Ask @Klugdiarrhoe:

Schönstes Wetter heute. Was machst du an so einem Sommertag im Oktober? Ich wünsche dir ein schönes, gemütliches Wochenende :)

Simply Me
Vielen herzlichen Dank für deine Wünsche und deine Frage.
Ich genieße den Garten, beschneide meinen Apfelbaum, sehe, dass er ganz viele Fruchtansätze für das kommende Jahr angelegt hat und freue mich sehr. Er wird also schonend beschnitten und gelichtet.
Und wenn die Sonne untergegangen ist, möchte ich die nächste SOKRATES-Folge endlich veröffentlichen und planen, dass so eine lange Pause nicht wieder entsteht. Denn sie hat mich doch sehr unglücklich gemacht. Egal, wer SOKRATES liest und was die anderen davon halten; ich hänge an diesem Roman und schreibe ihn in erster Linie aus Liebe zum Schreiben und nicht, weil ich damit andere Zwecke verfolge. Dennoch freue ich mich auch über Anerkennung und Lob.
Heute Vormittag habe ich draußen unter dem Pflaumenbaum gefrühstückt und zwischendurch immer wieder auf der Hollywoodschaukel gesessen.
Jetzt wird es Zeit für den Rasenmäher.

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Deniz yücel hat ganz übel Deutschland und dessen Bewohner beleidigt von mir aus hätte er in der Türkei im Knast verrecken können

Ask ist für mich eine Straße und auf der Straße trifft man auch Nazis.
Ich werde mich nicht darauf einlassen, was Yücel gesagt und gemacht oder ob er «ganz übel Deutschland und dessen Bewohner beleidigt» hat.
Wer Deutschland oder wen oder was auch immer beleidigt, verdient es nicht, irgendwo oder im Knast zu verrecken.
Solche Denkweisen vermiesen die Welt und das Leben, sind einfach nur Gift und Pest und haben mit Menschlichkeit, Intelligenz nichts zu tun.
Wie kann nur soviel Dummheit entstehen?

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Ask ist für dich …?

Sonnenwolke
...die Straße, auf der ich philosophiere und schreibe als Straßen- und Gassenliterat und -philosoph. Ich weiß nur nicht, wo ich mein Hütchen aufstellen soll, damit die Leute einpaar Münzen hineinwerfen wie bei Straßenmusikern. Ich sammle Herzchen und kann diese Währung nicht in bare Münze umwandeln. Aber als Diogenes im Fass bedauere ich das nicht wirklich.

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Wenn du dein Alter für immer wählen könntest, welches Alter würdest du wählen und warum?

Ich wäre gerne 33. Erstens ist das eine kleine Schnapszahl, aber ich wäre alt und erfahren genug, das Leben zu genießen und zu meistern und eben auch noch jung und kräftig genug, das Leben zu genießen und zu meistern.
Aber mal ehrlich: das denke ich heute mit 55. Mit 33 habe ich das nicht so gesehen.
Feststeht: das Leben ist ein unaufhaltsamer Fluss und fließt dahin

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Was würdest du von einem „Tag der deutschen Vielfalt“ halten? (Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/migrantenverbaende-fordern-tag-der-deutschen-vielfalt-15818847.html)

