört. Ich weiß nicht, ob es eine reelle Chance gibt, dieser Zerstörung Herr zu werden. Wenn das aber nicht gelingt, kann auch keine Demokratie oder kein umweltfreundliches Leben gelingen. Mein Optimismus hält sich in Grenzen. An manchen Tagen glaube ich, dem Wesen des Zerstörerischen auf der Spur zu sein und bald auf die Schliche zu kommen - meist habe ich diese Momente bei den ausgedehnten Spaziergängen mit meinem vierbeinigen Freund. Er hat nicht nur eine Seele, mit dem Strahlen seiner Seele erhellt er sogar meine sich allmählich verdunkelnde Seele.

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Ein Geodäter, Theo und Guckl-Guckl und Google-Maps und Google-Earth. Kann ein muslimischer Landvermesser das Paradies vermessen? SOKRATES. Folge 403:

Uri Bülbül
«Maulwurfkuchen und Theo – das ist lustig!» rief der Mann in der blassblauen Latzhose. Vorne zwischen den Hosenträgern am Latz war ein kleines gelbes Firmenschildchen aufgenäht, aber die Schrift konnte man nicht mehr lesen, sie war verwaschen. Das Gelb aber erinnerte Basti an seine Bestellung der Legosteine bei Luisa. Für den Mann sah Basti etwas beunruhigt aus. Deshalb sprach er weiter und erklärte Basti näher, was es mit dem Theo auf sich hatte. «Theo ist die Abkürzung für Theodolit! Das ist ein Messgerät zur Vermessung der Erde. Man kann Landschaften vermessen und Landkarten zeichnen – maßstabsgetreu. Dann weiß man, wo alles ist und wieweit die Dinge voneinander entfernt sind usw.» «Bist du ein Landvermesser?» fragte Basti. Der Mann sah sich um, als würde er etwas suchen. «Ja, Landvermesser. Ein Geodät!», sagte er lachend, als könnte er sich selbst nicht ganz ernst nehmen, aber dabei fand er das Wort „Geodät“ einfach sehr lustig. «Man kann auch Geometer sagen», fügte er hinzu. «Geometer oder Geodät – ich kann auch Fotogrammetrie.» «Und was ist das?», fragte Basti. «Haha, jaaaa, Fotogrammetrie: du machst Luftbilder aus dem Flugzeug und diese Fotos wertest du zu Landkarten aus. Am besten ist es, wenn du Fotos aus der Luft und Vermessungen der Erde miteinander kombinieren kannst.» «Ist denn die Erde nicht schon komplett vermessen? Es gibt doch Google-Maps und Google-Earth – da braucht man doch den Theo nicht mehr!», sagte Basti. «Guckl?», fragte der Mann, «Was ist das: Guckl?» Jetzt musste Basti lachen, weil der Landvermesser „Google“ so falsch aussprach. Aber während er lachte, spürte er ein leichtes Unbehagen, das ihm eine andere Frage zu bereiten anfing: Wie hieß der Mann in der Latzhose und dem gelben Helm auf dem Kopf noch einmal? - Nuri? Das erinnerte doch zu sehr an Uri @Klugdiarrhoe! War das etwa nur ein Zufall? Basti fiel nun die große silberne Armbanduhr mit dem Metallarmband am braungebrannten Arm des Landvermessers auf, der Bastis Blick bemerkte und kopfschüttelnd auf seine Uhr sah: «Allah, Allah!», sagte er und hielt seine Uhr demonstrativ an sein Ohr. «Allah – Allah?» wiederholte Basti fragend: «Bist du ein muslimischer Landvermesser und vermisst du das Paradies?» «Das Paradies?», wiederholte nun der Landvermesser und fügte hinzu: «Guckl-Paradies?» Wieder musste Basti lachen: «Das heißt nicht „Guckl“! Das heißt „Google“» korrigierte er. Mit halb offenem Mund hatte der Landvermesser zugehört: «Hä, jaaaa – Guckl-Guckl», sagte er. Basti wurde etwas ungeduldig: «Nix Guckl-Guckl! Google!», insistierte er auf der richtigen Aussprache. Aber der Dialog war ihm auch schon ein bißchen zu blöd geworden – fast war es ihm egal, ob der Landvermesser „Guckl-Guckl“ oder „Google“ sagte. Er schien ja sowieso nicht zu wissen, was Google-Earth und Google-Maps waren. Er schien noch nie etwas davon gehört zu haben. Aber es könnte ja sehr lustig werden, im Traum dieses Menschen als Delphin aufzutauchen, dachte er sich.