Sonnenwolke
Der türkisch-stämmige Journalist, der in der Türkei als Korrespondent (ich glaube für die Springer-Presse) war, und dort auch wegen seiner Berichterstattung eingesperrt wurde, hat zum "Tag der deutschen Einheit" in seiner Heimatstadt Flörsheim eine Rede gehalten. Gerade der historische Abriss, den er dort entwirft, gefällt mir ausgezeichnet. Eine großartige und selbst historische Rede, die auch anschaulich die Fußballstimmung und den Nationalismus ganz genau trifft, was ich in der Tat damals gesehen, befürchtet, aber nicht gut genug artikuliert habe. An der kürzlichen bescheuerten Özil-Debatte wollte ich mich schon gar nicht beteiligen und mich dazu äußern. Yücel aber sortiert die Dinge sehr gut und ordnet auch diese Debatte in einen nachvollziehbaren Zusammenhang.
Der Link zum Lesen ist also dieser, den ich empfehlen möchte, wohl wissend, dass ich eigentlich gegen meine Grundsätze für die Springer-Presse Werbung mache:
https://www.welt.de/politik/ausland/article181757180/Deniz-Yuecel-Ein-Lob-der-Zerrissenheit-zum-Tag-der-Einheit.html (04. Oktober 2018)
Was mich von Yücel ganz wesentlich unterscheidet, ist nicht die Sichtweise der Geschichte und die tolle Darstellung, die er hier geleistet hat, was ich so nicht gekonnt hätte. Das kann ich neidlos anerkennen und als gute journalistisch-schriftstellerische Arbeit würdigen. Was mich vpon Yücel wesentlich unterscheidet ist, dass ich nie für die Springer-Presse schreiben würde. Daher ist meine Symbol- und Idealfigur aus der Philosophiegeschichte nicht umsonst: Diogenes von Sinope, der Philosoph in der Tonne, der Macht und gesellschaftliche Konventionen ignorierte und ablehnte. Yücel hat sich eingerichtet, hat eine gute Stellung und wurde Opfer seiner Arbeit, weil seine "gute Stellung" ihn für diese Opfer-Rolle des Diktators Erdogan interessant machte. Ich bin seit 37 Jahren nicht mehr inder Türkei gewesen, weil die Türkei mich als autoritäre und demokratiefeindliche Gesellschaft immer schon angekotzt hat. Ich nahm still und heimlich und ganz leise Abschied von Land und Leuten und ging nicht einmal zu den Beerdigungen meiner Eltern, die beide in der Türkei begraben sein wollten. Und bezeichnender Weise war es das DITIP-Beerdigungsinstitut, dem ich den Leichnam meines Vaters anvertrauen musste gegen bares Geld, damit er überführt und in der Türkei beerdigt werden konnte. Ich habe mir das Geld von Freunden geliehen und aus der Erbschaft zurück bezahlt. Aber habe türkischen Boden nicht mehr betreten. Klar wird der Aktionskreis sehr eng, wenn man alle Länder meidet, die nicht demokratisch sind. Aber die türkische Gesellschaft zu meiden, war für meine Persönlichkeitsentwicklung von besonderer Bedeutung. Heute weiß ich warum: Ich kann sagen: ich möchte 365-Tage der globalen Vielfalt und keinen einzigen national attributierten Tag! "Deutsche Vielfalt" kann mich ebenso mal am Hintern... wie die antidemokratische Gesellschaft, die im Moment einen Erdogan hervorgebracht hat. ->

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Was würdest du von einem „Tag der deutschen Vielfalt“ halten? (Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/migrantenverbaende-fordern-tag-der-deutschen-vielfalt-15818847.html )

Sonnenwolke
-> Wie schön, dass du mir die Frage zweimal geschickt hast. Ich bin ein Kind der Bonner Republik und bei aller deutschen Vorgeschichte oder vielleicht gerade deswegen war eine von Willy Brandt und Hans Dietrich Genscher geprägte sozialliberale Republik mit einem Innenminister Baum, der den Dialog mit Terroristen im Gefängnis gesucht und eine Versöhnung versucht hat, mir eine geistige Heimat. Freiheit, demokratisches Denken, Toleranz konnte ich auf meinem Gymnasium lernen und praktizieren, ohne dass meine Lehrer meine radikalen Ansichten teilten, wofür ich sie im Nachhinein noch mehr ehre und respektiere. Mit der Berliner Republik beginnt für mich auch die Zeit, die Epoche deutscher Geschichte sozusagen, wovon ich sagen muss, ich verstehe mich als radikalen Opponenten davon und habe nichts, was ich dieser Republik verdanke. Die genaueren historischen Gründe hat keiner besser aufzuzählen gewusst und in die richtige chronologische Reihenfolge gebracht wie Deniz Yücel. Auch wenn er für die Springer-Presse arbeitet, was ja seine eigene moralische Entscheidung ist. Zu meiner Ethik gehört der Respekt davor. Auch wenn er für die Springer-Presse arbeitet, hat er in seiner Rede den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital nicht unerwähnt gelassen. Auch dafür gebührt ihm Respekt:
«Denn selbstverständlich ist moderne Gesellschaft keine konfliktfreie Zone und kann es angesichts des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit auch nicht sein. Und im Konflikt lässt sich das Handgemenge nicht immer vermeiden. Es macht aber einen himmelweiten Unterschied, ob man sich mit der Staatsmacht anlegt, weil man, sagen wir, einen Wald davor retten will, einer Landebahn oder dem Braunkohleabbau zum Opfer zu fallen, oder man die Staatsmacht beiseiteschieben will, um andere Menschen totzuschlagen.»*
Ja, die "moderne Gesellschaft" ist aber kapitalistisch und modern von Beginn an! Charly Chaplin hat es in seinem Film "Modern Times" bestens zum Ausdruck gebracht. Sogar in der Befriedigung seiner elementarsten Grundbedürfnisse wie das Essen wird er in die Maschinerie eingespannt, um ihm zu suggerieren, er werde bestens versorgt. Schau, wie heute im Supermarkt und in den Ketten Fertigessen in Plastik den Menschen angepriesen wird: vom Salat, fertig geschnitten, bis hin zu Essen, was man nur in der Mikrowelle zu erwärmen hat, wird dem Menschen eigentlich das Leben abgenommen und in Plastikmüll erstickt.
Nein, die moderne Gesellschaft ist keine konfliktfreie Zone, und es gehört eine von der Springer-Presse gut bezahlte Behütetheit dazu, so gelassen darüber schreiben zu können.
Ich lebe und arbeite ohne Netz und doppelten Boden. Das ist meine Weise: Diogenes im Fass. Uri auf ask - ein Straßenphilosoph.
___________
* https://www.welt.de/politik/ausland/article181757180/Deniz-Yuecel-Ein-Lob-der-Zerrissenheit-zum-Tag-der-Einheit.html (04. Oktober 2018)

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Was ist eine Fußnote

Mensch!!! Du bringst mich da auf eine Idee :O Ich suche noch einen Titel für mein kulturphilosophisches Buch, woran ich arbeite. Bisher heißt es: kulturphilosophische Schnipsel - das gefällt mir so mäßig das Wort. Ich wollte nicht von kulturphilosophischen "Fragmenten" sprechen, auch wenn ich jetzt nicht so recht begründen kann, warum ich "Fragmente" nicht gar so passend fand wie Schnipsel.
Spontan habe ich jetzt gedacht: warum sollte das Buch nicht "Fußnoten zur Kulturphilosophie" heißen?
Aber nein, auch dieses Wort gefällt mir nicht. Alfred North Whitehead hat mal die ganze abendländische Philosophie als Fußnoten zu Platon bezeichnet. Ich finde diese These sehr geistreich, witzig. Und aus diesem Status möchte ich natürlich raus und auf gar keinen Fall ein Fußnotenschreiber Platon sein. Meine kulturphilosophischen Texte und Überlegungen haben nicht viel mit Platon zu tun, aber weht der Geist des Platonismus nicht durch jegliche Philosophie - gewollt oder ungewollt?
Aber Fußnoten setzt man bewusst. In den laufenden Text werden Nummern eingefügt und unten auf der Seite wird unter derselben Nummer eine Ergänzung zum Text geschrieben; meistens sind es Quellenangaben von Zitaten und zitierten Gedanken. Man sollte auch dann Fußnoten setzen, wenn man die Gedanken nicht wörtlich zitiert aber deren Ursprung einem selbst bekannt und bewusst ist. Zum korrekten Zitieren im Wissenschaftsbetrieb an den Hochschulen gibt es ganze Handbücher und darin wird beschrieben, wie Fußnoten aussehen sollten. Da gibt es Feinheiten, die man auch als Spitzfindigkeit ansehen kann, wird der Autorenname vom Titel durch ein Komma getrennt oder durch einen Doppelpunkt? Wo muss der Verlag genannt werden, worin das Werk, aus dem man zitiert, erschienen ist? Usw. usf.
Fußnoten können aber auch weiterführende und ausschweifende Gedanken und Querverweise des Autors sein, die er nicht im Fließtext unterbringen wollte. So gesehen sind Fußnoten schon eine Vorstufe zum Hypertext.
Ich mag aber auch sehr Marginalien, das sind Randbemerkungen am linken oder rechten Rand des Textblocks.