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Lassen wir doch Nadia und den Radfahrer aus der Vergangenheit alleine, kümmern wir uns mal nicht um Philomena und Alice in Casablanca und auch nicht um den brutalen Kommissar Ross im Hospital in Libreville - er ist gerettet. Das reicht. SOKRATES Folge 402: Der Geodäter

Uri Bülbül
Ein Mann in einer Arbeitslatzhose und einem Bauhelm auf dem Kopf kam aus dem Gebüsch, trug ein nicht mehr ganz sauberes und weißes, durchgeschwitztes Hemd und hatte ein dickes Holzstativ mit einem optischen Messgerät darauf geschultert. Er wirkte nicht unfreundlich, seine grünen Augen funkelten lebhaft und neugierig. Und neugierig war Basti nun auch. Sein erster Schreck legte sich schnell. Von dem Fremdling, der aus dem Gebüsch kam, den er noch nie zuvor hier oder sonstwo gesehen hatte, ging nichts Bedrohliches und Beängstigendes aus. Dafür aber ein seltsamer Geruch, eine Mischung aus Eisenstaub und Schweiß. Basti mochte diesen Geruch, der gar nicht in den Wald passte, nicht sehr. Der Mann schleppte eine Aura und eine Duftwolke von einer industriellen Baustelle, einer Fabrik oder einer Werkstatt mit sich. Zu seinem Duft, „Gestank“ wollte Basti es nicht nennen, das wäre zu unfreundlich dem Mann gegenüber und er hatte diese Unfreundlichkeit gewiss nicht verdient, passte aber seine Kleidung. Er trug auch schwarze Arbeitsschuhe mit Stahlkappen, um die Zehen zu schützen. Aber auch die Schuhe wirkten abgetragen und hatten Flecken. «Ich heiße Nuri, und du?», fragte er. Basti war noch halb in Gedanken, versuchte zu verstehen, woher dieser Mann kam und was er wohl im Hattinger Wald verloren hatte. Er hätte eigentlich schwören können, dass er alle kannte, die in den Hattinger Wald kamen und hier verweilten. Aber diesen Mann in der blassblauen Latzhose hatte er nie zuvor irgendwo gesehen. «Ich hätte ja mal in seinem Traum erscheinen können», ging es ihm durch den Kopf. Der Mann bemerkte Bastis Zögern und stellte das Stativ, ohne es aufzuklappen, mit der Spitze in die Erde rammend senkrecht auf den Boden, wobei er laut und demonstrativ stöhnte. «So, jetzt sag doch mal! Wer bist du denn?» «Ich bin Basti @Maulwurfkuchen», antwortete Basti schnell und deutete sofort auf das Gerät, was der Mann am Stativ festhielt. «Was ist das denn für ein Gerät? Was macht man damit?» «Was? Was ist @Maulwurfkuchen?», fragte der Mann laut und fand das wohl witzig, weil er sofort selber über seine Frage oder über den Namen, den er nicht richtig verstanden hatte, lachte. Aber dieses Lachen war nicht feindselig, hatte nichts Hämisches, Spöttisches, weshalb sich Basti nicht darüber ärgerte. «Maulwurfkuchen ist mein Lieblingskuchen, aber auch Blaubeerkuchen mag ich!» «Lecker, lecker! Kuchen ist immer gut!», sagte der Mann laut und schmatzend, wobei er auch mit der Zunge am Gaumen schnalzte. Aber er hatte über seine Schmatzerei Bastis Frage vergessen. Basti wartete kurz auf eine Antwort. Es kam nichts. Also hakte er noch einmal nach: «Was ist das?», indem er wieder auf das Holzstativ mit dem grau-beigen Gerät wies. Eine Filmkamera oder ein Fernrohr, um die Sterne zu beobachten, war das sicher nicht. «Das ist Theo», sagte der Mann. «Theo?» fragte Basti ratlos. Das Gerät hatte einen menschlichen Namen? Der Mann mit dem gelben Helm auf dem Kopf lachte.

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Wann gibt es endlich das nächste Geschichten-Stück?

Eine Dreifachfolge von SOKRATES an diesem Wochenende liegt in der Luft: Basti und der Geodäter! Der Hattinger Wald ist um eine Figur reicher, Basti überlegt, wie es wäre im Traum dieses Menschen als Delphin zu erscheinen und eigentlich wollte Basti ja mit diesem Mann, dem er im Wald begegnet, den kleinen Wolf retten, den der Haustmeister der Psycho-Villa in eine Kiste gesperrt und den Deckel vernagelt hat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Rettung für das Wolfi naht. Fest steht, dass es nun drei Folgen SOKRATES hintereinander geben wird. Nur so kommen wir in der kafkASKen Erzählung mal richtig voran! Ich freue mich auch sehr auf die Ermittlungen von Kommissar Hoffmann. Der Mord an Ayleen kann doch nicht ungesühnt bleiben! Immerhin ist der Tatverdächtige in Gewahrsam... Denkste!

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Was liegt am Grund deiner Seele?

Ein versunkenes Schiff liegt am Grund meiner Seele - die Esperanza. Sie stach in See und verschwand vom Radar, kein SOS-Ruf, keinerlei Nachricht, keine Spur, keine Suchtruppen, einfach weg - verschollen; manche würden sagen: von Außerirdischen entführt. Das wäre einfach zu schön, um wahr zu sein. In Tat und Wahrheit ist die Esperanza in meiner Seele grundlos in Seelennot geraten und gesunken.

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Wann benötigt ein Anwalt philosophische Recherchen? Oder gibt er nur vor, auf diese Recherchen angewiesen zu sein, um einen Vorwand zu haben, finanziell einzugreifen?

Ich gebe dir keine direkte Antwort auf deine schöne Frage - sie ist zu schön, um einfach direkt beantwortet zu werden, denn die Antwort steht eigentlich schon im Text, der dich zu dieser Frage motiviert hat, und du antwortest in deiner Frage ja auch schon selbst. Ich glaube, du möchtest auch keine Antwort der einfachen Art, die auch ganz heraklitisch wortkarg: IMMER lauten könnte. Jeder Mensch braucht immer philosophische Recherchen und da Anwälte auch Menschen sind, braucht auch ein Anwalt immer eine philosophische Recherche. Ich möchte dir aber eine Kostprobe aus dem Roman-Text des SOKRATES geben:
Alles an Wahnsinn passierte. Mal in voller Nüchternheit und mal in trunkenem Schlaf nach einer Flasche Bourbon! War dieser Kairos, der geflügelte junge Mann mit dem kahlgeschorenen Kopf und dem Haarschopf über der Stirn womöglich mit Dionysos, dem Gott des Weines und Rausches und der rauschhaften Feste und Orgien verwandt? Natürlich meinte Hardenberg, wenn er das dachte: „in einer ganz besonderen Weise“ verwandt. Denn „irgendwie“ verwandt waren ja schließlich alle griechischen Götter? Aber er schüttelte über sich selbst und seine Gedankengänge den Kopf! Das war ja schon der schleichende Wahnsinn, dass er anfing, in mythologischen Kategorien zu denken! Aber die Zahl auf seinem Konto, die den Kontostand seines irrwitzigen Guthabens anzeigte, war real. Der Bankdirektor reagierte darauf. Aber das konnte ja auch bedeuten, dass das Finanzamt bald darauf reagierte. So saß Niklas Hardenberg wie gelähmt vor seinem Computer, ließ seine Gedanken kreisen wie Aasgeier, die nur darauf warteten, dass er verendete. War es in dieser gegebenen Situation nicht viel, viel besser, an die schöne Richterin zu denken? Mehr als tausend Millionen auf dem Konto! Was sollte er nur machen? Kolbig fragen, ob er nicht mit zehn davon, also bitte, das war ja nur ein Prozentelchen, abhauen könnte? Wäre das Unterschlagung? Diebstahl? Betrug? Aber mitnichten! Er hatte es niemandem weggenommen, er hatte niemandem Lügenmärchen erzählt, um an diese gigantische Summe zu kommen, er hatte absolut nichts unternommen und dennoch ereilte ihn diese Geldlawine! Und er war darunter begraben, ohne eine Chance, sich zu befreien! Als ob er in einer finsteren Kiste säße mit einem wahnwitzigen Druck auf seiner Brust – ein Wunder, dass er überhaupt noch lebte, wenn er denn überhaupt noch lebte. «Nicht wieder in den cartesischen Zweifel verfallen», sagte er sich aufmunternd, «du kannst jetzt keinen Zweifel, keine Kantkrise gebrauchen! Du warst heute morgen bei Gericht, hast den Haftprüfungstermin miterlebt und saßest dem Kommissar gegenüber, dem du schon einmal... aber nein, denk besser gar nicht erst daran; denn das ist schon ein Teil des Wahnsinns!» Aber genau diese Aufforderung bringt es natürlich mit sich, dass man an die Geschichte denken muss, die man zu verdrängen versucht; die Negation schlägt immer zurück als Setzung, das weiß jeder Logiker. Und da ist sie - die alte Geschichte... (Folge 236)