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Fallen dir noch andere Begriffe ein, bei denen diese Idealisierung und Verabsolutierung gegeben ist?

Sonnenwolke
Nun ja, es ist naheliegend und oft werden die Begriffe auch gemeinsam in Phrasen verwendet: Demokratie und Menschenrechte würde ich dazu zählen. Gerade die Menschenrechte, die doch angeblich universell sein sollen, werden nur soweit beachtet, dass die Regierungsgeschäfte und das Image der Regierungen unbeschadet bleiben können. Die Diskussionen um die Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen, dabei in Seenot geraten und ertrinken, hat doch gezeigt, dass kein Staat der Welt die Menschenrechte über alles stellt. Aber auch die angezettelten Kriege und die in Kauf genommenen Toten und Verletzten - ja, auch in der Zivilbevölkerung, wenn man das immer als Kollateralschaden heuchlerisch bedauert, zeigen immer und immer wieder, dass Staats- und Machtinteressen dieser Staaten und ihrer Vertreter über den Menschenrechten stehen. Ich würde auch die Hinrichtung von Diktatoren als menschenrechtswidrig bezeichnen, da ja angeblich der Idee nach Menschenrechte doch universell sein sollen, also auch für Diktatoren, Massen- und andere Mörder gelten. Die Praxis ist aber nicht so, die Wahrheit sieht konkret ganz anders aus. Dies wird durch die Idealisierungen und Abstraktionen allerdings verkleistert. Das bedeutet ganz pragmatisch, dass Idealisierungen ideologische und manipulative wie demagogische Zwecke erfüllen und nicht einfach nur unerfüllte oder unerfüllbare Sollwerte sind. Warum sollten solche Sollwerte in einer derart technokratisch gestalteten Welt geduldet werden, wenn sie nicht nützlich wären?
Die Demokratie ist im Unterschied zu Menschenrechten ohnehin nicht als Selbstzweck gedacht worden - schon historisch und politologisch nicht! Sie soll eine möglichst optimale Regierung und Gestaltung einer als lebendige Gemeinschaft verstandenen Polis (Gesellschaft) gewährleisten. Die Demokratie hat also der menschlichen Gemeinschaft zu dienen und die menschliche Gesellschaft dem Wohl aller. Das ist die Idee einer Polis und das ideale Ziel jeglicher Politik. Und mit Meinungs- und Medienfreiheit kann das beste Aushandeln dieses Wohls stattfinden, da können durch Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit gewährleistet, Menschen und Gruppen auf ihre Interessen hinweisen (was auch im Wort der Demonstration enthalten ist), da kann in Parlamenten und öffentlichen Institutionen sowie in Medien debattiert und diskutiert werden, alles mit dem Ziel, die Gemeinschaft stets zu optimieren und dem Wohl aller gerecht zu werden. Das heißt aber zugleich, dass alle neben ihren eigenen Interessen auch die der Gemeinschaft im Auge behalten sollten. Dazu sollte die Demokratie die beste Regierungsform sein. Diskutiert man den Begriff aber in seinen Kontexten und nicht als Wert an sich, wird ganz schnell deutlich, welchem Betrug wir aufsitzen.