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Wie ist das Verhältnis zwischen Aktion und Reproduktion im Hardenberg-Projekt?

Bei deiner Frage denke ich an das Verhältnis zwischen Dokumentation und Fiktion im Hardenberg-Projekt, in dem ja die freie Kulturszene der Ruhrregion erforscht werden soll. Wären diese Forschungsschritte für dich Aktion, da ja Kulturorte aufgesucht und Menschen, die an diesen Orten wirken, interviewt werden sollen? Und wäre es Reproduktion, wenn fiktive Geschichten erzählt werden? Was genau wird dann reproduziert? Gewiss reproduziere ich in meinen essayistischen Erzählungen auch die Gedanken und Ideen anderer Menschen. Aber diese Erzählungen sind keine Referate, die fremde Inhalte, so gut es geht, zusammenfassen. Ein solches Referat wäre eine Reproduktion, die fiktionale Erzählung aber nicht. Ich würde lieber vom Verhältnis zwischen Dokumentation und Fiktion sprechen. Da es um die freie Kulturszene im Ruhrgebiet geht, werden Initiativen und Kulturstätten vorgestellt, die nicht fiktiv sind. Das ist der faktische Anteil, der zur Dokumentation wird. Der fiktionale Anteil ist, dass Niklas Hardenberg immer dabei ist und sich die Orte unter dem Gesichtspunkt anschaut, ob er sich dort niederlassen möchte. Der Ausgangspunkt der Serie ist das Foyer des Katakomben-Theaters. Kuratiert von der Malerin Eirini Bratti sind dort bis Ende März Exponate aus der sogenannten Kowald-Sammlung zu sehen. Peter Kowald, ein Kontrabassist für frei improvisierte Musik und eine Jazz-Größe, hat bei vielen Vernissagen und Ausstellungen gespielt und oft statt eines Honorares Bilder erhalten, die er gesammelt hat. Mittlerweile sind einige dieser Künstlerinnen und Künstler recht bekannt oder gar berühmt geworden. Eirini Bratti, die eine Zeitlang seine Frau war, hat die Sammlung in ihrem Besitz und stellt nun Teile daraus im Katakomben-Foyer aus. Peter Kowalds Grundthema die Freiheit des Menschen und seiner Künste, war und bleibt ein Thema für alle Kunst- und Kulturschaffenden der sogenannten freien Kulturszene. Ein idealer Ort, an dem das Hardenberg-Projekt starten kann. Ein Kollege aus dem Theaterumfeld, der Videofilme produziert und auf der Düsseldorfer Kunstakademie Film studiert hat, war von der Idee des Hardenberg-Projektes so angetan, dass er sich gerne daran filmisch beteiligen würde. Der erste Film mit einem 6-Minuten Teaser entstand auf meinen Wunsch hin; nun haben wir aber in dem Teaser für uns ein Format entdeckt, das wir gerne projektbegleitend weiterführen würden. Es bleibt bei der Anzahl der 40 literarischen Folgen, aber so viele Kurzfilme werden wir natürlich nicht drehen können. Wir haben uns auf die magische Zahl von 12 Kurzfilmen und 40 literarischen Folgen geeinigt. Mit dem zweiten Film und der zweiten literarischen Folge rückt das Katakomben-Foyer in den Mittelpunkt, worin ich einen deutlichen dokumentarischen Anteil sehe. Wenn wir das Foyer in einer oder zwei Folgen behandelt haben, widme ich mich literarisch einer Theatermacherin mit ihrer Gruppe, die schon selber Videoankündigungen produziert hat, auf die ich lediglich zu verweisen brauche.

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Kannst du dir vorstellen mit Niklas die Plätze zu tauschen? Könntest du dich dadurch des Schicksals der Sheherezade besser annehmen?

Oh bei dieser Frage juckt es den Fiktionstheoretiker in mir in den Fingern *-* Eine fiktive Figur will in die Welt des Autors und bemächtigt sich hierfür seiner. Dieses Plotmotiv ist nicht neu und auch nicht originell. Mittlerweile ist es sogar schon aus der Mode, kann man sagen. Da ich mich aber weder um Originalität noch um Mode schere, liegt der gewisse Reiz darin, dass ich mir als Autor Spielräume eröffne. Der fiktive Hardenberg hat alle mir erdenklichen Freiräume. Das ist aus der faktischen Werkstattwelt des Autors geplaudert. Gehen wir aber in die Geschichte hinein, in der es einen Niklas Hardenberg gibt, der in Kommunikation mit seinem Autor steht, bewegen wir uns in der Fiktion. Der eine Platz ist also der des Faktischen oder der Wirklichkeit und der andere Platz ist der der Fiktion. Zwischen diesen Polen kann sich ein Reigen der Gedanken entfalten. Wenn wir die Gedanken etwas verschachteln, können wir auch sagen, dass meine Fiktion Niklas Hardenberg im Vorhandensein der Geschichten und Bücher faktisch geworden ist. Wir können faktisch fragen: wer ist Niklas Hardenberg? Und wir können faktisch darauf antworten: Eine literarische Figur des Uri Bülbül. Das sind rationalistische Gedankenspielereien. Ein literarisches Gedankenspiel dagegen ist die Frage: was wäre, wenn Niklas Hardenberg aus der einen Entität in die andere wechseln wollte! Man kann metaphorisch auch sagen: die Plätze tauschen. Es geht aber in meiner Leitidee für das Hardenberg-Projekt überhaupt nicht um einen Tausch. Es geht um eine mehrschichtige Metaphorik. Niklas Hardenberg ist ein zum Zynismus neigender Großstadtintellektueller mit Metaphysikverlust. Ein Mann mit Sonnenallergie, wenn man es im platonischen Gleichnis ausdrücken will. Oder mit anderen Worten: ein Philip Marlowe der Philosophie. Er betreibt ein Büro für philosophische Recherchen: die Hardenberg-Investigationen. Ein befreundeter Anwalt unterstützt ihn finanziell, indem er Niklas für sich hier und da recherchieren lässt. Er schätzt seine Assoziationsfähigkeiten. Damit tauchen wir ein in die Fiktion im SOKRATES-Roman. Was aber ist mir am Hardenberg-Projekt wichtig? Ich möchte durch ein Prisma in die bunte Welt der freien Kulturszene schauen. Eine Lehensfigur aus der schwarzen Serie wird zu meinem Begleiter und Herausforderer. Dabei ist die spannende Frage: wieviel mehr Möglichkeiten, die Dinge zu sehen und zu deuten entstehen durch diesen Kunstgriff? Die gleiche Frage kann ich auch umgekehrt stellen: wieviel Möglichkeiten mehr entstehen, wenn ich Niklas begleitend den Fall 1002-Nacht zu lösen versuche. Wenn ich allein unterwegs wäre, egal in welcher Welt, ob faktual oder fiktional, ich wäre ich. Aber mit einer von mir ausgedachten Figur bin ich plötzlich nicht mehr allein – hier wie dort. Die Welt ist um eine Sichtweise reicher. Im Grunde muss das Hardenberg-Projekt unbedingt Sheherezades Schicksal klären. Gewiss könnte ich es allein nicht so gut wie mit Niklas Hardenberg.

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Was würdest du tun, wenn du dein gesamtes Geld verlieren würdest?

Tino Kales
Es wäre nicht viel - ich würde mir bis zum nächsten Honorareingang etwas von Freunden leihen. Ich verliere zwar nicht mein Geld und schon gar nicht mein "gesamtes", aber bin hier und da doch knapp bei Kasse und meine Freunde helfen mir aus und leihen mir was. Menschen, die vermögend sind, müssen sich da einen ganz anderen Kopf drum machen als ich.

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