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Noch ein Nachtrag zur Freiheit...

Uri Bülbül
Nur durch die Idealisierung und Verabsolutierung des Begriffs "Freiheit", durch das Herausreißen aus jeglichem Kontext und Praktikabilität sowie Pragmatik bei seiner gleichzeitigen moralischen Aufladung als ein absoluter Wert an sich, wird "Freiheit" so sehr in den Himmel gehoben, dass sie für niemanden mehr erreichbar ist. So kann keine Forelle in Freiheit leben und kein Mensch "wirklich frei" sein. "Freiheit" wird ohne Zusammenhang zu einem Wert an sich und braucht auch nicht weiter abgeleitet und begründet werden. Also entzieht er sich so dem Begreifen, er wird leer, hohl, eitel und ein Schlagwort in einer auf Konsum getrimmten und auf Ausbeutung beruhenden oberflächlich glänzenden Scheinwelt. Matrix!
Da kann ich natürlich auch einen Blick auf Facebook werfen: Mein letzter Urlaub, meine schöne Frisur und mein schönes letztes Essen mit Freunden - Selfie bitte schön zum Liken und Herzen.
Aber das Beispiel mit der Forelle insbesondere in der Frage, ob eine Forelle überhaupt in Freiheit leben könne, zeigt etwas anderes ganz deutlich. Und ganz nebenbei: da sehe ich auch die fruchtbaren Ergebnisse einer ask-Kommunikation, wofür es sich lohnt auch hier zu philosophieren und zu schreiben: Freiheit bedeutet eigentlich, dem eigenen Wesen gemäß leben zu dürfen ohne Störungen im Sinne einer Entfremdung von diesem Wesen. Das ist schon die höchst mögliche noch pragmatische Abstraktion des Freiheitsbegriffs, was die Urväter der Menschenrechte im Auge hatten: dem Wesen des Menschen entspricht es, dazu gehört es, frei zu sein. Daher auch die Abschaffung der Sklaverei als unmenschlich. Allerdings bei fast gleichzeitiger Einführung der Lohnsklaverei in der modernen Welt.
Ich glaube, es geht der Satz auf Hegel zurück, dass die Wahrheit immer konkret sei. Also muss auch der wahre Inhalt von Freiheit konkret sein, so kann jeder Mensch sich selbst überprüfen, inwiefern er in Freiheit lebt und Regeln für das Verwirklichen seiner Freiheit freiwillig befolgt, weil sie zielführend sind, wie im Motorradbeispiel. Und inwiefern er sich Zwang beugt und für sich sagt: Ich MUSS das tun, weil ich meine Miete, meinen Strom, meine Lebenshaltung finanzieren MUSS. Dieses Denken ist eindeutig ein Symptom für Unfreiheit. Und so wird der Begriff konkret.
Es ist eine andere Aussage, ob jemand einem Freund/ einer Freundin beim Umzug zu helfen versprochen hat und deshalb früh aufstehen muss, oder ob jemand früh aufstehen muss, um zur Erwerbsarbeit zu gehen. Und darin wiederum ist es ein Unterschied, ob jemand sich durch seinen Beruf erfüllt sieht und es gerne macht, weil ihn das in seiner Persönlichkeit stärkt, oder ob er nur seine Lebenshaltung finanzieren MUSS. Freiheit und Lebensform können und sollten hinterfragt werden.

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+3 answers in: “Hacker-Angriff auf Facebook, 50 Millionen Nutzer seien betroffen. Geben dir solche Meldungen zu denken?”

Ist Freiheit nicht "nur" ein dehnbarer Begriff? Bzw. könnte eine Forelle je in Freiheit leben?

Sonnenwolke
Wittgenstein sagt, die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache. Ich kann dazu ergänzend und auf unser Thema zugeschnitten sagen: ...und die Stellung im praktischen Leben. Für manche Leute mag "Freiheit" dehnbar sein, manche verwechseln Freiheit auch mit Willkür. Ich habe häufiger das Beispiel schon benutzt, dass Freiheit mit der Erkenntnis zusammenhängt und mit Regelwissen: d.h. ich habe nur die Freiheit Motorrad zu fahren, wenn ich weiß, wie man Motorrad fährt. Wenn ich die Maschine nicht zum Laufen bringe und vor Wut auf den Motor schlage, mag mich womöglich niemand daran hindern. Aber Freiheit ist das nicht, sondern lediglich die Kapitulation vor einer nicht durchschauten Realität, die mich zornig und aggressiv macht. Und wenn mich jemand daran hinderte, mein eigenes Motorrad in Rage zusammenzuschlagen, dann beraubt er mich nicht der Freiheit, sondern will womöglich Schaden abwenden und Gelegenheit schaffen, das Motorrad besser zu verstehen und Freiheit zu erlangen.
Das alles ist nicht dehnbar, sondern relativ. Relativ bedeutet in diesem Fall: im Verhältnis (Relation) zum Kontext, zu den Zusammenhängen. Wir werden die Begriffe wie Freiheit und Demokratie nie begreifen, solange wir sie absolut und als Werte an sich und nicht in ihren Kontexten und Relationen denken. Solange werden wir auch nicht wirklich frei sein können, weil wir uns selbst der Erkenntnisfähigkeit berauben und Willkür und Willfährigkeit für Freiheit halten. Wir sind da auch besonders gut manipulierbar und alles andere als frei, wenn uns Demagogen der Werbeindustrie und andere einflüstern: du bist frei, mach, was du willst und kauf dieses Produkt, das dich glücklich macht.
Im Zusammenhang mit der Forelle würde ich sagen, dass Freiheit im Leben in eigener natürlicher Wesensgemäßheit besteht. Natürlich ist in diesem Kontext das Wort Freiheit etwas anders gebraucht als oben: aber im Aufzuchtsbecken mit Antibiotika und billigem fettmachendem Futter überfüttert und zum Verzehr gezüchtet zu werden, ist doch etwas anderes als froh und munter durch Bäche und Flüsse mit reinem klarem Wasser zu schwimmen und zu springen.
Die Forelle hat keine Freiheit Motorrad zu fahren; aber ich auch nicht unter Wasser Motorrad zu fahren oder wie eine Forelle zu leben. Ist da das Wort Freiheit dehnbar, oder nur relativ zum Kontext, von wessen Freiheit die Rede ist?

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+3 answers in: “Hacker-Angriff auf Facebook, 50 Millionen Nutzer seien betroffen. Geben dir solche Meldungen zu denken?”

Hacker-Angriff auf Facebook, 50 Millionen Nutzer seien betroffen. Geben dir solche Meldungen zu denken?

Sonnenwolke
Facebook an sich gibt mir zu denken. Die Algorithmen, nach denen Menschen und ihr Informationsbedarf manipuliert werden kann, Fakenews, die blöden Zitate, die kleine Weisheiten darstellen sollen und vieles andere mehr. Ein Hackerangriff auf Militärcomputer, die automatisch einen Atomkrieg auslösen können, finde ich weitaus gefährlicher und bedrohlicher als einen Hackerangriff auf Facebook. Mit den sozialen Netzwerken im Internet hat sich die Orwellsche Negativ-Utopie längst realisiert und etabliert. Und das Schlimmste ist: Das Individuum bangt nicht um seine Freiheit, sondern fühlt sich frei in der Nutzung all der Angebote und schwimmt im Strom der Massen mit. Wir sind wie Fischschwärme in einem Fischzuchtteich und werden ausgebeutet - und das halten wir für unser natürliches und wesensgemäßes Leben.
Aber nun erklär mal einer Forelle, dass sie nicht in Freiheit lebt. Da bist du doch auch im selben Teich. Und das ist das große Paradox, in dem zum Beispiel ich mich befinde ;)

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Auf wen wirfst du einen Scheinwerfer?

Es würde ein schlechtes Licht auf mich werfen, auf andere Scheinwerfer werfen zu wollen.
Meine Worte sind wie Pfeile, sie können heftig verletzen, wenn sie treffen und manche von diesen Pfeilen sind obendrein Giftpfeile - sie lähmen, bis das Herz stehenbleibt.
Aber ich erlerne eine neue Gesprächskultur - sie nennt sich Dialogisches Arbeiten nach Johannes Schopp:
Vgl.
- Johannes, Martina und Tobias Hartkemeyer: Dialogische Intelligenz – aus dem Käfig des gedachten in den Kosmos gemeinsamen Denkens.
- Johannes Schopp & Jana Marek: Der Dialog als Inspirationsquelle. Erfah-rungen mit Eltern in der Beratung und im Seminar – ein Paradigmenwechsel
- Michael Benesch: Psychologie des Dialogs
- Kazuma Matoba: Dialogische Emergenz der Kultur. Achtsame Wahrnehmung als Grundlage
Siehe auch: http://www.regie-kommunikation.de/fileadmin/user_upload/uploads/pdf/Johannes_Schopp__Jana_Marek.pdf
Meines Erachtens ist ein Paradigmenwechsel in der Kultur nötig, man kann es von mir aus auch KultuRRevolution nennen, wie es Jürgen Link und seine Schüler/innen tun. Dieser Paradigmenwechsel basiert auf Diskurstheorie und ihren Analysen, ist aber zugleich noch rationalistisch und nicht wirklich lebendig. Man muss also meiner Meinung nach die Diskurstheorie vom Kopf ins Herzen verlagern, um sie mit Leben zu füllen und lebendig wie lebbar zu machen. Dazu wäre ein Paradigmenwechsel auch in der Gesprächskultur notwendig.

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5 Fakten über dich?

1. Ich schreibe für mein Leben gern.
2. Ich bin kein Mensch der Abschlüsse. Lieber möchte ich einen langen unendlichen Fluss aller Gedanken, Geschichten, Erlebnisse, worin Ereignisse wie kleine Kieselsteinchen im Flussbett sind. Natürlich gibt es auch größere Steine und Felsbrocken - sie beleben den Flusslauf und erzeugen interessante, wie schöne und gefährliche Wirbel und Strudel.
3. Ich wohne in einem verfallenden Haus, in das ich eingezogen bin wie ein Einsiedlerkrebs und das ich MagicMysteryHouse getauft habe - habe fast nichts mitgebracht an Mobiliar und alles war schon eingerichtet, worin auch im Wohnzimmer ein schöner Ofen ist, dessen Feuer ich liebe.
4. Dann habe ich auch noch eine Kulkturlaube in einem Kleingartenverein; ich liebe das Häuschen mehr noch als den Holzofen im Wohnzimmer des MagicMaysteryHouse. Der Garten ist nebst meiner ganzen Lebensweise ein Paradies und ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.
5. Kunst ist für mich, das Leben kunstvoll zu gestalten, seid Künstler eures Lebens, Dichterinnen und Dichter eurer ganz individuellen Poesie des Lebens. Das macht mich zu einem tiefen Romantiker.
6. Und nun wende ich mich wieder dem SOKRATES-Roman zu; das Pausieren darin hat mich unglücklich gemacht, hat aber auch mit tiefen, tiefen Gefühlen zu tun, die mich bewegen.
7. 5 ist für mich keine magische Zahl. Sieben hingegen schon.

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Meinung zu paar Personen?

Meinungen zu Personen können sich ändern und oft sollten sie sich auch ändern. Wichtig finde ich eine grundsätzliche Einstellung der Offenheit, die jeder Person eine Chance gibt, auch anders sein zu können, als man von ihr angenommen hat. Und wichtig ist auch, welche Haltung man zu Personen einzunehmen in der Lage ist. Einfach nur sinnlos über Menschen Urteile zu fällen, scheint mir keine sinnvolle Einstellung zu sein und zeigt auch keine innere Haltung der Stärke.

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Lebensumstände lassen Fragen aufkommen. Mich beschäftigt seit langem meine psychologische Gesundheit. Sie zwingt mich regelrecht gegen mich selbst zu kämpfen. Folgende Frage ist dabei aufgekommen: Wie besiegt man sein ich? Und ist das überhaupt die Frage, die ich stellen wollte?

Ja, Lebensumstände lassen immer Fragen aufkommen. Und genau so sollte es auch sein. Wer keine Fragen mehr in seinem Leben findet, verliert auch schnell den Lebenssinn.
Eine kleine Korrektur würde ich gerne in die Ausdrucksweise einbringen: es handelt sich nicht um die „psychologische“ Gesundheit, weil dies nur eine Frage der wissenschaftlichen Definition wäre: was ist als „gesund“ definiert? Sondern um die „psychische“ Gesundheit.
Wenn du dich im Wesentlichen mit dir im Einklang fühlst und einverstanden bist, was ich aus deiner Art, Fragen zu stellen und persönlich nach Antworten zu drängen, heraus zu hören glaube, annehme, und wenn du im Wesentlichen mit dem Alltag in deinem Leben klar kommst, sähe ich keinen Grund, die psychische Gesundheit in Frage zu stellen. Bei gewissen Dingen, Herausforderungen Gefühle zu haben, die den Alltag sprengen, halte ich nicht für krank, sondern für eine gesunde psychische Reaktion. Ebenso würde ich eine Verliebtheit oder Liebeskummer nicht per se als Krankheit verstehen. Dasselbe gilt für Trauer.
Was dich „zwingt“ gegen dich selbst zu kämpfen, müsstest du für dich genauer bestimmen und benennen und dich dann fragen, ob das wirklich so sein muss. Spiel doch Alternativen durch, stelle Selbstverständlichkeiten in Frage und versuche mal die unsichtbaren Wände, die dein Denken vielleicht einzwängen, zu ertasten. Meist gibt es einen Weg, diese zu umgehen, sobald man sie für sich ausfindig gemacht hat.
Manchmal helfen auch Gespräche mit ausgesuchten Menschen. Ich halte nichts von professionellen Therapeuten. Am besten du konzentrierst dich auf dich und lässt dich auf Gespräche ein, die sich ergeben. In jedem Fall aber müsstest du offen sein und nicht alles, was du hörst, in dein eigenes Denksystem sofort als Bestätigung deiner Annahmen integrieren.
Erzähle dir dein Ich und dein Leben als Geschichten und erzähle sie aus verschiedenen Perspektiven. Einen Kampf gegen das eigene Ich zu führen, halte ich für falsch. Ist es nicht eine innere Zerreißprobe? Meist entstehen solche Kämpfe, wenn ein Teil des Ichs den Erwartungen anderer gerecht zu werden versucht. Sind diese Erwartungen aber berechtigt? Müssen sie wirklich erfüllt werden? Und warum widerstrebt etwas in dir, diese zu erfüllen? Ist dieser Widerstand weniger berechtigt?
Ich würde auf den Sieg über mein Ich verzichten. Nein, das führte mich in eine Paradoxie, die ich nicht haben wollte. Wir können sicher über uns hinauswachsen, aber ein Wachstum sehe ich nicht als Kampf, sondern als eine organische Entwicklung.

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